Vorschau GP Bahrain 2018

Action-Garantie unter Flutlicht

Jolyon Palmer - Marcus Ericsson - Fernando Alonso - GP Bahrain 2017 - Formel 1 Foto: Wilhelm 61 Bilder

In Bahrain geht das Duell Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton in die zweite Runde. Kann der Weltmeister unter Flutlicht zurückschlagen? Wir haben die wichtigsten Informationen zum Wüsten-Grand-Prix in unserer Vorschau.

Der Saisonstart in Melbourne war noch nicht das große Spektakel, das sich die Fans zum Auftakt in das F1-Jahr 2018 gewünscht haben. Dank des Strategie-Patzers von Mercedes kamen wenigstens die deutschen Zuschauer auf ihre Kosten. Sebastian Vettel gewann überraschend und übernahm damit die Spitze in der Fahrerwertung.

Ohne das Pech mit der Taktik und dem virtuellen Safety-Car wäre Lewis Hamilton aber wohl nicht zu schlagen gewesen. Der Champion will in Bahrain natürlich direkt beweisen, dass Australien nur ein unglücklicher Ausrutscher war. Und auch Teamkollege Valtteri Bottas steht nach seinem Qualifying-Patzer unter Druck. Will er seinen Platz bei Mercedes behalten, darf er sich keine Fehler mehr erlauben. Daniel Ricciardo soll bereits an die Tür geklopft haben.

Nicht nur die Ausgangslage sorgt für Spannung, auch das Streckenlayout ist ein Garant dafür, dass den Fans in Bahrain stets ein großes Spektakel geboten wird. Die Geraden sind lang. Es bieten sich mehrere gute Überholmöglichkeiten. Im vergangenen Jahr zählten die Statistiker immerhin 20 Platzwechsel im Rennen. Wenige Überraschungen bietet dagegen das Wetter. Auch für die 2018er Ausgabe des Bahrain-Grand-Prix haben die Meteorologen wieder das ganze Wochenende trockene Hitze vorhergesagt.

Die Strecke: Bahrain International Circuit

Infografik - GP Bahrain 2018 - Pirelli Foto: Pirelli
Pirelli erwartet zwei Boxenstopps in Bahrain.

Das Streckenlayout des Bahrain International Circuit hat für alle etwas zu bieten. Gleich vier Mal pro Runde beschleunigen die Autos auf über 300 km/h. Zwischen den langen Geraden sorgen viele langsame Kurven dafür, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 200 km/h für Formel 1-Verhältnisse nur mittelmäßig schnell ist.

Bahrain geht besonders auf das Material. Der hohe Vollgasanteil und der feine Sand in der Luft setzen den Motoren zu. Fünf extreme Verzögerungsstellen treiben auch die Bremsen an die Belastungsgrenze. Besondere Beachtung verdient in Bahrain der Grip-Level. Der Wind trägt mit der Zeit eine kleine aber feine Schicht Wüstensand auf die Piste. Das hat zur Folge, dass sich die Haftung auf der Ideallinie über das gesamte Wochenende stark verbessert. Neben der Ideallinie bleibt es dagegen sehr rutschig, was das Überholen erschwert.

Fast Facts zum GP Bahrain:

  • Streckenlänge: 5,412 km
  • Rundenzahl: 57
  • Renndistanz: 308,238 km
  • Anzahl Kurven: 15 (6 links / 9 rechts)
  • Rundenrekord: 1:31.447 min. (Pedro de la Rosa, 2005)
  • Top-Speed: 339 km/h
  • Entfernung Start bis Scheitel Kurve 1: 501 Meter
  • Länge Boxengasse: 420 Meter (Zeitverlust: ca. 21 Sekunden)
  • DRS-Zonen: vor Kurve 1 und vor Kurve 11
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 40 Prozent
  • Reifen: Medium / Soft / Supersoft

Das Setup:

Die kurvige Strecke in Sakhir verlangt von den Autos viel Abtrieb. Vor allem auf der Hinterachse ist Grip und Traktion beim Beschleunigen und Bremsen wichtig. Die Heckflügel werden deshalb – trotz der langen Geraden – fast maximal angestellt. Früher müssen die Bremshutzen wegen der hohen Temperaturen etwas größer ausgelegt sein. Durch die Verlegung der Startzeit in den Abend ist die Hitzeproblematik deutlich entspannter.

Der Asphalt ist topfeben, Bodenwellen und hohe Kerbs gibt es keine. Die Teams können somit geringe Bodenfreiheiten fahren. Um die Traktion aus den langsamen Kurven zu verbessern und den Reifenverschleiß zu begrenzen, ist aber etwas Federweg auf der Hinterachse zu empfehlen.

Da die Temperaturen vom Start bis zum Ziel um bis zu 15°C fallen können, sind Verschiebungen des Kräfteverhältnisses im Laufe des Rennens möglich, je nachdem in welches Temperaturfenster das Setup besser passt. Die Ingenieure müssen im ersten und dritten Freien Training bei Tageslicht aufpassen, dass sie sich von den heißeren Temperaturen nicht in die Irre führen lassen. Mit mehr Gummi und weniger Sand verbessert sich der Grip auf der Ideallinie stark im Laufe des Wochenendes.

Technik-Updates:

Zum zweiten Rennen des Jahres erwarten wir wieder viele neue Teile an den Autos. Bei Ferrari soll ein neuer Diffusor sein Renndebüt feiern. McLaren will den vorderen Teil des Unterbodens modifizieren. Force India hofft mit einem neuen Frontflügel das in Melbourne begonnen Upgrade-Paket erfolgreich zu komplettieren. Und auch bei Red Bull soll noch etwas nachgelegt werden. Konkretes wollten die Ingenieure aber noch nicht verraten. Mercedes hat dagegen angekündigt, bis Barcelona mit größeren Umbauten zu warten.

Die Favoriten:

Ferrari - Technik-Upgrades - GP Australien 2018 Technik-Upgrades GP Australien Ferrari-Ingenieure rüsten auf

Der Sieger des ersten Rennens hieß Sebastian Vettel, trotzdem geht der Heppenheimer nicht als Favorit in den zweiten Lauf des Jahres. Mercedes präsentierte sich bei freier Fahrt einfach zu dominant. Es ist kaum vorstellbar, dass Ferrari diesen Rückstand innerhalb von nur zwei Wochen wettgemacht hat. Immerhin sollte es für die Scuderia im Duell gegen Red Bull etwas besser aussehen. Der Power-Vorteil des Motors wirkt sich in Bahrain noch stärker aus.

Im Mittelfeld will HaasF1 endlich die Früchte der guten Form einfahren. In Australien verhinderte das doppelte Boxenstopp-Pech eine fette Punkteausbeute. Wenn in Bahrain alles normal läuft, sehen wir Romain Grosjean und Kevin Magnussen von der Papierform her im Vorteil gegen die Konkurrenz von McLaren und Renault.

Interessant wird sein, ob bei Force India endlich der erwartete Aufschwung kommt. In Melbourne verpasste das Team aus Silverstone knapp die Punkte. Für Toro Rosso, Williams und Sauber dürfte es in Bahrain dagegen richtig schwer werden. Nur wenn die Konkurrenz schwächelt, könnten ein paar WM-Zähler für die Hinterbänkler-Teams herausspringen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Bahrain 2017:

In der vergangenen Saison erlebten die Fans ein spannendes Rennen, bei dem sich Mercedes zu viele Fehler erlaubte. Nach dem Qualifying standen Bottas und Hamilton noch gemeinsam in der ersten Reihe. Doch schon am Start schnappte sich Vettel den ersten Silberpfeil von Hamilton. Mit einem frühen Stopp versuchte der Heppenheimer auch Bottas aufzuschnupfen. Wegen eines Problems mit den Mercedes-Schlagschraubern gelang die Ferrari-Taktik-Attacke erfolgreich.

Der verzögerte Boxenstopp von Bottas brachte auch Hamilton in die Bredouille. Eine Safety-Car-Phase hatte beide Mercedes gleichzeitig zum Reifenwechsel gezwungen. Hamilton versuchte seine Verfolger durch absichtliches Langsamfahren aufzuhalten, während Bottas abgefertigt wurde. Doch die Sportkommissare brummten ihm für den unfairen Trick eine 5-Sekunden-Strafe auf, die ihn kurzzeitig hinter Daniel Ricciardo warf.

Doch Hamilton zeigte in der zweiten Rennhälfte ein gutes Tempo und schob sich von Rang vier noch bis auf Platz zwei nach vorne. Nur Sebastian Vettel blieb unerreichbar. Der Heppenheimer fuhr am Ende entspannt mit 6,6 Sekunden Vorsprung über die Linie. Platz vier hinter den beiden Mercedes belegte Kimi Räikkönen, der Ricciardo noch eine Position nach hinten schieben konnte.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder des spektakulären Bahrain Grand Prix 2017.

Zeitplan GP Bahrain 2018:

Zeitplan GP Bahrain 2018

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 06. April – 13.00 Uhr
Freies Training 2 06. April – 17.00 Uhr
Freies Training 3 07. April – 14.00 Uhr
Qualifying 07. April – 17.00 Uhr
Rennen 08. April – 17.10 Uhr
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