Vorschau GP Italien

Kein Spaziergang im Park

Foto: dpa

Auf keiner Rennstrecke wurden so viele Grand Prix ausgetragen wie im königlichen Park von Monza. Bereits zum 55. Mal gastiert die Formel 1 auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke nördlich von Mailand. Monza ist das traditionelle Heimspiel der Scuderia Ferrari.

Die Erwartungen der Tifosi waren in den vergangenen Jahren stets hoch. Doch dieses Jahr ist manches anders. "Zugegeben, es ist schon ein krasser Unterschied, wenn ich an Monza dieses und an Monza letztes Jahr denke. Im vergangenen Jahr kamen wir zu unserem Heimrennen und hatten beide WM-Titel schon in der Tasche, diesmal kommen wir mit leeren Händen, und Chancen auf einen Titel sind bestenfalls theoretisch", sagte Michael Schumacher. Trotzdem verspricht er den Anhängern eine Aufholjagd: "Wir sind schließlich Kämpfernaturen." Die rote Flaute bekam der Veranstalter im Vorfeld deutlich zu spüren. Der Kartenverkauf verlief bisher äußerst schleppend.

Die Favoriten heißen einmal mehr McLaren-Mercedes und Renault. Auf der 5,793 Kilometer langen Strecke mit ihren langen Geraden ist vor allem Top-Speed gefragt. "Mit über 360 km/h fahren wir dort übers Jahr gesehen den höchsten Speed", sagt Williams-BMW-Fahrer Nick Heidfeld.

69 Prozent Vollgasanteil

Mit 69 Prozent liegt der Vollgasanteil in Monza höher als auf jeder anderen Strecke und BMW hat nach wie vor einen der stärksten Motoren. Mark Webber stapelt dennoch tief. Er wäre schon mit ein paar Punkten zufrieden und erwartet nicht, das Tempo der Renault oder McLaren mitgehen zu können.

Genau darauf spekuliert aber BAR-Honda. Nach erfolgreichen Tests in der Vorwoche, einer Podiumsplatzierung in Monza im Vorjahr und einem ermutigenden Türkei-GP hofft Jenson Button in Italien insgeheim auf seinen ersten Grand Prix-Sieg: "Wir hatten schon in der Türkei ein gutes Wochenende, und ich bin sicher, wir können noch zulegen", sagt der Engländer.

Schumi vor dem Sturz

Zulegen will weiter McLaren-Speerspitze Kimi Räikkönen. "Das Auto ist schnell genug, um zu gewinnen, und ich gebe den Kampf nicht auf", sagt der Finne trotz 24 Punkten Rückstand in der WM. Fernando Alonso kann sich mit einem Sieg in Monza noch nicht endgültig zum Weltmeister krönen, aber er kann den amtierenden Champion Michael Schumacher enttrohnen. Sollte Alonso nur einen Zähler mehr holen als Schumacher, kann der Deutsche nicht einmal mehr theoretisch seinen Titel verteidigen.

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