Vorschau GP Deutschland 2018

Vettels erster Ferrari-Heimsieg?

Sebastian Vettel - GP Deutschland 2016 Foto: Wilhelm 72 Bilder

Zum ersten Mal seit seinem Wechsel zu Ferrari reist Sebastian Vettel als Favorit zum Heimspiel nach Hockenheim. Kann Mercedes dem Heppenheimer doch noch die Tour vermasseln? In unserer Vorschau haben wir alle Infos zum Rennen im Motodrom.

Nach einem Jahr Pause kehrt die Formel 1 am Wochenende wieder nach Hockenheim zurück. Und so viel Spannung wie in dieser Saison gab es vor dem Deutschland-Grand-Prix lange nicht. Mercedes kommt mit zwei bitteren Niederlagen im Gepäck zum Heimspiel. Die Vettel- und Verstappen-Fans haben dagegen nach den Erfolgen in Spielberg und Silverstone Oberwasser.

Entsprechend groß ist das Interesse beim Publikum. Die Organisatoren vermelden einen stark angezogenen Ticketverkauf in den letzten Wochen. Im Vergleich zur Ausgabe 2016 wurden 25 Prozent mehr Karten an den Mann und die Frau gebracht. Der Ansturm ist so groß, dass nun sogar noch eine Zusatztribüne errichtet wird. Insgesamt werden mehr als 70.000 Fans am Rennsonntag erwartet – so viele gab's zuletzt in Schumachers glorreichen Ferrari-Jahren.

Nach dem England-Sieg reist Vettel mit 8 Zählern Vorsprung ins Motodrom, das nur 45 Kilometer von seiner Heimat Heppenheim entfernt liegt. Gerne würde der vierfache Weltmeister seinem Konkurrenten Lewis Hamilton vor der Sommerpause noch weitere Zähler abnehmen. Wenn Mercedes wie in den vergangenen Jahren wieder einen starken Saison-Schlussspurt hinlegt, kann der Punkte-Puffer gar nicht groß genug sein.

Der Wettergott scheint auch ein Formel-1-Fan zu sein. Zum vielleicht letzten Grand Prix in Hockenheim sind heiße Bedingungen von bis zu 30°C vorhergesagt. Die Hitze schien dem Ferrari zuletzt mehr zu schmecken als dem Mercedes. Für den Qualifying-Samstag sind allerdings auch ein paar Schauer im Anmarsch. Über Regen würde sich sicherlich Red Bull am meisten freuen.

Die Strecke: Hockenheimring

Der 4,574 Kilometer lange Hockenheimring wurde seit dem Bau in den 1930er Jahren schon mehrfach umgestaltet. Lange gehörte der Kurs zu den absoluten Hochgeschwindigkeitsstrecken im Kalender. Doch 2002 wurden die langen Geraden durch den Wald abgekürzt und durch die Parabolika ersetzt.

Am Ende des rund 1.000 Meter langen Vollgasstücks befindet sich vor der engen Spitzkehre die beste Überholmöglichkeit der Strecke. Hier befindet sich die dritte von drei DRS-Zonen. Neuerdings darf der Flügel auch auf der Zielgerade flach gestellt werden, kurz danach, auf der Anfahrt zu Kurve 2, hat der Hintermann dann noch einmal den Bonus. Die ersten beiden DRS-Zonen sollen vor allem dazu dienen, Überholmanöver auf der Parabolika besser vorzubereiten.

Neben den schnellen Passagen gibt es mit dem stadionähnlichen Motodrom am Ende der Runde traditionell einen sehr langsamen Sektor. Der Asphalt in Hockenheim ist wie bei allen permanenten Rennstrecken relativ aggressiv. Da es keine Erfahrungswerte mit den neuen breiteren Autos gibt, die im Vorjahr eingeführt wurden, entschied sich Pirelli für die konservative Reifenwahl „ultrasoft“, „soft“ und „medium“. Wie schon in China wurde die Mischung „supersoft“ übersprungen. Wir sind gespannt, ob das die Zahl der Boxenstopps erhöht.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 4.574 km
  • Rundenzahl: 67
  • Gesamtdistanz: 306,458 km
  • Rundenrekord Rennen: 1:13.780 Min. (Räikkönen, 2004)
  • Anzahl Kurven: 17 (6 links / 11 rechts)
  • DRS-Zonen: 3 (vor T1, T2 und T6)
  • Entfernung Pole Position bis Kurve 1: 190 Meter
  • Reifen: Ultrasoft, Soft & Medium
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Bremsbelastung: mittel
  • Benzinverbrauch: hoch
  • Kerbs: niedrig
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent

Setup:

Pirelli-Grafik - GP Deutschland 2018 Foto: Pirelli
Pirelli lässt den Supersoft, der normalerweise zwischen Ultrasoft und Soft liegt, zuhause. Sorgt das für mehr Action in Sachen Strategie?

Hockenheim bietet von allem etwas. Der Anteil der langen Geraden ist etwas höher als im Durchschnitt. Es geht aber nicht nur lange geradeaus. Mit den Kurven 7, 10 und 12 kommen auch noch einige schnelle Ecken hinzu. Hier wird die Rundenzeit gemacht. Hier muss das Auto stabil liegen. Front- und Heckflügel müssen dementsprechend ausbalanciert sein. Der Abtriebslevel liegt im mittleren Bereich. Hier gilt es, einen guten Kompromiss zwischen Luftwiderstand und Anpressdruck zu finden.

Obwohl es mit der Spitzkehre und dem engen Motodrom auch einige langsamere Kurven gibt, spielt die Traktion in Hockenheim nicht die entscheidende Rolle. Auch Kerbs und Bodenwellen sind keine großen Faktoren, weshalb die Ingenieure mit der Fahrzeughöhe etwas niedriger gehen können. Die Bremsen werden in Hockenheim zwar nicht übermäßig stark belastet, eine gute Balance ist beim Verzögern in den Kurven 2, 6 und 8 aber wichtig, um blockierende Räder zu vermeiden.

Updates für den GP Deutschland:

Kurz vor der Sommerpause sind nicht ganz so umfangreiche Upgrades zu erwarten. Renault hat bereits einen neuen Frontflügel angekündigt. Bei Sauber finden Umbaumaßnahmen am Kühlsystem unter der Haube statt. Auch die Ingenieure von Mercedes haben uns bereits verraten, dass ein paar neue Teile für das Heimrennen eingeplant sind. Allerdings wird das Paket nicht so groß ausfallen wie zuletzt in Österreich.

Am Red Bull von Daniel Ricciardo wird unfreiwillig ein Upgrade eingebaut. Der Australier soll eine komplett neue Antriebseinheit bekommen. Die zahlreichen Defekte in der ersten Saisonhälfte machten den vorzeitigen Einbau des vierten Pakets unvermeidlich. Der Motorwechsel und die damit verbundene Strafe haben die Techniker bewusst auf Hockenheim gelegt, weil man hier besser überholen kann als eine Woche später in Ungarn. Außerdem rechnet sich Red Bull in Budapest Siegchancen aus, die man nicht durch Motorprobleme gefährden will.

Favoriten:

Luciano Burti - GP Deutschland 2001 Historie Formel 1 in Hockenheim 35 Mal Drama im Motodrom

Vor zwei Jahren reiste Mercedes noch als klarer Favorit zum Grand Prix von Deutschland. Mittlerweile hat sich das Kräfteverhältnis gewandelt. Ferrari konnte den Silberpfeilen zuletzt sogar auf der Paradestrecke in Silverstone Paroli leisten. In der Theorie sollte das Hockenheim-Layout mit seinen engen Kurven den roten Autos sogar noch besser liegen. Dazu kommt die zu erwartende Hitze und die knifflige Reifenfrage mit den Ultrasoft-Gummis. Wir würden unser Geld deshalb eher auf Sebastian Vettel setzen, erwarten aber wieder eine ganz enge Angelegenheit.

Red Bull lag von der Pace zuletzt ein gutes Stück hinter Mercedes und Ferrari zurück. Nur mit Safety-Car-Glück gewann Verstappen das Heimspiel in Spielberg. Vor allem im Qualifying dürfte der RB14 mit dem Power-Nachteil chancenlos sein. Im Rennen dürfte Ricciardo mit seiner Motorenstrafe auch nicht um die Podiumsplätze kämpfen können. Verstappen muss darauf hoffen, dass der Reifenverschleiß eine größere Rolle spielt und man auch mit PS-Defizit überholen kann. Das gelang zuletzt in Silverstone nicht.

Im Mittelfeld hat in den vergangenen Wochen HaasF1 den Ton angegeben. Individuelle Fehler der Piloten verhinderten allerdings eine größere Punkteausbeute. Dahinter erwarten wir einen ganz engen Dreikampf zwischen Renault, Force India und Sauber. Hier könnten die Upgrades das Zünglein an der Waage spielen. Für Toro Rosso, McLaren und Williams sehen wir nur Chancen auf Punkte, wenn sich die Konkurrenz Patzer leistet.

So lief der GP Deutschland 2016:

Bis zum Start des Hockenheim-Rennens 2016 dominierte Nico Rosberg das Geschehen. Dann drehte Lewis Hamilton plötzlich auf. Der Brite gewann den Spurt in die erste Kurve und fuhr anschließend souverän zum vierten Sieg in Folge. Rosberg fiel dagegen noch hinter die beiden Red Bull zurück, woran auch ein versuchter Undercut nichts änderte. Beim Überholmanöver gegen Verstappen in der Haarnadel packte der spätere Weltmeister die Brechstange aus, was ihm eine 5-Sekunden-Strafe einbrachte. Weil die Mercedes-Stoppuhr streikte, verzögerte sich Rosbergs unfreiwilliger Halt beim dritten Boxenstopp zusätzlich, wodurch er hinter Ricciardo und Verstappen nur auf Rang 4 landete.

Ferrari hatte mit der Vergabe der Podiumsplätze nichts zu tun. Vettel und Räikkönen fuhren auf den Plätzen 5 und 6 ein einsames und ereignisarmes Rennen. Den Titel „Best of the Rest“ sicherte sich Nico Hülkenberg im Force India. McLaren-Pilot Jenson Button schnappte sich kurz vor Schluss noch den Williams von Valtteri Bottas, der es als einziger Pilot in den Top Ten mit einer Zweistopp-Strategie probierte. Der letzte WM-Zähler ging an Sergio Perez im zweiten Force India.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die Highlights des letzten Formel-1-Rennens in Hockenheim.

Zeitplan GP Deutschland 2018

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 1. Training – Fr. 20. Juli – 11.00 Uhr
Freies Training 2 2. Training – Fr. 20. Juli – 15.00 Uhr
Freies Training 3 3. Training – Sa. 21. Juli – 12.00 Uhr
Qualifying Qualifying – Sa. 21. Juli – 15.00 Uhr
Rennen Rennen – So. 22. Juli – 15.10 Uhr
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