Vorschau GP Belgien

Ardennen-Spektakel

Foto: Wolfgang Wilhelm 54 Bilder

In Spa wartet am Wochenende (5. bis 7.9.) wieder eine der letzten großen Herausforderungen auf die Formel 1-Piloten. Die Hochgeschwindigkeits-Achterbahn in den Ardennen verzeiht wie immer keine Fehler.

Blieb in Valencia die groß angekündigte Action noch aus, so können sich die Fans in Spa wieder auf viel Spannung und spektakuläre Manöver freuen. Neben den vielen anspruchsvollen und Fehler provozierenden Kurven sowie einigen guten Überholstellen sorgt in Belgien auch immer wieder das Wetter für erhöhten Pulsschlag bei den Piloten im Auto und den Strategen an der Box.

Mit über sieben Kilometern Länge ist Spa die längste Strecke im Kalender. Zusammen mit dem unbeständigen Ardennen-Wetter kann das dazu führen, dass es an einer Stelle der Strecke regnet, und auf der anderen Seite noch trocken ist. Die Herausforderung Spa trägt vor allem den Namen Rouge. Die spektakuläre Kurvenkombination den Berg hinauf wird mit über 300 km/h bewältigt. Trotz der verstärkten Lenkarbeit ist die Passage mit knapp zwei Kilometern und insgesamt 24 Sekunden das längste Vollgasstück des F1-Kalenders.

Strecke für echte Männer

Die Piloten gaben sich vor der Anreise wie immer voller Vorfreude. "Für fast jeden Pilot ist Spa die Lieblingsstrecke. Und wer die Strecke nicht so mag sagt es trotzdem, weil man in Spa noch den ganzen Mann sieht", beschreibt Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Stimmung unter den Fahrern. Man dürfe die Herausforderung nicht geringschätzen, warnt Haug. "Es gibt so viele schnelle Ecken, da darf nichts kaputt gehen."

Nach den Erfahrungen auf den bisherigen schnellen Strecken gilt McLaren in Belgien als klarer Favorit. Neben den vielen langen Kurven spricht auch das voraussichtlich kühle Wetter und die beiden härtesten Reifenmischungen für die Silberpfeile. Doch Hamilton-Verfolger Massa bleibt nach seinem Sieg in Valencia optimistisch: "Letztes Jahr bin ich Zweiter geworden und wir haben hier einen Doppelsieg gefeiert. Ich hoffe, dass wir diese Leistung wiederholen und vor den McLaren bleiben können." Für einen Ferrari-Erfolg spricht, dass es in den langen Kurven keine Probleme beim Reifen-Anwärmen geben sollte.

Breites Verfolgerfeld

Dahinter beginnt wieder das Rätselraten um die Reihenfolge hinter dem rot-silbernen Spitzenduo. BMW, als erster Verfolger, sieht sich selbst gut gerüstet für die Herausforderung: "Wir wollen in Spa wieder mit beiden Autos solide in die Punkteränge fahren", gibt Teamchef Mario Theissen als Losung aus. Dabei ist vor allem Nick Heidfeld angesprochen, der nach seinem punktlosem Abschneiden in Valencia teamintern weiter unter Druck steht. 

BMW-Technikchef Willy Rampf erklärt das Erfolgsrezept in Spa: "Eine hohe aerodynamische Effizienz ist sehr wichtig, weil man in den schnellen Kurven des Mittelteils viel Abtrieb benötigt, gleichzeitig am Ende der langen Geraden viel Top-Speed braucht, um Überholen zu können." Der Mittelteil ist der wichtigste Streckenabschnitt. Hier werden die entscheidenden Sekunden gemacht. Aufpassen müssen die Ingenieure auch auf die Bodenfreiheit: Zahlreiche Bodenwellen auf den teils öffentlichen Straßen lassen die Karosserie immer wieder aufsetzen und sorgen für eine unruhige Straßenlage.

Gute Strecke für die Bullen

Die schnellen Kurven sollten vor allem den Schwesterteams Red Bull und Toro Rosso liegen. "Für langsamere Kurven fehlt uns einfach der Abtrieb", gab jüngst auch Seastien Vettel zu. In Belgien versucht das B-Team seinen Aufwärtstrend fortzuführen und dem großen Bruder wieder in Schach zu halten. Hilfreich ist dabei sicherlich der PS-Vorteil, den der Ferrari-Motor gegenüber dem Renault-Triebwerk im Red Bull ausspielen kann.

Im Konzert der Großen will auch wieder Toyota mitspielen. Zuletzt fuhren die Japaner beständig in die Punkte. Allerding fährt Timo Glock am Wochenende das erste Mal mit einem Formel 1-Auto über die Strecke. "Ich reise mit viel Selbstvertrauen nach Belgien, da unsere Vorstellung in den letzten Rennen sehr beeindrucken war." Ähnlich wie Ferrari spielt die harte Reifenwahl dem japanischen Werksteam nicht gerade in die Karten.

Weniger zuversichtlich reist dagegen Nico Rosberg in die Ardennen. "Es wird sehr schwer werden, hier in die Punkte zu fahren, aber bei einer Strecke wie Spa kann man nie genau vorhersagen was passieren wird", sagte der Williams-Pilot. Ähnlich wie Rosberg dürfte auch der fünfte deutsche Pilot im Bunde, Adrian Sutil, auf ein Regenrennen hoffen. Nur unter außergewöhnlichen Bedingungen hat der Force India derzeit eine Chance auf Punkte.

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