Vorschau GP Kanada

Zeit für Überraschungen

Foto: dpa

Auch wenn die Formel 1 nun schon zum 27. Mal in Montreal gastiert ist der kanadische Grand Prix in diesem Jahr eine große Unbekannte. Neben den Abonnement-Siegern von Renault und den zuletzt dominanten McLaren-Mercedes muss die Konkurrenz auch Ferrari und Toyota im Auge haben.

Der Kurs auf der im St. Lorenz-Strom gelegenen Ile de Notre Dame vor den Toren Montreals ist eine klassische Vollgasstrecke. Auf lange Geraden folgen Schikanen oder eine Spitzkehre. "Eine der schnellsten Strecken, auf denen wir fahren", sagt Kimi Räikkönen. "Wir erreichen Geschwindigkeiten von 320 km/h, das bedeutet natürlich, dass wir anschließend heftig in die Eisen steigen müssen."

Tatsächlich sind in Montreal stabile Bremsen, ein geringer Luftwiderstand und hohe Motorleistung gefragt. Mit letzterem, kann Williams-BMW dienen, aber es hapert an der Aerodynamik. Wegen des fehlenden Abtriebs muss der Williams-BMW mit steileren Flügeln fahren als die Konkurrenz. Die Technik-Abteilung hat für den Kanada-GP frische Teile gefertigt, dennoch glaubt Nick Heidfeld nicht an eine Siegchance: "Wir können nicht gewinnen, aber es wäre schön, wenn ich mich täusche." Zumindest stand in den vergangenen drei Jahren immer ein Williams-BMW auf der Pole Position.

Neuer Asphalt

Für die Abteilung Optimismus ist in diesen Tagen Flavio Briatore zuständig. Er rät den anderen Teams, sie mögen sich doch ergeben. Tatsächlich ist der kraftvolle und aerodynamisch effiziente Renault ein Topfavorit, doch gleiche Attribute hat auch der McLaren-Mercedes zu bieten.

Den Vorteil, die Reifen besser als alle anderen zu schonen, dürften die Silbernen in Kanada nicht so sehr ausspielen können. Außer beim Bremsen werden die Gummis nicht allzu hart rangenommen. Eine Unbekannte ist der Belag. Die Piste ist neu asphaltiert worden.

Michael Schumacher: "Das Beste draus machen"

Mit Kampfansagen und aufmunternden Prognosen mag der Weltmeister zur Zeit nicht dienen. "Ich lasse es lieber, denn ich lag in letzter Zeit doch einige Male daneben. Ich werde einfach nach Montreal fahren und dort gemeinsam mit dem Team das Beste aus dem machen, was sich für uns dort ergibt. Wir müssen erst mal das freie Training am Freitag abwarten, erst dann werden wir Genaueres sagen können". Zuversichtlicher ist Teamkollege Rubens Barrichello: "Montreal ähnelt Imola und dort waren wir sehr stark.

Sehr still ist es um den kanadischen Lokalhelden geworden. Jacques Villeneuve ist nach den schwachen Ergebnissen dieser Saison zur Zeit eher kleinlaut. Für die lauten Töne sorgt eher Teamchef Peter Sauber: "Jacques ist zu langsam", mault der Schweizer ungewohnt deutlich.

Heimlich still und leise spekuliert dagegen das Toyota-Team auf einen Spitzenplatz. Dank dem starken Toyota-V10 könnten Jarno Trulli und Ralf Schumacher zumindest eine Treppchenplatzierung anvisieren. Ralf Schumacher liegt die Strecke in Montreal. 2004 fuhr er dort die Trainingsbestzeit.

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