Vorschau GP Europa

Highspeed Hafenrundfahrt

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Die dreiwöchige Sommerpause hat ein Ende. Am Wochenende treffen sich die Formel 1-Teams im Yachthafen von Valencia, um erstmals den neuen Stadtkurs unter die Räder zu nehmen. Die Fans erwartet dabei jede Menge Action.

Wem beim Wort Stadtkurs nur langsame, enge Leitplankenlabyrinthe wie z.B. Monaco in den Sinn kommen, der muss künftig umdenken. Valencia ist zwar keine permanente Rennstrecke, dennoch zählt sie zu den High-Speed-Pisten im aktuellen Rennkalender. "Valencia ist kein normaler Stadtkurs sondern eine schnelle Rennstrecke in der Stadt", drückte es jüngst Mercedes-Sportchef Norbert Haug aus.

Und so stellt der Street Circuit auch ganz besondere Herausforderungen an die Piloten. Eines hat der 5,44 Kilometer lange Ring nämlich mit Monaco gemeinsam: Auslaufzonen sind Mangelware. Bei einem Crash geht es fast unvermeidlich in die Bande. Und das im schlimmsten Fall mit satten 315 km/h. 

Vorbereitung entscheidend

"Die Erfahrung von anderen Rennen zwischen den Leitplanken hat gezeigt, dass es hier im Schnitt häufiger kracht", erklärt Haug. Deshalb wird man bei McLaren-Mercedes auch Safety-Car-Phasen in die Rennstrategie mit einplanen. Ausschlaggebend wird auch sein, wer sein Fahrzeug schon vor dem Wochenende im Simulator am besten auf die neue Strecke vorbereitet hat. Trotz alles Unwägbarkeiten, an eine Verschiebung des gewohnten Kräfteverhältnisses glauben Experten allerdings nicht.

Nach drei Siegen in Folge geht die McLaren-Mannschaft erneut als Favorit ins Rennen. Aber auch Ferrari sieht sich gut gerüstet für die Aufholjagd in der immer noch spannenden Fahrer-WM: "Heiße Temperaturen würden uns dabei helfen", hofft Weltmeister Kimi Räikkönen. "Wir brauchen einfach ein wenig Glück.“ Zuletzt in Budapest war das Glück allerdings nicht gerade auf Seiten der Scuderia. Teamkollege Felipe Massa zerlegte es drei Runden vor Rennende in Führung liegend den Motor.

BMW hat noch Pfeile im Köcher

"Neues Spiel, neues Glück" lautet auch das Motto bei BMW-Sauber. Zuletzt überzeugten die Weiß-blauen nicht gerade durch konstant gute Leistungen. Allerdings meldete sich Teamchef Mario Theissen mit einer Kampfansage aus der kurzen Sommerpause: "Wir haben noch einige Pfeile im Köcher und wollen damit den einen oder anderen Treffer landen." Wie die meisten Fahrer freuen sich auch die BMW-Piloten auf die Herausforderung der neuen Strecke.

BMW-Sauber muss sich im Kampf und die Punkteplätze wie gewohnt mit einigen hartnäckigen Gegnern rumschlagen. Dabei ist es nur schwer zu sagen, wer sich am Wochenende aus dem Mittelfeld hervorhebt. Toyota machte zuletzt mit der Podiumsplatzierung in Ungarn den stärksten Eindruck. Allerdings verlangt der Kurs in Valencia ungleich weniger Abtrieb. So könnte vielleicht die Stunde von Fernando Alonso schlagen, der vor heimischem Publikum hochmotiviert ins Rennen gehen wird.

Interner Stierkampf

Außenseiterchancen haben auch wieder die beiden Red Bull-Schwesterteams. Beim letzten Grand Prix fehlte Toro Rosso-Pilot Sebastian Vettel nicht mehr viel auf Webber im A-Auto. Gegen einen Erfolg der fast baugleichen Red Bull-Boliden spricht allerdings das Streckenlayout: Vettel und Co. bevorzugen lange schnelle Kurven, von denen es in Valencia nur eine einzige gibt.

Ein Team hat dagegen schon vor dem Rennen Grund zu feiern: Die Reifenmannschaft von Bridgestone feiert den 200. Grand Prix. Seit dem Australien GP 1997 statten die Japaner die Königsklasse mit den passenden Sohlen aus. Zum neuen Kurs in Valencia hat Bridgestone übrigens die beiden weichsten Mischungen soft bzw. super soft aus dem Lager geholt. Das sollte die Teams freuen, die besonders schonend mit den Gummis umgehen, wie z.B. Ferrari, Toyota oder Williams.

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