Vorschau GP Italien 2018

Endlich wieder ein Ferrari-Heimsieg?

Ferrarl-Fans - GP Italien 2015 Foto: sutton-images.com 68 Bilder

Die Formel 1 verabschiedet sich mit dem Rennen in Monza aus Europa. Ferrari will endlich wieder die Tifosi mit einem Heimsieg beglücken, auf den man seit 2010 wartet. Wir blicken voraus auf den Klassiker im italienischen Highspeed-Tempel.

So langsam spitzt sich der WM-Kampf zu. Nach seinem Belgien-Sieg liegt Sebastian Vettel nur noch 17 Zähler hinter seinem Dauer-Rivalen Lewis Hamilton. Ferrari fehlen in der Teamwertung 15 Punkte auf Mercedes. Und jetzt steht mit dem Rennen in Monza ein wahrer Dauerbrenner an. Schon 67 Mal gastierte die Königsklasse im Autodromo, das sich so malerisch durch den königlichen Park schlängelt.

Monza ist nicht einfach nur eine Rennstrecke. Monza ist ein Gefühl. Monza ist Leidenschaft. Monza ist Tradition. Monza ist der einzig verbliebende Highspeed-Tempel der Formel 1 mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 360 Stundenkilometern. Monza, das sind begeisterte Tifosi, die für Ferrari ihr letztes Hemd geben.

Allerdings müssen die Fans schon seit 2010 auf einen Heimsieg von Ferrari warten. Damals gewann Fernando Alonso in Rot. Doch seit dem GP Belgien ist klar, dass der SF71H mit seinem Power-Vorteil auch die besonders schnellen Kurse kann. Vettel reist als Favorit nach Monza. Er will den Rückstand auf Hamilton deutlich verkleinern, am besten natürlich mit einem Sieg. Es wäre der vierte nach 2008, 2011 und 2013 (Toro Rosso + Red Bull).

Stoppen kann Ferrari aktuell wohl nur das Wetter. Und wie schon in Ungarn und Belgien sind auch in Monza wieder für den Samstag Schauer vorhergesagt. Schon im Vorjahr fand das Qualifying auf feuchter Strecke statt, als Hamilton mit 1,5 Sekunden Vorsprung auf Pole Position gerast war. Doch in diesem Jahr scheint Ferrari ein Auto zu haben, mit dem man im Rennen auch überholen kann.

Die Strecke: Autodromo Nazionale di Monza

Pirelli-Infografik - GP Italien 2018 Foto: Pirelli
Wie im Vorjahr bringt Pirelli die Mischungen Supersoft, Soft & Medium. Wir gehen erneut von einem Stopp im Rennen aus.

5,793 Kilometer lang, rund 79 Prozent Vollgasanteil und Durchschnittsgeschwindigkeiten von weit mehr als 250 km/h – Monza ist vor allem schnell. Neben den Motoren sind auch die Bremsen stark belastet. Vier Mal geht es pro Runde aus mehr als 300 km/h in die Eisen. Das ungewöhnliche Layout, das eigentlich nur aus Geraden besteht, die durch drei Kurven und drei Schikanen unterbrochen werden, ist immer wieder Garant für Action.

Der erste Bremspunkt liegt erst 638 Meter hinter der Pole Position. In der Schikane wird es am Start immer ganz eng. Unfälle sind hier die Regel und nicht die Ausnahme. Die beiden DRS-Zonen befinden sich auf der Zielgerade und dem Vollgasstück zwischen Lesmo 2 und der Ascari-Schikane. Um das Überholen zu erleichtern, hat die FIA die zweite DRS-Zone in diesem Jahr sogar noch einmal ein Stück verlängert.

Um die Bodenwellen auf der Start-Ziel-Geraden zu beseitigen, wurde dieser Abschnitt für die 2018er Ausgabe neu asphaltiert. Bei einem sogenannten Filmtag mit Charles Leclerc am Steuer haben die Ferrari-Ingenieure vor der Sommerpause schon mal ein paar Daten zum neuen Untergrund gesammelt.

Fast Facts zum GP Italien

  • Streckenlänge: 5,793 Kilometer
  • Rundenzahl: 53
  • Gesamtdistanz: 306,720 Kilometer
  • Anzahl Kurven: 11 (4 links, 7 rechts)
  • Rundenrekord: 1.21,046 min (Barrichello, 2004)
  • Pirelli-Reifen: supersoft/soft/medium
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Spritverbrauch: niedrig
  • Bremsbelastung: hoch
  • Distanz Pole-Position zum Scheitelpunkte von Kurve 1: 638,1 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 418,8 Meter
  • Durchfahrszeit bei 80 km/h: 18,85 Sekunden

Setup:

Wie schon erwähnt, zählt in Monza nur der Top-Speed. Die Autos werden deshalb mit ultraschmalen Flügeln bestückt, die möglichst wenig Luftwiderstand produzieren. Theoretisch könnten die Rennwagen auch ohne Heckflügel fahren, sagen Ingenieure. Der Unterboden generiert dafür genügend Anpressdruck. Ohne den gewohnten Grip wird es für die Piloten in den wenigen Kurven umso schwieriger, die Ideallinie zu treffen. Und in Monza lauern überall tiefe Kiesbetten.

Neben dem kräftigen Motor zählen vor allem auch Traktion und Bremsstabilität. Das Fahrwerk darf deshalb nicht ganz nach unten geschraubt werden. Wer schnelle Rundenzeiten erzielen will, muss die hohen Randsteine mit in die Linie einbeziehen. Wichtig ist vor allem der Grip auf der Vorderachse. In den rechtwinkligen Kurven neigen die Autos sonst schnell zum Untersteuern.

Updates:

Teaserbild - Formel Schmidt - GP Belgien 2018
Warum ist Ferrari so stark? 15:18 Min.

Viele Teams bauen für das Rennen in Monza ganz spezielle Aero-Pakete, die auf die radikale Reduzierung von Luftwiderstand ausgelegt sind. Die Flügel wandern nach nur einem Rennen in die Tonne, weil sie auf anderen Kursen nicht brauchbar sind. Nur Red Bull hat seinen Monza-Heckflügel schon in Spa zum Einsatz gebracht. Nur so konnten die Ingenieure das PS-Defizit auf den langen Geraden ausgleichen.

Red Bull wird in Monza übrigens als einziges Team mit einem Motor-Upgrade antreten. Renault liefert den sogenannten Spec-C-Motor an seinen Kunden. Weil die Installation der Power Unit so kompliziert ist, müssen die Werkspiloten auf den PS-Schub verzichten, der rund 3 Zehntel bringen soll. Mercedes hat für Monza auch wieder neue Teile angekündigt. Bisher konnte Ferrari aber jedes Mal kontern, wenn die silberne Konkurrenz eine Ausbaustufe zündete.

Favoriten:

Aktuell gibt es keinen Streckentyp, auf dem Ferrari nicht der Favorit ist. Das rote Auto ist mit dem stärksten Motor im Feld bestückt und hat gegenüber Mercedes auch in engen Kurven die Oberhand. Dazu kommt der pfleglichere Umgang mit den Reifen. Wir erwarten, dass die Dominanz der roten Autos noch extremer ausfällt als in den vergangenen Rennen, wo der Pace-Vorteil der Scuderia bereits zu erkennen war. Hamilton kann nur auf Regen hoffen.

Red Bull wird nicht in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen können. Durch den Einsatz der neuen Motoren-Pakete müssen Verstappen und Ricciardo in der Startaufstellung nach hinten rücken. Davon dürften vor allem Force India und HaasF1 profitieren. Beide besitzen gute Chancen, damit die dritte Kraft im Feld zu werden. Auch Sauber wird wieder ein Wörtchen um die Punktevergabe mitsprechen. Renault, McLaren und Toro-Rosso müssen wegen ihres PS-Nachteils dagegen auf ein Wunder hoffen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Italien 2017

Im Vorjahr sahen die Monza-Prognosen Ferrari und Mercedes gleichauf. Doch dann wurde der GP Italien zu Silberpfeil-Festspielen. Lewis Hamilton war im verregneten Qualifying eine Klasse für sich und ließ von der Pole Position auch im Rennen nichts anbrennen. Valtteri Bottas machte den silbernen Doppel-Erfolg perfekt. Der Finne konnte schon in der Anfangsphase schnell an Esteban Ocon und Lance Stroll vorbeiziehen, die vor ihm gestartet waren.

Sebastian Vettel betrieb nach dem schwachen Qualifying Schadensbegrenzung. Von Startplatz 6 kam der Deutsche noch auf den dritten Podiumsplatz. Das konnte die Laune der Tifosi aber auch nicht verbessern. Star des Rennens war Daniel Ricciardo, der nach einer Motorenstrafe von Rang 16 losfahren musste, das Podium auf Rang 4 am Ende jedoch nur um 4 Sekunden verpasste.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights vom GP Italien aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP Italien 2018

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 1. Training – Fr. 31. August – 11.00 Uhr
Freies Training 2 2. Training – Fr. 31. August – 15.00 Uhr
Freies Training 3 3. Training – Sa. 1. September – 12.00 Uhr
Qualifying Qualifying – Sa. 1. September – 15.00 Uhr
Rennen Rennen – So. 2. September – 15.10 Uhr
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