Vorschau GP Japan

Alonsos Attacke

Foto: dpa

Keiner soll sagen, dass die Luft aus der Formel 1-Saison schon raus ist. Renault und McLaren-Mercedes kämpfen in Suzuka (9.10.) um den Konstrukteurs-Pokal. Aber auch das Duell um Platz drei zwischen Ferrari und Toyota ist noch nicht entschieden.

Zwei Pünktchen trennen das führende Team McLaren-Mercedes und Verfolger Renault in der Konstrukteurswertung, 36 Zähler sind bei zwei Rennen noch zu vergeben. Bei einem Doppelsieg der Silbernen und maximal einem siebten Platz der Blaugelben, wären McLaren und Mercedes vorzeitig Weltmeister.

McLaren hat neun der letzten zwölf Rennen gewonnen, und Suzuka ist dem MP4-20 auf den Leib geschneidert. Besonders im "Esses" einem mittelschnellen Kurvengeschlängel nach der Startgeraden ist maximaler Abtrieb gefragt, eine klare Domäne des McLaren. Auch die rutschige und Reifen mordende Oberfläche liegt dem Gummi schonenden silbernen Auto.

Renault: Hoffen auf McLaren-Pannen

Dementsprechend selbstbewusst geht das Team in den Großen Preis von Japan (9.10., 7,30 Uhr MEZ). "Juan Pablo und ich hatten schon in Brasilien einen schönen Fight, und das werden wir an diesem Wochenende fortsetzen", sagt Kimi Räikkönen. Von Weltmeister Fernando Alonso spricht der Finne gar nicht.

Tatsächlich brachte eine aerodynamisch verbesserte Version des Renault R25 die Mannschaft von Flavio Briatore bis auf vier Zehntelskunden an McLaren heran, aber eben nicht vorbei. Dennoch ist Alonso optimistisch und kampfeslustig: "Ich muss nun nicht mehr an den Fahrertitel denken und auf Ankommen fahren. Wir wollen in Japan und China gewinnen", sagt der Spanier. Beim Team macht man sich keine großen Illusionen. Chefingenieur Pat Symonds hofft auf technische Gebrechen bei der Konkurrenz, um den lukrativen Konstrukteurstitel an Land zu ziehen.

Toyota mit neuem Auto

Auch um Rang drei wird noch gestritten. Zwar hat Ferrari nach zuletzt leicht ansteigender Form 17 Punkte Vorsprung auf Toyota, doch das Team aus Köln-Marsdorf hat nach ausgiebigen Testfahrten mit Ralf Schumacher ein stark überarbeitetes Auto am Start. Der TF105B. "Der vierte Rang ist uns nicht mehr zu nehmen, also können wir auch ein Risiko eingehen", sagt Technik-Chef Mike Gascoyne.

Ferrari, im Vorjahr in den Fluten eines Taifuns noch siegreich, hofft wieder einmal auf neue Reifen. Michael Schumacher testete ausgiebig einen angeblichen Wunder-Gummi, der in Suzuka erstmals zum Einsatz kommen soll. "Es gibt Anzeichen, dass wir der Lösung endlich auf der Spur sind", sagt Technik-Chef Ross Brawn. Vom Siegen spricht indessen bei den Roten niemand. Michael Schumacher konzentriert sich schon darauf, Erkenntnisse für die kommende Saison zu sammeln.

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