Mercedes - GP Japan 2018 sutton-images.com
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen
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Lewis Hamilton - Mercedes - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen 68 Bilder

Vorschau GP Japan 2019

Erster Matchball für Mercedes

Mercedes kann in Suzuka zum sechsten Mal in Serie die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewinnen. Für Ferrari und Red Bull geht es um Einzelerfolge. Für die drei Top-Teams wird der Grand Prix zur Bewährungsprobe.

Mercedes ist auf dem besten Weg, wieder die beiden Weltmeistertitel einzustreichen. Seit 2014 regieren die Silberpfeile in der Formel 1. Seit Beginn der Hybrid-Ära mit 1,6 Liter großen V6-Turbomotoren und zwei Elektromotoren gingen die großen Pokale am Saisonende immer nach Brackley. Die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft hat Mercedes jedes Jahr vorzeitig eingetütet.

In Suzuka könnte der Titelverteidiger erneut feiern. Fünf Rennen vor Saisonende führt Mercedes mit 162 Punkten vor dem einzig verbliebenen Rivalen Ferrari. Nach dem GP Japan sind noch 176 Punkte zu vergeben. Mercedes muss also 14 Zähler mehr holen als Ferrari, um wieder Team-Weltmeister zu werden. Mit einem Doppelsieg, wie im Vorjahr, wäre der Weg bereitet. 2019 hat Mercedes davon bereits acht erzielt – zuletzt in Sotschi.

Die Dominanz der ersten Saisonhälfte ist aber dahin. Ferrari ist nach der Sommerpause erstarkt: drei Siege in vier Rennen, dazu vier Pole-Positions. In Russland war die Scuderia auf dem Weg zu einem Doppelsieg. Dann streikte am Auto von Sebastian Vettel die Technik. Das darauffolgende virtuelle Safety Car brachte Teamkollege Charles Leclerc um den Sieg.

Suzuka wird für Ferrari zur Bewährungsprobe – vorausgesetzt, es bleibt trocken. Wenn der SF90 auch auf der japanischen Achterbahn mit den vielen schnellen und langgezogenen Kurven siegfähig ist, ist Ferrari durch die Upgrades tatsächlich ein großer Schritt geglückt. Auf der anderen Seite müssen sich aber auch Mercedes und Red Bull beweisen. Niederlagen würden beiden nur schwer bekommen.

Die Wettervorhersage umtreibt die Szene. Es nähert sich Taifun „Hagibis“. Zeitenverschiebungen oder Absagen können nicht ausgeschlossen werden.

Ferrari - Formel 1 - GP Russland 2019
Motorsport Images
Die große Frage vor dem Rennwochenende: Wie gut wird Ferrari in Suzuka sein?

Die Strecke: Suzuka Circuit

Schon seit 1987 werden auf dem 5,807 Kilometer langen Kurs südlich von Suzuka Formel-1-Rennen ausgetragen. Seitdem hat die schnelle Strecke mit ihrem charakteristischen Achter-Layout bei Fans und Fahrern viele Anhänger gefunden. Fließende Kurvenkombinationen, enge Schikanen und Haarnadeln sowie lange Vollgaspassagen sorgen für eine aufregende Mischung.

Fehler verzeiht der Kurs nicht. Im Gegensatz zu den vielen neueren Retortenkursen lauern hier noch echte Kiesbetten jenseits der Kerbs und keine asphaltierten Auslaufzonen in der Größe von Supermarktparkplätzen. Die vielen anspruchsvollen Passagen verlangen von den Fahrern somit stets volle Konzentration.

In den S-Kurven zu Beginn der Runde muss die Linie bei jedem der sechs Richtungswechsel perfekt passen. Auch die beiden Degner-Kurven (T8 & T9) sorgen traditionell für viel Action und einige spektakuläre Ausritte. In der schnellen 130R-Kurve bekommen die Piloten dagegen nur noch selten Schweißausbrüche. Dank gestiegenem Abtrieb ist der Vollgas-Knick nicht mehr die große Herausforderung, die er früher einmal war.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 5,807 km
  • Rundenanzahl: 53 Runden
  • Gesamtdistanz: 307,771 km
  • Rundenrekord (Rennen): 1:31.540 Min. – Kimi Räikkönen (2005)
  • Absoluter Rundenrekord: 1:27.319 Min. – Lewis Hamilton (Q3, 2017)
  • Distanz Pole Position bis T1: 329 Meter
  • Reifen: C1-C3 (härteste Mischungen)
  • Reifenverschleiß: hoch
  • Spritverbrauch: medium
  • Bremsenbelastung: niedrig
  • Top-Speed: 318 km/h
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit (2014-2018): 60 %
  • Boxenstopp-Zeitverlust: 20 Sekunden

Das Setup:

Die vielen schnellen Richtungswechsel verlangen Stabilität im Auto und vor allem viel Grip auf der Vorderachse. Untersteuern kostet Vertrauen und beansprucht die Reifen über Gebühr. Zu steil dürfen die Flügel aber auch nicht stehen, um auf den langen Vollgaspassagen nicht zu viel Luftwiderstand zu bieten. In den Freien Trainings muss der optimale Kompromiss gefunden werden.

Tückisch ist in Suzuka auch immer der Wind, der durch die Nähe zum Meer stets mit einer steifen Brise weht und nicht selten mehrmals am Tag die Richtung wechselt. Für den Motor stellt die Strecke ebenfalls eine überdurchschnittliche Belastung dar. Der Vollgas-Anteil (gemessen auf die Rundendistanz) liegt bei 72 Prozent. Die Bremsen sind durch die vielen flüssigen Passagen und die eher niedrigen Temperaturen dagegen weniger gefordert.

Von der Fahrwerksabstimmung gibt es auch keine großen Herausforderungen. Der Asphalt weist eher wenige Bodenwellen auf. Bis auf die Zielschikane sind die Kerbs flach. Pirelli bringt die härtest möglichen Mischungen nach Japan: C1 bis C3.

Technik-Updates:

Alle Teams arbeiten in den Fabriken zum größten Teil am 2020er Auto. Das soll allerdings nicht heißen, dass wir keine Neuteile mehr sehen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff kündigt ein paar kleinere Updates an. Die Ingenieure sprechen von einem anständigen Schritt. „Uns ist allerdings bewusst, dass wir absolut alles aus unserem Auto und den Reifen herausholen müssen, wenn wir in Suzuka um den Sieg kämpfen möchten“, sagt Wolff. Die Entwicklungen sind keine Reaktion auf die starke Ferrari-Form. Sie wurden bereits vor Wochen angeschoben.

Red Bulls größtes Update kommt auf der Motorenseite. Der Honda-Motor soll mit einem neuen Benzin gefüttert werden. Dadurch soll der japanische Sechszylinder ein paar PS aufsatteln. Ferrari hingegen dürfte sich auf sein bestehendes Paket konzentrieren.

Im Mittelfeld soll es für den Renault R.S.19 einen neuen Frontflügel geben. Dadurch erhoffen sich die Ingenieure mehr Stabilität in langgezogenen Kurven. Schwankender Abtrieb ist bislang die große Schwäche des Renault. Auch Williams könnte einen neuen Flügel im Gepäck haben. „Entweder in Japan oder in Mexiko“, erzählte Pilot George Russell in Russland an. Haas-F1 könnte in den Trainings einen Frontflügel-Testträger einsetzen, der dem Team die Entwicklungsrichtung für 2020 weist. Der VF-19 hat zu wenig Anpressdruck.

Max Verstappen - Red Bull - GP Russland 2019 - Sotschi
Motorsport Images
Red Bull und Honda peilen in Japan den Sieg an.

Die Favoriten:

Die Statistik spricht für Mercedes. Alle Suzuka-Rennen der Hybrid-Ära gingen an die Silberpfeile. Und die japanische Piste ist auf dem Papier auch noch eine Strecke nach dem Geschmack des W10. Doch das haben wir auch vor dem Rennen in Singapur gesagt. Und da feierte Ferrari einen Doppelsieg.

In den 18 Kurven müsste das silberne Auto seinen Abtriebsvorteil ausspielen. Vor allem im ersten Sektor erwartet die Konkurrenz ein starkes Mercedes. Ab der ersten Kurve bis zum Ende des ersten Abschnitts befindet sich das Auto fast durchgängig in Kurven. Sechs Mal wechselt es die Richtung.

Der japanische Traditionskurs bietet praktisch jeden Kurventyp. Schnell, langsam, langgezogen, Haarnadel, Schikane. Von etwa 75 km/h (Haarnadel Kurve 11) bis über 300 km/h (130R) ist alles dabei. Das erschwert die Abstimmung. Und genau das macht es interessant. In Singapur und Russland musste Ferrari seinen Rennwagen überwiegend auf Kurven mit einem Radius von 90 Grad abstimmen. In Suzuka braucht es einen Alleskönner. Genau das war der SF90 bislang nicht. Siehe Silverstone, siehe Ungarn.

Auf den Geraden kann Ferrari seinen Power-Vorteil ausspielen. Sollten die Italiener ihr Defizit in den Kurven tatsächlich minimiert haben, und den SF90 für alle Kurven ausbalanciert bekommen, wird Ferrari in Suzuka zum Siegkandidaten. Und Mercedes wird grübeln, ob man mit seinem Konzept des maximalen Anpressdrucks noch richtig liegt. Vor allem im Hinblick auf 2020, wo die neuen Reifen Ferraris Effizienz-Konzept einen Joker in die Hände spielen sollte.

Red Bull und Motorenpartner Honda wollen den Sieg. Doch in den letzten beiden Rennen hat der Rennstall aus Milton Keynes geschwächelt. Max Verstappen wird nur Siegchancen haben, wenn die Ingenieure die Abstimmung treffen, und der Verlust auf den Vollgasstücken durch den neuen Sprit gering ausfällt. In der Qualifikation dürfte es Red Bull schwer haben. Doch im Rennen ist mit Verstappen immer zu rechnen.

Im Mittelfeld spricht vieles für McLaren. Der englische Traditionsrennstall hat bislang das meiste aus seinen Möglichkeiten gemacht. Für Renault gilt dasselbe wie für Ferrari. Bekommen die Franzosen den R.S.19 ausbalanciert, hat Renault das Potential, sich im Mittelfeld durchzusetzen. Es ist wie immer: Überraschungen sind hinter den drei Top-Teams nie ausgeschlossen. Das Kräfteverhältnis variiert, je nach Streckenlayout, Asphaltbeschaffenheit, Temperaturen, Reifen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Japan 2018

Lewis Hamilton feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Es war sein vierter in Suzuka und der fünfte in Japan. 2007 hatte Hamilton in Fuji triumphiert. Teamkollege Valtteri Bottas war an diesem Tag kein Gegner. Immerhin hielt der Finne den anstürmenden Max Verstappen hinter sich. Der Holländer komplettierte das Podest, obwohl ihn die Rennkommissare für ein Vergehen in der Startrunde mit einer Fünfsekunden-Strafe belegten. Verstappen hatte Kimi Räikkönen im Ferrari von der Strecke gestoßen.

Der Rennstall aus Maranello versaute sich sein Wochenende in der Qualifikation. Vettel und Räikkönen waren im dritten Durchgang am Samstag als einzige Fahrer auf den Intermediate-Reifen rausgerollt. Im zweiten Versuch setzte dann der Regen ein. Vettel kam am Rennsonntag von Platz acht schnell nach vorn. Bis er sich in der Löffel-Kurve mit Verstappen anlegte, und es mit einem Dreher bezahlte. Der vierfache Suzuka-Sieger wurde Sechster hinter Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull und dem Teamkollegen.

Zeitplan GP Japan 2019

Session Termin
1. Training Freitag, 11.10, 3 Uhr
2. Training Freitag, 11.10, 7 Uhr
3. Training Samstag, 12.10, 5 Uhr
Qualifying Samstag, 12.10, 8 Uhr
Rennen Sonntag, 13.10, 7:10 Uhr
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