Vorschau GP Brasilien

Bridgestones großer Bluff

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Ferrari schockierte Michelin vor dem Finale in Sao Paulo (22.10., 19 Uhr MESZ) mit starken Testzeiten, doch der Favorit beim letzten von 17 Saisonrennen heißt Renault. Das Wetter scheint sich wieder einmal auf die Seite der Titelverteidiger zu schlagen.

Am Donnerstagnachmittag (19.10.) schüttete es an der Rennstrecke von Interlagos bei Sao Paulo derart, dass an ein Fahrern von Rennautos überhaupt nicht zu denken war. Zwar sollen die heftigen Platzregen der beginnenden Regenzeit die Formel 1 nicht permament belästigen, ein wüster Schauer ist dennoch an diesem Rennwochenende jederzeit möglich.

Allenfalls am Sonntag soll das Wetter etwas besser werden. Die Höchsttemperaturen liegen zur Zeit bei 18 bis 20 Grad, zu kühl für die Brasilianer und auch für die Bridgestone-Reifen. Sowohl bei kühlem Wetter als auch bei Regen haben Renault und die übrigen Michelin-Teams auf dem 4,3 Kilometer langen Kurs die besseren Karten.

Schrecken bei Michelin

Nach den Testfahrten in Jerez in der vergangenen Woche herrschte bei Michelin zunächst leichte Panik, nachdem Michael Schumacher an zwei Tagen wahre Wunderzeiten fabriziert hatte. Doch die Angst hat sich etwas gelegt. Analysen ergaben, dass die schnellsten Runden immer zu Beginn eines Langstreckenturns gefahren wurden. Gegen Ende seiner Stints war Schumacher dagegen deutlich langsamer als der Michelin-bereifte Robert Kubica im BMW.

Bridgestone und Ferrari erkauften die starke Vorstellung in Jerez mit extrem weichen Reifen. Gerade solche Gummis sind jedoch für den aggressiven Streckenbelag der brasilianischen Buckelpiste absolut ungeeignet - so glaubt man jedenfalls im Michelin-Lager.

Beide Reifenausrüster haben Angst vor dem lästigen Körnen der Reifen. In Interlagos, wo gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird, sind besonders die beiden rechten Reifen gefährdet. Wegen der Traktionskontrolle ist an der Hinterachse das berüchtgte Graining kaum abzustellen.

Der letzte große Schlagabtausch

Abgesehen von den leichten Reifensorgen freut sich die Formel 1 auf einen letzten großen Schlagabtausch der großen Kontrahenten Michael Schumacher und Fernando Alonso. Beide haben angekündigt auf Angriff und Sieg zu fahren. Beide dürfen ihre Motoren beim letzten Rennen mit voller Drehzahl quälen. "Das wird sicher Spaß machen", sagt Michael Schumacher.

Eine neue Motorenspezifikation erhält lediglich Alonsos Teamkollege Giancarlo Fisichella. "Das macht nicht einmal ein Zehntel aus", sagt Fernando Alonso über den angeblichen Wundermotor. Der Weltmeister krönte sich im Vorjahr in Brasilien zum Weltmeister, allerdings war Sao Paulo nicht das Finale. "Letztes Jahr hatte ich noch zwei zusätzliche Chancen. In diesem Jahr haießt die oberste Maxime: Das ganze Wochenende keinen Fehler machen."

Für Alonso hat der Fahrertitel wie für Renault die höhere Priorität: "Wer erinnert sich schon noch an den Gewinner des Konstrukteurspokals vor zehn Jahren?", sagt Alonso. Alonso hat keine Angst, dass er mit einer unfairen Aktion aus dem Rennen gerissen wird, allerdings will er im Zweikampf kein volles Risiko eingehen.

Noch einmal zur Erinnerung: Michael Schumacher muss bei einem gleichzeitigen Alonso-Ausfall gewinnen, um doch noch Weltmeister zu werden. Relativ aussichtslos ist auch die Aufgabe in der Konstrukteurswertung, wo Renault bei einem Ferrari-Doppelsieg lediglich die Ränge drei und fünf erobern müsste, um auch diese WM zu gewinnen. Nicht zu vergessen: Auch im Kampf um Rang fünf geht es noch heiß her. BMW und Toyota sind nur durch einen Punkt getrennt.

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