Vorschau GP Belgien

Rückkehr auf die Achterbahn

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Nach den Spionage-Schlagzeilen der vergangenen Tage soll beim Rennen in Spa (16.9.) endlich wieder der Sport in den Vordergrund rücken. Auf der "Ardennen-Achterbahn" dürften die Silberpfeile nicht so einfach vorne wegfahren wie noch zuletzt in Monza.

Spa Francorchamps ist die Lieblingsstrecke vieler Piloten. Eine einzigartige Natur-Rennbahn, wie es sie in der modernen Formel 1-Welt nirgendwo ein zweites Mal gibt. In Spa richtet sich das Asphalt-Band noch nach dem Gelände und nicht umgekehrt. Nachdem Belgien im vergangenen Jahr aus dem Kalender gestrichen wurde, rasen die Boliden nun endlich wieder spektakulär durch die berühmten Kurven "Eau Rouge", "Rivage" und "Blanchimont".

Fahrerstrecke mit erhöhtem Regenrisiko

Der technisch anspruchsvolle Kurs mit den abwechseln langsamen und schnellen Kehren sowie der berüchtigten Vollgas-Kurvenkombination "Eau Rouge" ist immer wieder ein Erlebnis - für Fans wie für die Piloten. "Die Kompression ist für uns Fahrer körperlich kein Problem, aber ungewohnt. Wir haben es sonst eher mit g-Kräften durch Querbeschleunigung oder Bremsen zu tun", schildert BMW-Fahrer Nick Heidfeld seine Erfahrung mit der Berg- und Talfahrt.

Auf der längsten Runde im Formel 1-Kalender zählt fahrerisches Können mehr als auf anderen Strecken. Hier ist Mut gefragt. Einstellen müssen sich die Piloten auch auf das wechselhafte Wetter. Mitte September in den Ardennen - das riecht förmlich nach Regen. Schon bei den Testfahrten Anfang Juli mussten die Teams mit den typischen Wetterkapriolen kämpfen. Bei kühl-feuchten Bedingungen zeigte sich damals, dass Ferrari und McLaren in Belgien in etwa auf einem Niveau liegen müssten.

Ferrari: Hoffnung auf McLaren-Fehler

Bei den letzten beiden GP konnte immer eins der beiden Top-Teams dominieren. In der Türkei waren die Roten noch vorne, beim Rennen in Monza siegten die Silberpfeile überlegen. Bei 18 Punkten Rückstand für Kimi Räikkönen bringt Ferrari im WM-Rennen praktisch nur noch ein McLaren-Doppelausfall weiter. Aufgrund der Zuverlässigkeit der Silbernen in dieser Saison sollte Ferrari am besten schon einmal ein Stoßgebet in Richtung Regengott schicken.

Ein weiterer wichtiger Faktor könnten die Motoren werden. In Spa kommen die selben Aggregate zum Einsatz wie schon beim High-Speed-Rennen in Monza. Nach Angaben von Mercedes-Sportchef Norbert Haug bedeutet das, "die größte Belastung, die der V8 in dieser Saison auszuhalten hat." Dank der guten Motoren-Power hofft auch BMW in Spa auf einen Überraschungserfolg. Allerdings war der Abstand in Monza - nach vorne wie nach hinten - dermaßen groß, dass Nick Heidfeld und Robert Kubica aus eigener Kraft wohl kaum das Podium erreichen können.

Williams kämpft gegen Renault

Hinter BMW streiten sich aktuell Renault und Williams um Rang vier - zuletzt mit Vorteilen für Nico Rosberg. Nach drei Punkteplatzierungen in Folge will der Wiesbadener auch in Belgien weiter auf Fisichella und Kovalainen aufholen. Am Ende des Feldes soll es auch für Spyker endlich vorwärts gehen. 0,7 Sekunden habe das neue Auto beim Debüt in Monza bereits pro Runde zugelegt "und drei Zehntel kommen noch", versprach Technikchef Mike Gascoyne in Hinblick auf Spa. Nur wenige Kilometer entfernt von der niederländischen Heimat wird Spyker erneut versuchen, die Rote Laterne endlich abzugeben.

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