Vorschau GP Malaysia

Antwort auf viele Fragen

Foto: dpa

Kommt in Sepang das große Motorensterben? Haben die Reifenhersteller zu harte Gummis gebacken? Ist der Interims-Ferrari noch konkurrenzfähig? Beim großen Preis von Malaysia (20.3.) wird sich zeigen, wie das Kräfteverhältnis in der Formel 1 wirklich aussieht.

"Ich war überrascht, wie gut wir in Australien ausgesehen haben. In Malaysia wird sich zeigen, wie gut der F2004 noch ist", sagt Michael Schumacher vor dem zweiten Rennen der Saison. Technik-Chef Ross Brawn hat schon verraten, dass ein vorzeitiges Debüt des neuen F2005 allein vom Ergebnis des Malaysia-GP abhängt. Die kommende Testwoche spielt bei den Überlegungen kaum eine Rolle.

Ferrari fürchtet vor allem einen zu hohen Reifenverschleiß auf der 5,5 Kilometer langen Piste. Da der F2004M nicht genügend Abtrieb produziert, rutscht das Auto mehr als die Konkurrenz, das kostet Gummi. Während Michael Schumacher nach seinem Unfall mit Nick Heidfeld in Melbourne mit demselben Motor ins zweite Rennen geht , entschied man sich bei Williams-BMW zum Wechsel.

Neben einem neuen Motor hat Nick Heidfeld auch weitere neue Aerodynamik-Teile zur Verfügung. "Ich freue mich auf die Strecke, auf der ich bisher immer ganz gut klar gekommen bin", sagt Heidfeld. Zu einer Aussprache mit Michael Schumacher wegen der Melbourne-Kollision kam es unter den Kontrahenten bisher nicht. "Ich bleibe bei meiner Version", sagt Heidfeld. "Wir werden uns im Laufe des Wochenende schon über den Weg laufen", sagt Schumacher.

Frühe Attacken

Beide Reifenausrüster gehen vorsichtig in das heißeste GP-Wochenende des Jahres. Es kommen noch härtere Mischungen zum Einsatz als in Australien, obwohl sich die Melbourne-Mischungen als unnötig hart erwiesen. Die Lufttemperaturen von über 40 Grad nötigen den Reifeningenieuren Respekt ab. Aus dem ersten Rennen hat man eine wichtige Erkenntnis gewonnen: "Der Reifenverschleiß des gesamten Rennens entscheidet sich in den ersten Runden", sagt ein Bridgestone-Ingenieur.

Während das Tempo wegen des durcheinander gewürfelten Starterfeldes in Australien anfangs eher verhalten war, lädt die 15 Meter breite Piste in Sepang zum frühen Attackieren ein. "Man kann hier verschiedene Linien fahren", sagt Kimi Räikkönen, der sich einiges ausrechnet. McLaren wurde in Melbourne unter Wert geschlagen und gilt als Favorit in Sepang. "Die Gewichtsverteilung der McLaren passt hier besser als die der Renault", verrät ein Michelin-Techniker.

Vier Liter Wasserverlust

Die meisten Fahrer reisten bereits kurz nach dem Australien-GP nach Malaysia, um sich frühzeitig zu akklimatisieren. Nach wie vor verspricht der Wetterbericht das heißeste Wochenende des Jahres mit Temperaturen über 42 Grad Celsius. In den Cockpits klettert die Temperatur bis über 50 Grad. Die Autos fahren mit großen Kühlöffnungen. Während ein Fahrer bei einem normalen Rennen etwa einen Liter Flüssigkeit verliert, sind es in Malaysia vier. Da nützt auch Wasserzufuhr von oben nichts. An allen drei Tagen sind heftige Regenschauer möglich.

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