Start - Formel 1 - GP Bahrain 2018 Wilhelm
Kimi Räikkönen - Formel 1 - GP Bahrain 2018
Max Verstappen - Formel 1 - GP Bahrain 2018
Daniel Ricciardo - Formel 1 - GP Bahrain 2018
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Bahrain 2018 69 Bilder

Vorschau GP Bahrain 2019

Wieder Mercedes, oder schlägt Ferrari zurück?

Mercedes teilte in Australien aus. Doppelsieg, schnellste Rennrunde, 44 Punkte von 44 möglichen Zählern. In Bahrain steht Ferrari deshalb bereits unter Zugzwang. War Melbourne ein Ausrutscher, oder hat der SF90 ein grundlegendes Problem?

Es war ein Traumstart für Mercedes. Es war ein guter für die neue Kombination Red Bull und Honda. Und ein schlechter für Ferrari. Hoch gejubelt, tief gefallen. Der Ausgang des GP Australien überraschte die Experten. Mercedes bügelte die Konkurrenz, obwohl es nach den Testfahrten nicht danach ausgesehen hatte.

Zwei Wochen später wetteifern die 20 Piloten in Bahrain um den nächsten Sieg. Nach der überzeugenden Vorstellung vom Saisonauftakt rückt Mercedes automatisch in die Favoritenrolle. Das Weltmeister-Team selbst stapelt tief, und sieht sich weiterhin als Herausforderer. „Egal wie man das Ergebnis aus Melbourne deutet, unsere Einstellung hat sich dadurch nicht verändert. Ein Rennen allein bestimmt nicht das Kräfteverhältnis für den Rest der Saison“, sagt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Da will jemand geschickt den Fokus von seinem Team lenken.

Die schärfsten Gegner bleiben Ferrari und Red Bull. „Wir haben das Potential im Paket von Ferrari in Barcelona gesehen und erwarten, dass sie in Bahrain gestärkt zurückkommen werden und auch Red Bull vorne mitmischen wird.“ Wenn es so kommt, wie Wolff prophezeit, werden Silber, Rot und Dunkelblau unter Flutlicht gegeneinander kämpfen. Bahrain ist neben Singapur und Abu Dhabi eines von drei Rennen, das bei Nacht ausgetragen wird.

Die Strecke: Bahrain International Circuit

In Bahrain zählen Traktion, Motorleistung und Bremsstabilität. 64 Prozent der Runde stehen die Fahrer gemessen an der Rundenzeit voll auf dem Gas. Gleich vier Mal pro Runde beschleunigen sie auf über 300 km/h. Zwischen den langen Geraden bremsen viele langsame Kurven die Autos ein. Beschleunigen, Bremsen: Das geht vor allem auf die Hinterreifen. Wer ein reifenschonendes Chassis gebaut hat, ist hier im Vorteil. Auch der Fahrer kann über die Fahrweise die Reifen bis zu einem gewissen Grad schonen.

Das erste und dritte Training findet unter Tageslicht bei Hitze statt. Die Bedingungen sind sind daher nicht wirklich repräsentativ für Qualifying und Rennen, wo es um bis zu 20 Grad kühler ist. Ingenieure und Fahrer müssten achtgeben, sich nicht mit dem Setup zu verzetteln.

Start - GP Australien 2019
Aktuell

Bahrain geht besonders auf das Material. Der hohe Vollgasanteil setzt den Motoren zu. Fünf extreme Verzögerungsstellen treiben auch die Bremsen an die Belastungsgrenze. Der eher raue Sand hat einen negativen Einfluss auf die Aerodynamik-Oberflächen. Besondere Beachtung verdient in Bahrain der Grip-Level. Der Wind trägt mit der Zeit eine kleine, aber feine Schicht Wüstensand auf die Piste. Das hat zur Folge, dass sich die Haftung auf der Ideallinie über das gesamte Wochenende stark verbessert. Neben der Ideallinie bleibt es dagegen sehr rutschig, was die Jagd nach der perfekten Runde im Qualifying und das Überholen erschwert.

Die FIA schreibt 2019 drei DRS-Zonen aus. Zumindest laut Mercedes. Ferrari spricht in seiner Vorschau von nur zwei Bereichen, wo der Heckflügel umgeklappt werden darf.

Fast Facts zum GP Bahrain:

  • Streckenlänge: 5,412 km
  • Rundenzahl: 57
  • Renndistanz: 308,484 km
  • Anzahl Kurven: 15 (6 links / 9 rechts)
  • Rundenrekord im Rennen: 1:31.447 Min. (Pedro de la Rosa, 2005)
  • Absoluter Rundenrekord: 1:27.958 Min. (Sebastian Vettel, Q3, 2018)
  • Top-Speed (Rennen 2018): 340 km/h (Romain Grosjean)
  • Distanz Pole zu Scheitelpunkt Kurve 1: 346,1 Meter
  • Länge Boxengasse: 420 Meter (Zeitverlust bei 80 km/h: ca. 19 Sekunden)
  • DRS-Zonen: zwischen T15-T1, T3-T4, T10-11
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 40 Prozent
  • Reifen: C1/C2/C3 (härteste Mischungen)

Das Setup:

In Bahrain ist ein guter Kompromiss gefragt. Auf den langen Geraden sollte das Auto möglichst wenig Luftwiderstand aufbauen, was im Umkehrschluss für kleine Flügel sprechen würde. Doch in den 15 Kurven muss vor allem die Hinterachse auf dem Asphalt kleben. Beim Anbremsen, Einlenken und Beschleunigen. Zu klein dürfen die Flügel also nicht sein. Ansonsten verliert man insbesondere zu viel Zeit im technisch angehauchten Mittelsektor, wo fast die Hälfe der Kurven steckt. Und noch etwas. Mit zu wenig Anpressdruck geraten die Autos außerdem ins Rutschen. Wer rutscht, überhitzt seine Reifen.

Früher mussten die Bremshutzen wegen der hohen Temperaturen etwas größer ausgelegt werden. Durch die Verlegung der Startzeit in den Abend ist die Hitzeproblematik deutlich entspannter. Der Asphalt ist nicht mehr ganz so eben wie in den ersten Jahren. Bahrain steht seit 2004 im Rennkalender. Doch es gibt immer noch relativ wenige Bodenwellen. Vor allem, wenn man den Vergleich zur Buckelpiste im Melbourner Albert Park zieht. Die Ingenieure können die Autos tief einstellen. Um die Traktion aus den langsamen Kurven zu verbessern und den Reifenverschleiß zu begrenzen, ist aber etwas Federweg auf der Hinterachse zu empfehlen.

Da die Temperaturen vom Start bis zum Ziel um bis zu 20°C fallen können, sind Verschiebungen des Kräfteverhältnisses im Laufe des Rennens möglich, je nachdem in welches Temperaturfenster das Setup besser passt. Die Ingenieure müssen im ersten und dritten Freien Training bei Tageslicht aufpassen, dass sie sich von den heißeren Temperaturen nicht in die Irre führen lassen. Mit mehr Gummi und weniger Sand verbessert sich der Grip auf der Ideallinie stark im Laufe des Wochenendes.

Pirelli verschickt nach Bahrain die drei härtesten Mischungen: C1, C2, C3. Rennleiter Mario Isola begründet es mit dem rauen Asphalt und dem Streckenlayout, das die Hinterreifen frisst. Die Topteams sind sich weitesgehend einig. Lewis Hamilton, Valtteri Bottas, Sebastian Vettel, Charles Leclerc und Max Verstappen dürfen je einen harten Satz, drei Mediums und neun Softs verbraten. Nur Pierre Gasly tanzt mit zwei harten und acht weichen Sätzen aus der Reihe.

Technik-Updates:

Ferrari hatte nach der Schlappe von Australien viel Arbeit in Maranello zu verrichten. Das Team musste begreifen, warum man das Potential des SF90 nicht abrufen konnte. Ingenieure und Fahrer sind überzeugt, dass man ein schnelles Auto hat. Team- und Technikchef Mattia Binotto spricht von Korrekturen, die man vorgenommen habe, ohne näher darauf einzugehen. Korrekturen an der Aerodynamik, den mechanischen Komponenten, dem Setup?

Renault kündigt Aerodynamik-Upgrades an. Chassis-Direktor Nick Chester spricht von Updates an der Verkleidung, welche die Kühlleistung erhöhen, und von mechanischen und aerodynamischen Teilen. Racing Point will auf das Neuheiten-Festival von Melbourne ein kleines Upgrade folgen lassen.

Die Favoriten:

Sebastian Vettel hat bereits vier Mal in Bahrain gewonnen. Zwei Mal auf Ferrari (2017, 2018) und zwei Mal auf Red Bull (2012, 2013). Damit ist der Heppenheimer der Rekordsieger in der Wüste. Trotzdem ist er für das zweite Rennen des Jahres nicht der Favorit. Dafür war Mercedes in Australien zu dominant.

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Australien 2019 - Melbourne
Aktuell

Auf Ferrari wartet ein wichtiges Wochenende. Wenn man auch in Bahrain hinterherfährt, drohen bereits früh die WM-Titel zu entgleiten. Ferrari muss seine Balance- und Setup-Probleme lösen. In Bahrain warten vor allem Kurven mit kurzen Radien. Genau da verloren die roten Autos in Melbourne dramatisch Zeit auf Mercedes. Schnelle Ecken fehlen im Layout. Bahrain wird zeigen, ob Australien ein Ausrutscher war oder Ferrari ein grundlegendes Problem mit seinem Auto hat.

Red Bull und Honda starteten mit einem Podium. Daran will die englisch-japanische Partnerschaft in Bahrain anknüpfen. Es wird die erste echte Bewährungsprobe für den Honda-V6. Gleiches gilt für den überarbeiteten Renault-Motor. Im Mittelfeld entscheiden Streckenlayout, Verhältnisse und Tagesform. Haas dürfte mit seinem Auto und dem Ferrari-Motor die besten Karten haben.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Bahrain 2018:

In der vergangenen Saison erlebten die Fans einen echten Thriller. Sebastian Vettel rettete den Sieg vor Valtteri Bottas um gerade einmal sieben Zehntelsekunden über die Linie. Der Deutsche war schon in der 18. Runde zum ersten Boxenstopp abgebogen, um einen Undercut seines Verfolgers Valtteri Bottas zu verhindern. Ferrari stellte seine Fahrer auf eine Zweistopp-Strategie ein.

Mercedes taktierte anders: Man wechselte später als Ferrari die Reifen und ging auf die Medium-Gummis, um die Distanz mit einem Stopp zu überbrücken. Nachdem Ferrari den zweiten Boxenstopp von Kimi Räikkönen verpatzt hatte, und sich ein Mechaniker das Bein brach, stellten die Strategen um. Vettel musste auf dem zweiten Reifensatz den Grand Prix beenden.

Im Schlussspurt kam Verfolger Bottas mit den härteren und frischeren Medium-Gummis immer näher ran. Eine Runde vor dem Ende hing der Mercedes dem Ferrari direkt im Getriebe. Doch Vettel blieb trotz der abgewetzten Schlappen fehlerlos und bot seinem Konkurrent keine Angriffsfläche.

Lewis Hamilton startete nach einem Getriebetausch nur vom neunten Platz, landete aber auf dem Podium. Pierre Gasly wurde im Toro Rosso sensationell Vierter vor Kevin Magnussen im Haas.

Zeitplan GP Bahrain 2019:

Zeitplan GP Bahrain 2019

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 29. März - 12 Uhr
Freies Training 2 29. März - 16 Uhr
Freies Training 3 30. März - 13 Uhr
Qualifying 30. März - 16 Uhr
Rennen 31. März - 17:10 Uhr
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