Lewis Hamilton & Max Verstappen - GP Abu Dhabi 2018 Motorsport Images
Sebastian Vettel - GP Abu Dhabi 2018
Podium - GP Abu Dhabi 2018
Lewis Hamilton - GP Abu Dhabi 2018
Pirelli - GP Abu Dhabi 2018 57 Bilder

Vorschau GP Abu Dhabi

Final-Feuerwerk unter Flutlicht

In Abu Dhabi steht das letzte Rennen der Formel-1-Saison auf dem Programm. Fackelt die Königsklasse wieder so ein Feuerwerk ab wie zuletzt in Sao Paulo? In der Vorschau haben wir alle wichtigen Infos zum Wüsten-Grand-Prix.

Zweimal 90 Minuten und einmal 60 Minuten Training, ein letztes Qualifying und das Rennen: Die Formel 1-Saison 2019 schließt an diesem Wochenende in Abu Dhabi ab. Dabei haben die Fans doch gerade erst richtig Blut geleckt. Die Top-3-Teams liegen aktuell fast auf einem Level. Die letzten Rennen waren allesamt extrem unterhaltsam. Das Spektakel gipfelte schließlich im verrückten Action-Kracher von Sao Paulo.

Die 20 Piloten können frei von Zwängen aufgeigen. Die Fahrer-Weltmeisterschaft ist schon seit Austin entschieden. Der Konstrukteurspokal ist seit Mexiko in den Händen von Mercedes. Was das für Folgen haben kann, zeigte Ferrari unfreiwillig in Brasilien. Weil Platz zwei in der Teamwertung sicher ist, ließ Mattia Binotto Sebastian Vettel und Charles Leclerc gegeneinander kämpfen. Der Ausgang ist bekannt.

Jeder Pilot würde sich natürlich gerne mit einem Sieg in die Ferien verabschieden. Vor allem Sebastian Vettel könnte ein Erfolgserlebnis noch gut gebrauchen. Der Heppenheimer stand dieses Jahr nur ein einziges Mal ganz oben auf dem Treppchen. Ein Erfolg kurz vor der Winterpause wäre Balsam auf die Seele des Ferrari-Piloten. Beim Saisonfinale ist aber auch ein bisschen Wehmut mit im Spiel. Robert Kubica und Nico Hülkenberg werden nächstes Jahr wohl nicht mehr dabei sein.

Die Strecke: Yas Marina Circuit

Bei der Einweihung 2009 wurde der Yas Marina Circuit mitten in der Wüste als achtes Weltwunder gefeiert. Mittlerweile hat man sich an den Anblick der glitzernden Formel-1-Oase gewöhnt. Mehr als eine Milliarde Euro durfte der deutsche Streckendesigner Hermann Tilke angeblich im feinen Sand rund um den Yachthafen verbuddeln, was den Yas Marina Circuit zum teuersten Grand-Prix-Kurs der Welt macht.

Vom Layout konnte die Strecke in Abu Dhabi die Fans bisher noch nicht von den Sesseln reißen. Trotz zwei langer Geraden im Mittelsektor gestaltet sich das Überholen eher schwierig. Unvergessen bleibt Vitaly Petrovs Verteidigungsschlacht, die maßgeblich zu Vettels erstem Titelgewinn 2010 beigetragen hatte. Trotz eines deutlich schnelleren Autos kam Fernando Alonso im Ferrari damals nicht am Russen im Renault vorbei. Erst die Einführung der DRS-Zonen 2011 linderte das Problem. Sebastian Vettel tankte sich 2012 aus der Boxengasse durch das Feld bis auf das Podium.

Pirelli - Infografik - GP Abu Dhabi 2019
Pirelli
In Abu Dhabi kommen die weichsten Reifen aus dem Pirelli-Sortiment zum Einsatz.

Fast Facts zum GP Abu Dhabi:

  • Streckenlänge: 5,554 Kilometer
  • Rundenzahl: 55
  • Startzeit: 17.10 Uhr Ortszeit (14.10 Uhr MEZ)
  • Rundenrekord im Rennen: 1:40.279 Min. (Sebastian Vettel – Red Bull RB5, 2009)
  • Absoluter Rundenrekord: 1:34,794 Min. (Lewis Hamilton, Mercedes W09, 2018)
  • Top-Speed: 338 km/h
  • Längste Vollgaspassage: 1.200 Meter (zwischen Kurve 7 & 8)
  • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 201,5 Meter
  • Länge der Boxengasse: 358,2 Meter
  • DRS-Zonen: auf den Geraden vor Kurve 8 und 11
  • Reifenwahl: C3, C4 & C5
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Bremsenbelastung: hoch
  • Spritverbrauch: niedrig

Das Setup:

Die Strecke mixt im ersten kurzen Sektor mittelschnelle und schnelle Kurven. Im zweiten Abschnitt mit den langen Geraden sind Traktion, Höchstgeschwindigkeit und Bremsstabilität gefordert. Elf der 21 Kurven bilden den letzten Streckenteil. Er erinnert mit den Leitplanken an einen Straßenkurs. Hier müssen die Autos maximalen Anpressdruck und viel mechanischen Grip aufbauen.

Trotz der langen Vollgasstücke im zweiten Sektor tendiert das Aero-Setup in Richtung High-Downforce. Die wenigen Bodenwellen und flachen Kerbs erlauben es den Ingenieuren, mit der Bodenfreiheit nach unten zu gehen. Spannend ist immer wieder, wie sich die Strecke beim Tag-Nacht-Wechsel verändert und in welche Richtung sich der Grip der Reifen bei kühler werdenden Bedingungen entwickelt.

Das erste und dritte Training finden für gewöhnlich bei hohen Temperaturen statt. Im zweiten Training sowie im Qualifying und Rennen kühlen sich die Luft und der Asphalt merklich ab. Die Teams müssen darauf mit der Fahrwerkseinstellung reagieren. Wer nicht genug Temperatur im Reifenkern aufbaut, rutscht hilflos umher. Pirelli bringt wie üblich die weichsten Reifenmischungen C3, C4 und C5. Wir sind gespannt, ob es damit mehr als nur einen Boxenstopp pro Auto gibt.

Technische Updates:

Das Saisonfinale hat für Technik-Fans traditionell nicht viel zu bieten. Allerdings könnten einige Rennställe den Trainingsfreitag dafür nutzen, Entwicklungsteile für 2019 zu testen und Grundlagen-Arbeit in Sachen Aerodyanmik zu betreiben. Die Chassis-Regeln ändern sich zum kommenden Jahr bekanntlich kaum. Was man jetzt noch lernt, kann man auch in die kommende Fahrzeuggeneration einfließen lassen. Wir erwarten deshalb vor allem im ersten Training viele Messgeräte und Sensoren an den Autos.

Nico Hülkenberg - GP Abu Dhabi 2018
sutton-images.com
Nico Hülkenberg beendete seine Saison letztes Jahr in Abu Dhabi kopfüber liegend.

Die Favoriten:

Abu Dhabi ist Mercedes-Land. Fünf Mal in Folge konnten die Silberpfeile in der Wüste triumphieren. Und auch in dieser Saison sehen wir Lewis Hamilton und Valtteri Bottas in der Favoritenstellung. Die Strecke liegt im Gegensatz zu Sao Paulo deutlich tiefer, fast auf Meereshöhe, weshalb Mercedes gegenüber Red Bull wieder einen leichten Motorvorteil haben sollte.

Dazu gibt es viele enge Kurven, die dem Ferrari bekanntlich nicht so gut schmecken. Die verschleißfreudigen weichen Reifen könnten Sebastian Vettel und Charles Leclerc ebenfalls etwas einbremsen, vor allem über die Distanz im Rennen. Die Abstände der drei Top-Teams sind allerdings so eng, dass am Ende ein gutes Setup, die Strategie und die Tagesform über den Sieg entscheiden werden.

Im Mittelfeld wird es ebenfalls richtig spannend. McLaren dürfte nach dem Eindruck der letzten Rennen einen leichten Vorteil besitzen. Im Kampf um WM-Punkte werden es Carlos Sainz und Lando Norris vor allem mit den Renault und den Toro Rosso zu tun bekommen. Aber auch Haas könnte eine Überraschung landen. Auf kühlem Asphalt fühlen sich die US-Renner besonders wohl.

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Abu Dhabi 2018

Der beste Fahrer des Jahres gewann 2018 auch das Saisonfinale. Von der Pole Position krönte Lewis Hamilton seinen WM-Titel souverän mit dem elften Saisonsieg. Erleichtert wurde ihm die Arbeit durch eine virtuelle Safety-Car-Phase in der achten Runde, die Mercedes zum Pflichtboxenstopp nutzte. Danach musste Hamilton von der Spitze nur noch die Reifen in Schuss halten und den Abstand zur Konkurrenz kontrollieren.

Valtteri Bottas konnte die Pace seines Teamkollegen nicht mitgehen. Von Rang zwei gestartet verlor der Finne im Laufe des Rennens einige Positionen. Erst schlüpfte Sebastian Vettel vorbei, dann auch noch die beiden Red Bull von Max Verstappen und Daniel Ricciardo. Für die spektakulärste Szene des Abends sorgte Nico Hülkenberg, der nach einer Kollision mit Romain Grosjean kopfüber neben der Bande liegen blieb.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights vom GP Abu Dhabi 2018.

Zeitplan GP Abu Dhabi 2019

Session Termin
Freies Training 1 Freitag, 29. November - 10.00 Uhr
Freies Training 2 Freitag, 29. November - 14.00 Uhr
Freies Training 3 Samstag, 30. November - 11.00 Uhr
Qualifikation Samstag, 30. November - 14.00 Uhr
Rennen Sonntag, 1. Dezember - 14.10 Uhr
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