Vorschau GP Abu Dhabi 2018

Gelingt Vettel doch noch ein Sieg?

Sebastian Vettel - GP Abu Dhabi 2017 Foto: sutton-images.com 74 Bilder

Die Plätze sind vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi weitesgehend bezogen. Nur noch im Mittelfeld wird um die Positionen gerangelt. Für Sebastian Vettel ist es trotzdem wichtig, vor der Winterpause noch ein Ausrufezeichen zu setzen.

Zweimal 90 Minuten und einmal 60 Minuten Training, ein letztes Qualifying und Rennen: Die Formel 1-Saison 2018 schließt an diesem Wochenende in Abu Dhabi ab. Die Fahrer-Weltmeisterschaft ist schon seit Mexiko entschieden. Der Konstrukteurspokal ist seit Brasilien in den Händen von Mercedes. Nur um einzelne Positionen wird noch gerangelt.

In der Fahrerwertung liegen Räikkönen, Bottas und Verstappen auf den Plätzen drei bis fünf nur durch 17 Punkte getrennt. Auch die Frage nach dem besten Mittelfeldpiloten wird in Abu Dhabi beantwortet. Hier geht Nico Hülkenberg mit 11 Zählern Vorsprung vor seinen Verfolgern in das letzte Rennen. In der Teamwertung sind die meisten Positionen bezogen. Spannung herrscht nur noch im Duell um Rang 7 zwischen Sauber und Force India. Die Schweizer müssen 7 Zähler gutmachen, um nächstes Jahr rund 3,5 Millionen Euro mehr aus den Prämientöpfen von Liberty Media zu erhalten.

Neben den WM-Punkten geht es bei Start in der Dämmerung natürlich auch noch einmal um einen Grand-Prix-Sieg. Die Spitzenfahrer können wie schon in Brasilien frei auffahren. Hamilton strebt nach seinem elften Saisonsieg. Vettel nach seinem sechsten. Der Heppenheimer konnte zuletzt in Belgien feiern. Ein Erfolg kurz vor der Winterpause wäre Balsam auf die Seele des Ferrari-Piloten, der sich in den letzten Wochen viel Kritik anhören musste. Ein besonderes Rennen ist es auch für Fernando Alonso, der sich nach seinem 312. Grand Prix von der Formel 1 verabschiedet.

Die Strecke: Yas Marina Circuit

Bei der Einweihung 2009 wurde der Yas Marina Circuit mitten in der Wüste als achtes Weltwunder gefeiert. Mittlerweile hat man sich an den Anblick der glitzernden Formel-1-Oase fast schon gewöhnt. Mehr als eine Milliarde Euro durfte der deutsche Streckendesigner Hermann Tilke angeblich im feinen Sand rund um den Yachthafen verbuddeln, was den Yas Marina Circuit zum teuersten Grand-Prix-Kurs der Welt macht.

Vom Layout konnte die Strecke in Abu Dhabi die Fans bisher noch nicht von den Sesseln reißen. Trotz zwei langen Geraden im Mittelsektor gestaltet sich das Überholen eher schwierig. Unvergessen bleibt Vitaly Petrovs Verteidigungsschlacht, die maßgeblich zu Vettels erstem Titelgewinn 2010 beigetragen hatte. Trotz eines deutlich schnelleren Autos kam Fernando Alonso im Ferrari damals nicht am Russen im Renault vorbei. Erst die Einführung der DRS-Zonen 2011 linderte das Problem. Sebastian Vettel tankte sich 2012 aus der Boxengasse durch das Feld bis auf das Podium.

Fast Facts zum GP Abu Dhabi:

  • Streckenlänge: 5,554 Kilometer
  • Rundenzahl: 55
  • Startzeit: 17.10 Uhr Ortszeit (14.10 Uhr MEZ)
  • Rundenrekord im Rennen: 1:40.279 Min. (Sebastian Vettel – Red Bull RB5, 2009)
  • Absoluter Rundenrekord: 1:36,231 Min. (Valtteri Bottas, Mercedes W08, 2017)
  • Top-Speed: 336 km/h
  • Längste Vollgaspassage: 1.200 Meter (zwischen Kurve 7 & 8)
  • Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 304,5 Meter
  • Länge der Boxengasse: 359,3 Meter
  • DRS-Zonen: auf den Geraden vor Kurve 8 und 11
  • Reifenwahl: hypersoft / ultrasoft / supersoft
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Bremsenbelastung: hoch
  • Spritverbrauch: niedrig

Das Setup:

Die Strecke mixt im ersten kurzen Sektor mittelschnelle und schnelle Kurven. Im zweiten Abschnitt mit den langen Geraden sind Traktion, Höchstgeschwindigkeit und Bremsstabilität gefordert. Elf der 21 Kurven bilden den letzten Streckenteil. Er erinnert mit den Leitplanken an einen Straßenkurs. Hier müssen die Autos maximalen Anpressdruck und viel mechanischen Grip aufbauen.

Pirelli - Infografik - GP Abu Dhabi 2018 Foto: Pirelli
In Abu Dhabi kommt der Hypersoft-Reifen zum Einsatz.

Trotz der langen Vollgasstücke im zweiten Sektor tendiert das Aero-Setup in Richtung High-Downforce. Die wenigen Bodenwellen und flachen Kerbs erlauben es den Ingenieuren, mit der Bodenfreiheit nach unten zu gehen. Spannend ist immer wieder, wie sich die Strecke beim Tag-Nacht-Wechsel entwickelt und wie sich der Grip der Reifen bei kühler werdenden Bedingungen verändert. Das erste und dritte Training finden für gewöhnlich bei hohen Temperaturen statt. Im zweiten Training sowie im Qualifying und Rennen kühlen sich die Luft und der Asphalt merklich ab. Die Teams müssen darauf mit der Fahrwerkseinstellung reagieren. Wer nicht genug Temperatur im Reifenkern aufbaut, rutscht hilflos umher.

Pirelli bringt die weichsten Reifenmischungen mit: hypersoft, ultrasoft und supersoft. Vor allem die ganz weiche Mischung könnte den Ingenieuren etwas Kopfzerbrechen bereiten. Gut möglich, dass wir wie in den letzten Rennen wieder Verschleißprobleme an einigen Autos sehen werden und die Mechaniker an den Schlagschraubern etwas mehr Arbeit bekommen.

Technische Updates:

Das Saisonfinale hat für Technik-Fans traditionell nicht viel zu bieten. Allerdings könnten einige Rennställe den Trainingsfreitag dafür nutzen, Entwicklungsteile für 2018 zu testen und Grundlagen-Arbeit in Sachen Aerodyanmik zu betreiben. Wir erwarten vor allem im ersten Training wie jedes Jahr viele Messgeräte und Sensoren an den Autos.

Die Favoriten:

Lewis Hamilton konnte das letzte Rennen in Brasilien zwar für sich entscheiden, doch die Vormachtstellung der Silberpfeile ist längst dahin. Vor allem Red Bull konnte in den vergangenen Wochen groß aufgeigen, sobald die Lichter der Startampel erloschen. In der Theorie sollte die winkligen Kurven des Wüstenkurses dem RB14 sogar noch besser schmecken als die flüssige Strecke in Interlagos mit ihrer langen Bergaufgerade. Ferrari ist wie immer eine Wundertüte. Die Leistungen des roten Autos waren zuletzt sehr inkonstant.

Lewis Hamilton - GP Brasilien 2018 Foto: sutton-images.com
Hat der Mercedes-Motor von Hamilton das Brasilien-Rennen überlebt?

Ein Fragezeichen schwebt noch über Lewis Hamilton. Der Spec-3-Motor lief in Brasilien mehrere Runden zu heiß. Die Ingenieure wissen nicht, ob er eine weitere Renndistanz überlebt. Das Aggregat soll im Freien Training getestet werden. Die Spec1- und Spec2-Motoren haben jeweils schon sieben Rennen auf dem Buckel und sind damit auch nicht mehr verfügbar. Wenn es dumm läuft, muss Hamilton also ein viertes Triebwerk einbauen lassen, was eine Rückversetzung ans Ende des Feldes zur Folge hat.

Im Mittelfeld erwarten wir wieder enge Kämpfe. Während in Brasilien vor allem die Kundenteams von Mercedes und Ferrari aufgeigten, sollte das Kräfteverhältnis in Abu Dhabi wieder etwas ausgeglichener sein. Renault sollte wieder in der Lage sein um die Punkteplätze zu kämpfen, muss sich aber auf Gegenwehr von Sauber, Force India und HaasF1 einstellen. Gespannt sein darf man auf die Vorstellung von Toro Rosso. Mit der letzten Honda-Ausbaustufe ist auch das B-Team von Red Bull ein Punktekandidat.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Abu Dhabi 2017

In der Saison 2017 konnte Valtteri Bottas das Rennen in Abu Dhabi gewinnen. Mit einem guten Start von Pole Position setzte der Finne schon früh den Grundstein zum dritten Erfolg der Saison. In den relativ ereignisarmen 55 Runden danach kam Verfolger Lewis Hamilton zwar immer mal wieder nah ran, fand aber keinen Weg vorbei.

Sebastian Vettel Vettel landete mit 15,4 Sekunden Rückstand abgeschlagen auf Rang drei, vor Teamkollege Räikkönen und Max Verstappen im Red Bull. Nico Hülkenberg sicherte Renault mit Rang 6 auch den sechsten Platz in der Teamwertung. Teamkollege Carlos Sainz sorgte für die spektakulärste Szene des Rennens. Der Spanier rollte in Runde 31 mit einem losen Rad aus. Felipe Massa landete in seinem letzten Formel-1-Rennen auf Rang 10.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights vom GP Abu Dhabi 2017.

Zeitplan GP Abu Dhabi 2018

Session Termin
Freies Training 1 Freitag, 23. November - 10.00 Uhr
Freies Training 2 Freitag, 23. November - 14.00 Uhr
Freies Training 3 Samstag, 24. November - 11.00 Uhr
Qualifikation Samstag, 24. November - 14.00 Uhr
Rennen Sonntag, 25. November - 14.10 Uhr
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