Vorschau GP Kanada

Vorspiel

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Erst Formel 1, dann Fußball - so lautet der fernsehsportliche Doppelschlag am Sonntagabend (8.6.). Zum siebten WM-Lauf reist der Formel 1-Zirkus zum einzigen Nordamerika-Stop nach Montreal.

Genau wie beim Chaos-Rennen in Monte Carlo erwartet die Piloten in Kanada keine permanente Rennstrecke. Damit enden dann aber auch schon die Gemeinsamkeiten zwischen Montreal und Monaco. Nach dem langsamen Geschlängel im Fürstentum steigen die Top-Speeds nun wieder auf bis zu 315 km/h an. Zum ersten Mal in dieser Saison fahren die Autos mit richtig wenig Downforce.

Probleme könnten erneut die Reifen verursachen. Im vergangenen Jahr kämpfte die Mehrzahl der Piloten mit starkem Körnen der Gummis. Durch den Dreck auf den öffentlichen Straßen und den abgefahrenen Reifenschnipseln findet sich neben der Ideallinie kaum Grip. So ist das Überholen trotz langer Geraden und enger Kurven sehr anspruchsvoll. Durch das ständige Stop-and-Go sind vor allem die Bremsen extremer Beanspruchung ausgesetzt.

Ferrari ist Favorit

Auch wenn hier Lewis Hamilton im vergangenen Jahr seinen ersten GP-Sieg feiern konnte, hat Ferrari in diesem Jahr die besseren Siegchancen. Ferraris einzige kleine Schwäche - die schnellen Kurven - sind in Montreal nicht vorhanden. Und auf den langen Geraden kann der Ferrari-V8 seine Stärke beim Top-Speed ausspielen. Wie Red Bull-Aerodynamiker Adrian Newey verriet, generiert der F2008 zudem den meisten Abtrieb über den Unterboden. Dadurch können die Italiener die Flügel flacher stellen.

Eigentlich wollte Ferrari am letzten Tag in LeCastellet für den Grand Prix in Kanada testen. Wegen einer Regenfront fiel dieser letzte Probelauf allerdings ins Wasser. "Wir sind hier alle auf dem gleichen Level", stimmte sich Kimi Räikkönen dennoch positiv. Dem Auto habe man die Schwächen aus dem Vorjahr ausgetrieben. Vor allem an der Bremsstabilität und der Balance auf den Curbs wurde gearbeitet: "Allerdings müssen wir das erste Freie Training am Freitag abwarten, um die Fortschritte auch wirklich zu bestätigen."

Heidfeld sucht Trendwende

Auch BMW will ein Wörtchen um die Podiumsplätze mitreden. Nick Heidfeld konnte im vergangenen Jahr aus eigener Kraft immerhin auf Rang zwei fahren. Nach dem eher bescheidenen Saisonstart könnte der Mönchengladbacher ein ähnliches Resultat dringend gebrauchen. Wie bei den deutschen Fußballern kommt Heidfelds erster Gegner aus Polen fährt allerdings im selben Team.

Robert Kubica wird in Montreal versuchen, seine Erfolgsserie von 32 Punkten aus den letzten fünf Rennen fortzusetzen. Der Pole steht auch wegen seines Monster-Crashs im Vorjahr im Fokus. Die Stelle, an der Kubica 2007 in die Mauer eingeschlagen ist, wurde für den Grand Prix in diesem Jahr noch einmal umgebaut: Die Mauer ist nun näher an der Strecke und mit einem Zaun versehen. Auch die Curbs wurden verstärkt.

Schwierige Prognose

Spannend wird zu sehen, was die McLaren-Wundertüte bereithält. In Monaco konnte Lewis Hamilton noch überlegen gewinnen und an die Spitze der WM-Tabelle fahren. "Wir haben momentan einen guten Lauf und hoffen natürlich, dass dieser anhält", sagte Hamilton vor dem Rennen. Pechvogel Kovalainen, für den es in den drei letzten Rennen nur einen Punkt gab, hofft dagegen auf eine Trendwende.

McLaren-Chef Whitmarsh dämpfte allerdings die Erwartungen: "Wir haben ein Auto, dessen Stärken in schnellen Kurven liegen. Leider gibt es davon nicht allzuviele in Kanada." Die guten Ergebnisse in der Vergangenheit stimmten den Chef allerdings positiv. "Es ist ein ungewöhnlicher Kurs, der schwer vorherzusagen ist", so das Fazit.

Da die Formel 1 in diesem Jahr keinen Stop in Indianapolis einlegt, bleibt Kanada der einzige Grand Prix auf dem nordamerikanischen Kontinent. Das Qualifying am Samstag wie auch das Rennen am Sonntag beginnen jeweils zur besten Sendezeit um 19 Uhr. Im vergangenen Jahr ging der GP über 1:44.11 Stunden. Viel länger sollte es auch 2008 nicht dauern - ab 20.45 Uhr rollt in Klagenfurt das Leder.

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