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Renault F1 R30
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Renault-Neuzugang Vitaly Petrov im Interview

"Leute in Russland müssen jetzt aufwachen"

Vitaly Petrov ist der erste russische Pilot der Formel 1. Der 25-jährige aus Vyborg fährt 2010 neben Robert Kubica für Renault. Mit auto-motor-und-sport.de spricht der Formel 1-Newcomer über seine Karriere und seine Ziele.

Wann haben Sie bei Renault unterschrieben?
Petrov: In der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Wie fühlt man sich als Formel 1-Pilot?
Petrov: Ich laufe den ganzen Tag mit einem Grinsen im Gesicht herum. Ein Traum wurde wahr.

Wie wurde die Nachricht in Ihrer Heimat aufgenommen?
Petrov: Alle spielen verrückt. Ich musste mein Telefon abschalten, weil jeder von mir etwas wollte.

Kommt mit Ihnen bald ein Grand Prix in Russland?
Petrov: Ich habe schon als GP2-Pilot für einen GP Russland geworben, aber keiner hat reagiert. Jetzt müssen die Leute aufwachen.

Sie haben keine Formel 1-Erfahrung. Wie gehen Sie die Aufgabe an?
Petrov: Lassen Sie mich die ersten Testfahrten machen. Dann kann ich Ihnen einen besseren Eindruck geben. Immerhin geht es mir besser als meinem Vorgänger Grosjean. Der wurde mitten in der Saison ohne Testfahrten ins kalte Wasser geworfen. Ich kann mich ordentlich auf mein erstes Formel 1-Rennen vorbereiten.

Haben Sie sich schon ein Ziel gesetzt?
Petrov: Rennen beenden. Ab Saisonmitte erwartet das Team Punkte von mir.

Was können Sie aus der GP2 in die Formel 1 mitnehmen?
Petrov: Alles, was ich dort gelernt habe, ist auch für die Formel 1 relevant. Die GP2 war eine gute Schule. Allerdings habe ich nicht soviel Erfahrung wie andere Piloten. Ich bin nie Kart gefahren und habe spät mit dem Motorsport begonnen.

Wie spät?
Petrov: Im Alter von 15 Jahren. Da bin ich in Russland Tourenwagen gefahren. Danach ging es direkt nach Europa: Formel Renault, Formel 3000, GP2. Ich bin also auch nie in kleineren Rennserien gefahren. Mein Aufstieg ging verglichen mit anderen Karrieren ziemlich rasant.

Wieso kamen Sie erst so spät mit Motorsport in Berührung?
Petrov: Motorsport war bei uns kein Thema. Es gab keine Rennstrecken, keine Sponsoren, keine Formel 1-Übertragungen. Vor acht Jahren wusste ich noch nicht mal, wer Michael Schumacher ist. Erst mein Vater hat mich in den Motorsport gebracht. Am Anfang wollte ich Rallyes fahren. Da hat mein Manager gesagt: Das hat Zeit, wenn du älter bist.

Es heißt, Sie hätten bei Renault Sponsorgeld mitbringen müssen. Stimmt das?
Petrov: Ich habe keinen Sponsor aus Russland mitgebracht, weil es keinen gibt. Ich hoffe, die werden jetzt wach. Für den Platz bei Renault haben mein Vater und Freunde bezahlt.

War Renault Ihre einzige Chance?
Petrov: Ich hatte mehrere Optionen in der Formel 1, aber Renault war die beste.

Was war Ihr erstes Auto?
Petrov: Ein Shiguli.

Wie lange läuft Ihr Vertrag?
Petrov: Ein Jahr und zwei Jahre Option.

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