Sebastian Vettel - GP Österreich 2019 Wilhelm

Vorschau GP Österreich

Verhindert Ferrari den Sieg-Rekord?

Mercedes will in Spielberg Geschichte schreiben. Können Ferrari und Red Bull das noch irgendwie verhindern? Wir haben die letzten Infos zum Alpen-Grand-Prix in unserer Vorschau.

Man kann von Glück reden, dass nach dem Rennen von Le Castellet nur sieben Tage Zeit bleiben bis zum Grand Prix von Österreich. Das langweiligste Rennen der Saison produzierte kaum genügend Geschichten, um Zeitungen und Webseiten zwei Wochen lang mit interessantem Inhalt zu füllen. Durch den Doppelschlag bekommt die Formel 1 die Gelegenheit, ihre Kritiker gleich wieder ruhigzustellen.

Kaum eine Strecke wäre dafür besser geeignet als der Red-Bull-Ring. Der Traditionskurs in der Steiermark hat in den vergangenen Jahren immer spektakuläre Rennen und einige Überraschungen produziert. Man muss nur zwölf Monate zurückblicken: Letztes Jahr machte Max Verstappen mit seinem Sieg tausende mitgereiste Holländer und viele österreichische Red-Bull-Fans glücklich. Das Ergebnis: Für die 2019er Ausgabe wurden noch einmal 30 Prozent mehr Tickets verkauft.

Wir wollen Ihnen aber hier natürlich keinen Bären aufbinden. Alles andere als der elfte Mercedes-Sieg in Folge wäre eine Sensation. Das wäre übrigens die Einstellung eines Rekords. McLaren hatte das Kunststück schon 1988 mit Senna und Prost in den Cockpits geschafft. Die Konkurrenz von Ferrari und Red Bull wird Mercedes sicher nicht fürchten. Vielleicht schaffen es aber die äußeren Bedingungen dem Silberpfeil-Team ein Bein zu stellen. Bei der erwarteten Gluthitze von 30°C an allen Tagen gehen Mensch und Material an die Belastungsgrenze.

Die Strecke – Red Bull-Ring

Die 1969 unter dem Namen Österreichring eröffnete Grand Prix-Strecke in Spielberg schlängelt sich malerisch an den Alpenhängen entlang. Der 4,318 Kilometer lange Kurs besitzt zwar mit nur 10 Kurven die wenigsten im gesamten Kalender, doch trotz des einfach erscheinenden Layouts hält der Red Bull-Ring einige Tücken bereit.

Von der Zielgerade bis zum höchsten Punkt nach Kurve 3 steigt die Strecke um satte 100 Meter an. Danach geht es größtenteils bergab ins Ziel. Vor allem das Anbremsen auf die ersten beiden engen Ecken erweist sich als knifflig. Auf die anschließenden langen Geraden müssen die Piloten viel Schwung mitnehmen und ihr Auto eine gute Traktion beweisen.

Die Vollgaspassagen bieten gute Überholmöglichkeiten. Zwischen den Kurven 1 und 3 erreichen die Autos einen Top-Speed von über 300 km/h. Dank einer 700 Meter langen DRS-Zone ist hier Überhol-Action garantiert. Die beiden anderen DRS-Zonen liegen auf der Start-Ziel-Gerade und dem kurzen Vollgasstück zwischen Kurve 3 und 4.

Fast Facts zum GP Österreich

  • Streckenlänge: 4,326 Kilometer
  • Rennrunden: 71
  • Renndistanz: 307,02 Kilometer
  • Rundenrekord: 1:07.411 Min. (Lewis Hamilton, 2017)
  • Top-Speed: 324 km/h
  • Anzahl der Kurven: 10 (3 links / 7 rechts)
  • Distanz Pole Position bis Kurve 1 (Scheitelpunkt): 217 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 359,2 Meter
  • Durchfahrtszeit bei 80 km/h: ca. 16,1 Sekunden
  • Höhe: 690 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent
  • Reifen: C2 – C3 – C4
Pirelli-Vorschau - GP Österreich 2019
Pirelli
Pirelli bringt die drei mittleren Reifensorten. Viel Action erwarten wir nicht an der Reifenfront.

Das Spielberg-Setup:

Auf der in Sachen Rundenzeit kürzesten Strecke des Kalenders zählen vor allem Power und Top-Speed. Außerdem muss das Auto stabil auf der Bremse verzögern und gut aus den langsamen Ecken herausbeschleunigen. Stichwort: Traktion. Daher gehen die Ingenieure auf der Hinterachse hier stets etwas weicher mit der Federung.

Der Heckflügel wird auf dem Red Bull-Ring nicht auf maximalen Abtrieb gestellt – aber auch nicht komplett flach. Achtgeben müssen die Teams auch bei der Justierung des Frontflügels. Zu flache Flaps führen zu Untersteuern in den etwas schnelleren Kurven 6 und 7 sowie in den letzten beiden Rechtskehren. Zu steile Flügel kosten allerdings Höchstgeschwindigkeit. Hier gilt es, ein gesundes Maß zu finden.

Pirelli bringt die mittelharte Reifenkombination C2 – C3 – C4. Der Asphalt ist in Spielberg traditionell sehr glatt, was zusammen mit dem Mangel an schnellen Kurven für einen geringen Verschleiß sorgt. Wir tippen, dass die beliebteste Strategie trotz der vorhergesagten großen Hitze wieder die Einstopp-Taktik wird.

Technische Updates:

Im zweiten Teil des Doppelschlags mit Frankreich ist eigentlich nicht viel an Upgrades zu erwarten. Ein paar Neuerungen haben die Teams dann aber doch noch angekündigt. Ferrari will zumindest im Freien Training ein paar Experimentalteile ausprobieren. Vielleicht klappt es ja dieses Mal, eine Entwicklungsrichtung für die Zukunft zu finden.

In Sachen Motoren lassen sich Alex Albon und Nico Hülkenberg frische Aggregaten einbauen, was bei beiden zu einer Rückversetzung in der Startaufstellung führen wird. Und bei Haas kann endlich auch Romain Grosjean die neue hydraulische Hinterradaufhängung fahren, weil er nach dem taktischen Ausfall in Le Castellet straffrei das Getriebe wechseln darf.

Zeitplan GP Österreich 2019

Session Termin
Training 1 Fr. 28. Juni, 11.00 Uhr
Training 2 Fr. 28. Juni, 15.00 Uhr
Training 3 Sa. 29. Juni, 12.00 Uhr
Qualifying Sa. 29. Juni, 15.00 Uhr
Rennen So. 30. Juni, 15.10 Uhr

Favoriten:

Den Punkt „Favoriten“ können wir eigentlich fast unverändert aus unserer Vorschau zum Frankreich-Rennen übernehmen. Wir wissen auch nicht, wer die Mercedes-Siegesserie beenden kann. Vielleicht wird der Silberpfeil ja von der großen Hitze auf dem falschen Fuß erwischt. Da Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nun schon 20 Rennen in Folge nicht ausgefallen sind, sehen wir die Chance dafür als gering an.

Zumindest sollte Ferrari wieder etwas näher dran sein an Mercedes, was nicht nur an der kurzen Rundenzeit in Spielberg liegt. Auf den langen Geraden können Sebastian Vettel und Charles Leclerc ihren Power-Vorteil ausspielen. Dass es nicht so viele verschiedene Kurventypen gibt wie in Paul Ricard hilft der Scuderia bei der Setup-Frage sicherlich.

Red Bull sieht auf dem Papier nicht so stark aus. Das Leistungsdefizit des Honda-Motors ist ausgerechnet auf der Heimstrecke ein großer Nachteil. Doch auch im Vorjahr hat es Max Verstappen geschafft, mit einem unterlegenen Antrieb zu gewinnen. Es wäre dieses Jahr aber eine noch größere Sensation als vor zwölf Monaten.

Im Mittelfeld gaben zuletzt McLaren und Renault den Ton an. Das gleiche Bild erwarten wir auch in Österreich. Haas und Racing Point müssten aber in der Theorie ein bisschen stärker auftreten können. Wenig Hoffnung auf Punkte dürfen sich die Fahrer von Toro Rosso und Williams machen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Österreich 2018:

Red Bull profitierte 2018 vom Technik-Pech bei Mercedes. In Runde 14 schied Bottas wegen eines Hydraulikproblems aus. Das lenkte die Ingenieure bei Mercedes offenbar so ab, dass man völlig verschlief, Hamilton wie die anderen Fahrer aus der Spitzengruppe während der Virtual Safety Car-Phase an die Box zu holen.

Nach dem eigenen Boxenstopp fiel der spätere Weltmsietr zunächst auf Platz 4 zurück. Dem Strategiefehler setzte der Ausfall in Runde 64 schließlich die Krone auf. Es war Hamiltons erster seit Malaysia 2016. Seitdem kam der Brite übrigens immer über die Distanz.

Der Sieg von Max Verstappen hing allerdings auch lange am seidenen Faden. Genau wie Teamkollege Daniel Ricciardo klagte der Holländer über Blasenbildung auf den Reifen. Und als Ricciardo dann wegen eines gebrochenen Auspuffs ganz aufgeben musste, machte man sich am Red-Bull-Kommandostand richtig sorgen.

Am Schluss rettete Verstappen anderthalb Sekunden Vorsprung vor Kimi Räikkönen über die Linie. Ferrari entschied sich gegen eine Stallregie, die Sebastian Vettel auf dem Podium eine Stufe höher gebracht hätte. Dank des Hamilton-Ausfalls übernahm der Heppenheimer die Führung im Gesamtklassement.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die spektakulären Bilder aus dem Vorjahr.

GP Österreich 2018: Die Rennhighlights

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Österreich - 1. Juli 2018
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Österreich - 1. Juli 2018 Girls - Formel 1 - GP Österreich - 1. Juli 2018 Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Österreich - 1. Juli 2018 Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Österreich - 1. Juli 2018 66 Bilder
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