Vorschau GP Japan

Schumis erster Matchball

Foto: Daniel Reinhard 29 Bilder

Michael Schumacher könnte schon am kommenden Sonntag (8.10.) zum achten Mal Weltmeister werden. Der Tabellenführer strahlt Vorfreude und Gelassenheit aus, während der Titelverteidiger über sein Team hadert. Ungemütlich ist auch das Wetter. Ein Taifun ist im Anmarsch.

Fernando Alonso muss am Sonntag (8.10., Start 7.00 Uhr MESZ)) die 53 Runden auf dem 5,8 Kilometer langen Kurs von Suzuka in jedem Fall in den Punkten beenden, wenn Michael Schumacher gewinnt. Denn bei einem Zehn-Punkte-Vorsprung könnte Alonso beim Finale in Brasilien (22.10.) höchstens ausgleichen. Dann aber wäre Schumacher wegen der höheren Anzahl Siege (9:8) dennoch Weltmeister.

Der sonst scheinbar immer so gelassene Fernando Alonso zeigt unter wachsendem Druck Nerven. Anstatt seine Mannschaft nach einer harten zweiten Saisonhälfte auf die letzten Rennen einzuschwören, teilt der Titelverteidiger öffentlich aus. Zunächst beklagte er fehlenden Rückhalt, Renault konzentriere sich lediglich auf den Konstrukteurs-Titel.

Kaum hatte der Rennstall von Flavio Briatore Alonso absolute Unterstützung zugesagt, kritisierte der Teamkollege Giancarlo Fisichella für das Rennen in China. Dass dieser ihn überholt und mit Schumacher davon gezogen sei, wäre, als ob man bei der Tour de France einen Platten habe und das eigene Team mit Konkurrenten weiterfährt ."Ich bin überrascht und ein bisschen enttäuscht, dass er es der Presse sagt und nicht zuerst mir."

Der Mechaniker, der in China das rechte Hinterrad nicht schnell genung wechseln konnte, wurde ausgetauscht. Während Flavio Briatore am Donnerstag (5.10.) eine Sitzung mit allen Beteiligten einberief, um wieder Ruhe ins Team zu bringen, gibt sich Michael Schumacher betont entspannt. In Suzuka hat der Ferrari-Star bereits sechs Mal in seiner Karriere gewonnen, Fernando Alonso noch nie.

Wieder drohen Regenwolken

"Jetzt beginnt die WM bei Null. Mehr kann man doch nicht wollen. Es wird sicher ein toller Fight, ich liebe so etwas", sagt der Tabellenführer. Die Technik-Abteilung bei Ferrari ist allerdings nicht ganz so optimistisch. Zur Zeit regnet es in Japan. Wie 2004 nimmt ein Taifun Kurs auf das Land der aufgehenden Sonne. Erst für den Rennsonntag ist trockenes Wetter angesagt. Die Qualifikation am Samstag könnte für Bridgestone-Pilot Schumacher wieder ein harter Kampf werden.

Zudem fürchten die Roten, dass Renault auch auf trockener Piste im Vorteil ist. Ferrari hat relativ harte Reifen für den Japan-GP gewählt. Bei kühlem Wetter könnte sich diese Wahl rächen. Eine Aufholjagd wie in China könnte Schumacher in Suzuka kaum liefern. Der Kurs bietet kaum eine Überholmöglichkeit.

Letztes Rennen in Suzuka

Dennoch ist die in einen Vergnügungspark gebettete Strecke auf der Insel Honshu bei den meisten Fahrern äußerst beliebt. "Der Kurs ist ein Traum, vor allem der erste Sektor. Den zu fahren ist einfach klasse: die S-Kurven, der Rhythmus - geil", schwärmt Michael Schumacher.

Vermutlich ist der Große Preis von Japan auf der einzigen Strecke in Form einer Acht auch der vorerst letzte. Das Rennen soll zum Mount Fuji umziehen, wo der deutsche Architekt Hermann Tilke bereits an einer neuen Streckenführung arbeitet. "Das wäre sehr schade", sagt BMW-Fahrer Nick Heidfeld. "Aber ich habe die Hoffnung, dass es dann vielleicht zwei Rennen in Japan geben wird."

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