Sebastian Vettel - Ferrari - GP Sakhir 2020 - Bahrain xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi 2019 - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Abu Dhabi 2019 - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Abu Dhabi 2019 - Rennen
Charles Leclerc - Ferrari - GP Abu Dhabi 2019 - Rennen 63 Bilder

Vorschau GP Abu Dhabi 2020: Vettels Ferrari-Abschied

Vorschau GP Abu Dhabi Vettels Abschied von Ferrari

Die Formel 1 bestreitet am Wochenende ihr letztes Saisonrennen. Sebastian Vettel verabschiedet sich nach sechs gemeinsamen Jahren und 118. Grand Prix von Ferrari. Racing Point will nach dem Sensationssieg den dritten Platz in der Team-WM absichern.

Es war eine Saison, welche die Formel 1 nie vergessen wird. Corona verhinderte den eigentlich geplanten Saisonstart im März in Australien. Die Königsklasse musste bis in den Juli warten, bis sie ihren Notplan endlich durchziehen konnte. Die Formel 1 hat das Beste aus einer Notsituation gemacht. Sie kommt mit 17 Grand Prix über die Runden.

Bis zum GP Abu Dhabi wurden rund 80.000 Corona-Tests durchgeführt. Nur 87 haben bis jetzt ein positives Ergebnis zu Tage gefördert. Darunter mit Lance Stroll, Sergio Perez und Lewis Hamilton drei Fahrer. Ob der Weltmeister beim Saisonfinale mitmischt, ist noch nicht geregelt. Dafür braucht Hamilton erst einmal einen negativen Befund. Unterm Strich darf sich die Formel 1 selbst auf die Schulter klopfen: Ihr Sicherheits- und Hygienekonzept hat die Saison und einige Teams gerettet.

Mick Schumacher - Haas - GP Sakhir 2020 - Bahrain
Haas
Mick Schumacher fährt im ersten Training statt Kevin Magnussen den Haas.

Mick Schumacher im Haas

Das Saisonfinale in Abu Dhabi hat fast schon Tradition. Seit 2009 ist das Emirat Teil des Rennkalenders. Nur zwischen 2011 und 2013 fand hier nicht das letzte Rennen eines Jahres statt. Diesmal stehen Jubiläen und Abschiede auf dem Programmzettel. Haas bestreitet seinen 100. Grand Prix der Teamgeschichte, und verabschiedet sich von Kevin Magnussen und Romain Grosjean. Der Franzose ist nach seinem Feuerunfall von Bahrain gar nicht mehr vor Ort. Grosjean weilt in der Schweiz, wo seine Brandwunden behandelt werden.

Renault fährt seinen 400. Grand Prix. Für Daniel Ricciardo wird es der letzte mit dem Nationalrennstall. Der Australier geht zu McLaren. Ricciardo möchte sich mindestens mit dem fünften WM-Platz in der Fahrerwertung verabschieden. Vielleicht geht ja noch mehr. Auf Sergio Perez fehlen ihm 13 Zähler.

Der Mexikaner hofft noch immer, 2021 bei Red Bull zu landen. Anonsten wird er nächstes Jahr zuschauen müssen. Die Entscheidung zwischen ihm und Alexander Albon trifft Red Bull in der Woche nach dem Saisonfinale. Auch Nico Hülkenberg hat Außenseiterchancen. Statt Perez wird 2021 Sebastian Vettel in den Racing Point steigen, der dann Aston Martin heißt.

Der Ex-Weltmeister wird Ferrari nach 118 gemeinsamen Rennen verlassen. Vettel kündigt an: "Ich werde einen Spezialhelm tragen, um meinen Dank an das Team und die Tifosi für die Unterstützung zum Ausdruck zu bringen." Stand heute hat er 14 Siege, 12 Pole Positions, 14 schnellste Rennrunden, 55 Podestplätze und 1.400 Punkte für den Rennstall der Herzen herausgefahren. An seine Stelle tritt Carlos Sainz, der McLaren verlässt. Ansonsten spricht alles für einen Abschied von Daniil Kvyat aus der Formel 1. Ihn wird aller Voraussicht nach Yuki Tsunoda 2021 bei Alpha Tauri ablösen.

Mick Schumacher darf sich freuen. Die Zukunft von Haas beginnt im ersten Training. Dann klettert der Formel 2-Meister ins Cockpit des VF-20. Zu Beginn des Wochenendes wird auch Robert Kubica im Alfa Romeo fahren.

Die Strecke: Yas Marina Circuit

Bei der Einweihung 2009 wurde der Yas Marina Circuit mitten in der Wüste als achtes Weltwunder gefeiert. Mittlerweile hat man sich an den Anblick der glitzernden Formel-1-Oase gewöhnt. Mehr als eine Milliarde Euro durfte der deutsche Streckendesigner Hermann Tilke angeblich im feinen Sand rund um den Yachthafen verbuddeln, was den Yas Marina Circuit zum teuersten Grand-Prix-Kurs der Welt macht.

Vom Layout konnte die Strecke in Abu Dhabi die Fans bisher noch nicht von den Sesseln reißen. Trotz zwei langer Geraden im Mittelsektor gestaltet sich das Überholen eher schwierig. Unvergessen bleibt Vitaly Petrovs Verteidigungsschlacht, die maßgeblich zu Vettels erstem Titelgewinn 2010 beigetragen hatte. Trotz eines deutlich schnelleren Autos kam Fernando Alonso im Ferrari damals nicht am Russen im Renault vorbei. Erst die Einführung der DRS-Zonen 2011 linderte das Problem. Sebastian Vettel tankte sich 2012 aus der Boxengasse durch das Feld bis auf das Podium.

GP Abu Dhabi 2020 - Infografik
Pirelli
Pirelli zeigt uns in seiner Info-Grafik, worauf es in Abu Dhabi ankommen wird.

Fast Facts zum GP Abu Dhabi

  • Streckenlänge: 5,554 Kilometer
  • Rundenzahl: 55
  • Anzahl Kurven: 21 (12 links / 9 rechts)
  • Vollgas-Anteil (Rundenzeit): 61 Prozent
  • Vollgas-Anteil (Rundendistanz): 73 Prozent
  • Gangwechsel pro Runde: 58
  • Rundenrekord im Rennen: 1:39.283 Min. (Lewis Hamilton, Mercedes W10, 2019)
  • Absoluter Rundenrekord: 1:34.779 Min. (Lewis Hamilton, Mercedes W10, 2019)
  • Distanz Pole Position bis erste Bremszone: 201 Meter
  • Länge der Boxengasse: 358 Meter
  • DRS-Zonen: 2 (zwischen T7-8 und T10-11)
  • Reifenwahl: C3, C4 & C5

Das Setup

Die Strecke mixt im ersten kurzen Sektor mittelschnelle und schnelle Kurven. Im zweiten Abschnitt mit den langen Geraden sind Traktion, Höchstgeschwindigkeit und Bremsstabilität gefordert. Elf der 21 Kurven bilden den letzten Streckenteil. Er erinnert mit den Leitplanken an einen Straßenkurs. Hier müssen die Autos maximalen Anpressdruck und viel mechanischen Grip aufbauen.

Trotz der langen Vollgasstücke im zweiten Sektor tendiert das Aero-Setup in Richtung High-Downforce. Der Volllastanteil ist eher gering. In dieser Saison lag er nur auf dem Hungaroring niedriger. Die wenigen Bodenwellen und flachen Kerbs erlauben es den Ingenieuren, mit der Bodenfreiheit nach unten zu gehen. Spannend ist immer wieder, wie sich die Strecke beim Tag-Nacht-Wechsel verändert und in welche Richtung sich der Grip der Reifen bei kühler werdenden Bedingungen entwickelt.

Das erste und dritte Training finden für gewöhnlich bei höheren Temperaturen statt. Im zweiten Training sowie im Qualifying und Rennen kühlen sich die Luft und der Asphalt merklich ab. Die Teams müssen darauf mit der Fahrwerkseinstellung reagieren. Wer nicht genug Temperatur im Reifenkern aufbaut, rutscht hilflos umher. Pirelli bringt wie üblich die weichsten Reifenmischungen C3, C4 und C5. Dazu gibt es einen Testreifensatz der Mischung C4 für 2021, den die Fahrer im zweiten Training für acht gezeitete Runden fahren müssen.

Technische Updates

Das Saisonfinale hat für Technik-Fans traditionell nicht viel zu bieten. Allerdings könnten einige Rennställe den Trainingsfreitag dafür nutzen, Entwicklungsteile für 2021 zu testen und Grundlagen-Arbeit in Sachen Aerodyanmik zu betreiben. Dafür bietet sich das erste Training bei Tag praktisch an, weil die Streckenverhältnisse nicht repräsentativ sind. Die Regeln ändern sich im Bereich des Unterbodens, der hinteren Bremsbelüftungen und des Diffusors. Wir erwarten deshalb vor allem im ersten Training viele Messgeräte und Sensoren an den Autos.

George Russell - Mercedes - GP Sakhir 2020 - Bahrain
Wilhelm
Darf George Russell den Mercedes von Lewis Hamilton ein zweites Mal fahren?

Die Favoriten

Mercedes ist in der modernen Hybrid-Ära seit 2014 ungeschlagen auf dem 5,554 Kilometer langen Kurs. Egal, ob Hamilton nun im Auto sitzen wird oder sein Edelvertreter George Russell: Die Seriensieger sind der Topfavorit. Daran besteht kein Zweifel. Valtteri Bottas hat nach der schwachen Vorstellung von Bahrain etwas gutzumachen. Der Finne muss zeigen, dass er zurecht in einem Mercedes sitzt.

Red Bull wird sich trotzdem zum Ziel gesetzt haben, mit Max Verstappen die Saison mit einem zweiten Sieg abzuschließen. Der kurvenreiche letzte Abschnitt mit langsamen und mittelschnellen Ecken sollte nach dem Geschmack des RB16 sein. Doch aufgepasst: IM Vorjahr zerstörte Mercedes gerade in jenem Kurven die versammelte Konkurrenz. Die Weltmeister sollten in der Qualifikation dennoch vorne sein. Der W11 ist auf eine Runde eine Bank. Und über die Distanz eigentlich auch nur zu knacken, wenn Mercedes Fehler macht. Das Auto geht schonender mit den Reifen um als der Red Bull.

Racing Point hat in den letzten Rennen bewiesen, die dritte Kraft zu sein. Der dritte Platz im Konstrukteurspokal kann dem Team eigentlich nur entrissen werden, wenn es ein Chaosrennen gibt. Und dafür ist Abu Dhabi nicht bekannt. Zehn Punkte Vorsprung auf McLaren und 22 auf Renault sind zwar kein Ruhepolster, aber zumindest beruhigend. Wir erwarten, dass das Mittelfeld wie üblich eng zusammenliegt. Mit Alpha Tauri als Unruhestifter.

Ferrari sollte besser aussehen als in Bahrain. Der Yas Marina Circuit erfordert keinen ganz so großen Kompromiss beim Setup, sondern Abtrieb. Und den hat Ferrari. In Ungarn, als maximaler Anpressdruck gefragt war, hatte Ferrari eines seiner besten Saisonrennen. Zu mehr als Platz sechs in der Team-WM wird es aber nicht reichen. Ferrari bräuchte schon einen Doppelsieg, um Renault noch abzufangen. Bei einem gleichzeitigen Pannenrennen der Franzosen.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Abu Dhabi 2019

Mercedes zerstörte die Gegner. Lewis Hamilton spazierte von Pole Position zum Rennsieg. Valtteri Bottas rollte nach einem Motorwechsel das Feld von hinten auf. Er wurde immerhin noch Vierter. Wahrscheinlich hätte es sogar für ein Podest gereicht, hätte DRS von Anfang an funktioniert. Ein Fehler im FIA-System legte den Klappflügel an allen Autos bis zur 17. Rennrunde lahm. So wurde die Aufholjagd erschwert.

Max Verstappen kämpfte mit dem Honda-Motor (Ansprechverhalten, Motorbremse) und stumpfen Waffen. Dennoch sah der Niederländer die Zielflagge als Zweiter – 16,7 Sekunden nach Hamilton. Ferrari rettete mit Charles Leclerc den dritten Platz, und konnte sich bei den Kommissaren bedanken, nicht disqualifiziert worden zu sein.

Bei einer Überprüfung der Benzinmenge vor dem Rennen war herausgekommen, dass der Ferrari von Charles Leclerc 4,88 Kilogramm zu viel Benzin mitführte. Das sind 6,6 Liter. Ferrari musste lediglich eine Summe von 50 000 Euro bezahlen. Die größte Strafe für die Italiener war, im Winter innerhalb weniger Monate einen neuen Motor für 2020 bauen zu müssen – ohne Tricks.

Zeitplan GP Abu Dhabi 2020

Datum  Session  Uhrzeit
Freitag, 11.12.2020 1. Training 10-11.30 Uhr
Freitag, 11.12.2020 2. Training 14-15.30 Uhr
Samstag, 12.12.2020 3. Training  11-12.00 Uhr
Samstag, 12.12.2020 Qualifying 14-15.00 Uhr
Sonntag, 13.12.2020 Rennen ab 14.10 Uhr

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights vom GP Abu Dhabi 2019.

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