Vorschau GP Österreich 2017

Die letzten Infos vor dem Rennen in Spielberg

Sebastian Vettel - GP Österreich 2018 Foto: sutton-images.com 63 Bilder

In Spielberg steigt das neunte Formel-1-Rennen des Jahres. Alle Augen sind auf die großen Titelaspiranten gerichtet. Kann sich Sebastian Vettel die WM-Führung zurückholen? Oder gewinnt gar einer der Red-Bull-Piloten beim Heimspiel?

Drei Siege für Lewis Hamilton, drei Siege für Sebastian Vettel – eigentlich wäre in Spielberg nun wieder Daniel Ricciardo dran, der in der aktuellen Saison „erst“ zweimal ganz oben auf dem Podium stand. Die Fans am Red Bull-Ring würde es freuen, auch wenn die Mehrzahl der Zuschauer auf den Tribünen wohl Teamkollege Max Verstappen die Daumen drücken. Aus den Niederlanden haben sich wieder ganze Busladungen an Formel-1-Touristen angekündigt, die den langen Weg in die Steiermark auf sich nehmen.

Die Chancen des Youngsters stehen gar nicht so schlecht. Nach Platz 3 in Kanada und Platz 2 in Frankreich ist der Aufwärtstrend nach dem Pleitenstart in die Saison deutlich zu spüren. Die Frage lautet nur, wie gut die Heimstrecke dem Auto passt. Motorleistung ist normalerweise nicht gerade die Paradedisziplin des Newey-Renners, aber in Spielberg kommt es neben Top-Speed bekanntlich auch auf eine gute Traktion und ein reifenschonendes Setup an.

Die Favoritenrolle geht aber nicht nur durch den Frankreich-Sieg klar an Mercedes. Seit dem Comeback Österreichs in den Formel 1-Kalender im Jahr 2014 konnte nur Mercedes gewinnen. Zweimal Nico Rosberg, einmal Lewis Hamilton und – letztes Jahr – einmal Valtteri Bottas. Aber diese Saison sind die drei Top-Teams bekanntlich deutlich näher zusammen. Im Gegensatz zu Paul Ricard kommen nun auch wieder die normalen Reifen ohne reduzierte Lauffläche zum Einsatz. Neben einer zusätzlichen DRS-Zone könnte auch das Wetter für Action sorgen. Zumindest für den Trainingsfreitag ist aktuell Regen vorhergesagt.

Die Strecke – Red Bull-Ring:

Verstappen, Hamilton & Räikkönen - GP Frankreich 2018 Crazy Stats GP Frankreich 2018 Spielberg-Podium praktisch fix

Die 1969 unter dem Namen Österreichring eröffnete Grand Prix-Strecke in Spielberg schlängelt sich malerisch an den Alpenhängen entlang. Der 4,318 Kilometer lange Kurs besitzt zwar mit nur 10 Kurven die wenigsten im gesamten Kalender, doch trotz des einfach erscheinenden Layouts hält der Red Bull-Ring einige Tücken bereit.

Von der Zielgerade bis zum höchsten Punkt nach Kurve 3 steigt die Strecke um satte 100 Meter an. Danach geht es größtenteils bergab ins Ziel. Vor allem das Anbremsen auf die ersten beiden engen Ecken erweist sich als knifflig. Für die anschließenden langen Geraden müssen die Piloten viel Schwung mitnehmen und eine gute Traktion beweisen.

Die Vollgaspassagen bieten gute Überholmöglichkeiten. Zwischen den Kurven 1 und 3 erreichen die Autos einen Top-Speed von über 300 km/h. Hier bot sich schon früher die beste Chance auf einen Angriff. Für zusätzliche Action hat die FIA hier dieses Jahr noch eine neue 700 Meter lange DRS-Zone eingerichtet. Die beiden anderen DRS-Zonen liegen wie bisher auf der Start-Ziel-Gerade und dem kurzen Vollgasstück zwischen Kurve 3 und 4.

Fast Facts zum GP Österreich

  • Streckenlänge: 4,326 Kilometer
  • Rennrunden: 71
  • Renndistanz: 307,02 Kilometer
  • Rundenrekord: 1:07.411 Min. (Lewis Hamilton, 2017)
  • Top-Speed: 324 km/h
  • Anzahl der Kurven: 10 (3 links / 7 rechts)
  • Distanz Pole Position bis Kurve 1 (Scheitelpunkt): 330,8 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 358,1 Meter
  • Durchfahrtszeit bei 80 km/h: ca. 16,1 Sekunden
  • Maximale seitliche G-Kräfte: 4,4 G
  • Benzinverbrauch: mittel
  • Höhe: 690 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent

Das Spielberg-Setup:

Auf der in Sachen Rundenzeit kürzesten Strecke des Kalenders zählen vor allem Power und Top-Speed. Außerdem muss das Auto stabil auf der Bremse verzögern und gut aus den langsamen Ecken herausbeschleunigen. Stichwort: Traktion. Daher gehen die Ingenieure auf der Hinterachse hier stets etwas weicher mit der Federung.

Der Heckflügel wird auf dem Red Bull-Ring nicht auf maximalen Abtrieb gestellt – aber auch nicht komplett flach. Achtgeben müssen die Teams auch bei der Justierung des Frontflügels. Zu flache Flaps führen zu Untersteuern in den etwas schnelleren Kurven 6 und 7 sowie in den letzten beiden Rechtskehren. Zu steile Flügel kosten allerdings Höchstgeschwindigkeit. Hier gilt es, ein gesundes Maß zu finden.

Pirelli bringt wie im Vorjahr die Mischungen ultrasoft, supersoft und soft nach Spielberg. Die Fahrer und Ingenieure stehen vor der Aufgabe, die Reifen auf dem glatten Asphalt zum Arbeiten zu bringen. Der Mangel an schnellen Kurven sorgt für einen geringen Verschleiß. Wir tippen, dass die beliebteste Strategie wieder die Einstopp-Taktik wird.

Technische Updates:

Wir befinden uns im zweiten Teil eines sogenannten Triple-Headers. Das heißt: drei Rennen innerhalb von drei Wochen. In dem eng getakteten Zeitplan sind größere Update-Pakete eher unwahrscheinlich. Beim Heimspiel erwartet man natürlich von Red Bull und Toro Rosso am ehesten Upgrades. Red Bull hatte aber erst in Paul Ricard einen neuen Diffusor im Gepäck. Konkrete Ankündigungen gab es vorher nur bei Force India. Hier soll der neue Unterboden endlich debütieren, der schon für Frankreich eingeplant war.

Favoriten:

Porsche 962c - Legendenparade - GP Österreich 2017 - Spielberg Le Mans-Legenden am Red Bull-Ring Wiedersehen mit dem Porsche 917

Mercedes hat alle vier Rennen seit dem Comeback des GP Österreich für sich entschieden. Wenn die Silberpfeile das Arbeitsfenster der Reifen treffen, wird es schwer sie zu schlagen. Die moderaten Temperaturen von 23°C sprechen auch für das Weltmeister-Auto. Und seit dem Motoren-Upgrade sind Hamilton und Bottas auch im Qualifying wieder Favorit auf die Plätze in der ersten Reihe.

Wenn alles normal läuft, dürften dahinter erst die Ferrari und dann die Red Bull starten aus den Reihen zwei und drei starten. Auch im Mittelfeld-Kampf wird die Motorleistung zum entscheidenden Faktor. Wir erwarten wieder HaasF1 ganz stark. Dahinter dürften sich Force India und Renault um die letzten WM-Punkte balgen. Sauber könnte das hintere Mittelfeld anführen. Williams, Toro Rosso und McLaren müssen auf Probleme bei der Konkurrenz hoffen, wenn es etwas Zählbares geben soll.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Österreich 2017:

Valtteri Bottas hieß der Sieger des GP Österreich 2017. Von der Pole Position sicherte der Finne seine Führung mit eienm Raketenstart ab. Anschließend brauste er in der ersten Rennhälfte Sebastian Vettel davon. Der Mercedes ging auf den Ultrasoft-Reifen besser als der Ferrari. Auf den Supersoft-Klebern war Vettel der schnellere Mann. Schritt für Schritt verkürzte er den Abstand. Zwei Runden vor Schluss kam der Ferrari-Star erstmals ins DRS-Fenster. Es reichte aber nicht für eine letzte Attacke. Bottas kreuzte nach 71 Runden den Zielstrich 0,6 Sekunden vor Vettel.

Der nur von Rang 8 gestartete Lewis Hamilton lieferte eine erfolgreiche Aufholjagd ab. Doch die Schlussattacke auf Daniel Ricciardo im Kampf um den letzten Podiumsplatz wehrte der Australier in Kurve vier gekonnt ab. Teamkollege Max Verstappen hatte wieder einmal Pech. Zum Ärger der vielen holländischen Fans wurde der Youngster Opfer einer Startkollision. Ausgelöst durch Daniil Kvyat, der Fernando Alonso abräumt. Der Spanier traf in seinem McLaren dann Verstappen.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die spektakulären Bilder aus dem Vorjahr.

Die neue Ausgabe als PDF
Oberklasse Bentley Continental GT V8 2019 Bentley Continental GT V8 (2020) Neue Einstiegsmotorisierung für den Gran Turismo Bugatti Galibier Bugatti-Zukunft Zweites Modell wird ein Elektroauto sein
Sportwagen F-Type Jaguar Lister LFT-C Cabrio Lister LFT-C mit biestigen 666 PS Dieses Cabrio wird nur 10 Mal gebaut 03/2019, Koenigsegg Jesko Koenigsegg Jesko (2019) 300-mph-Hypercar ausverkauft
SUV Porsche Cayenne Coupé Porsche Cayenne Coupé (2019) Sportliche Lifestyle-Version des SUV Porsche Cayenne Coupé, Exterieur Porsche Cayenne Coupé im Schnellcheck Passt der Fond auch für Erwachsene?
Anzeige