Max Verstappen vs. Sebastian Vettel - GP Österreich 2019 Wilhelm
Impressionen - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2019
Lewis Hamilton - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2019
Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2019
Verstappen-Fans - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 30. Juni 2019 48 Bilder

Vorschau GP Österreich: Sieg-Hattrick für Verstappen?

Vorschau GP Österreich Verstappen zum Dritten?

Die Formel 1 steht kurz vor dem Neustart in Österreich. Nach gut vier Monaten Pause sind Fans und Experten gleichermaßen gespannt, wie sich die Königsklasse in Corona-Zeiten präsentiert. Wir haben die letzten Infos zum Auftakt in Spielberg.

Seit den Wintertestfahrten standen die 20 F1-Renner 126 Tage lang in der Garage. Die Pause zum letzten Rennen in Abu Dhabi 2019 beträgt sogar 217 Tage. Doch nun werden die F1-Motoren endlich wieder angelassen. Der Red-Bull-Ring in Spielberg ist bereit für den großen Restart der Königsklasse. Doch in Corona-Zeiten werden sich die Teams und die Fans an einige Neuerungen gewöhnen müssen.

Der Schutz vor einer Infektionswelle im Fahrerlager verlangt nach Abstandsregeln und Masken. Die Teams leben strikt getrennt voneinander in einzelnen Blasen. Motorhomes, in denen Gäste bewirtet werden, gibt es nicht. In die Startaufstellung werden weder Reporter noch VIPs gelassen. Die Tribünen bleiben leer. Autogrammstunden und Fahrerparade wurden komplett gestrichen.

Die Frage lautet, wie gut die Piloten nach der langen Pause unter diesen ungewöhnlichen Bedingungen wieder in der Rennmodus finden. Und wie gut die umfangreichen Update-Pakete funktionieren. Entscheidende Bedeutung bekommen wohl schon die beiden Trainingssessions am Freitag. Für etwas Extra-Würze könnten Regenschauer sorgen, die für den Start in das Rennwochenende vorhergesagt sind.

Aber auch auf trockener Piste mangelt es nicht an Spannung. Die letzten Jahre haben bereits gezeigt, dass Spielberg immer für eine Überraschung gut ist. Max Verstappen konnte die Fans beim Red-Bull-Heimspiel schon 2018 und 2019 unerwartet zum Jubeln bringen. Mercedes wurde wiederholt auf dem falschen Fuß erwischt. Bei dem verkürzten Saisonplan kann sich Lewis Hamilton dieses Jahr nicht viele Ausrutscher erlauben, will er Titel Nummer sieben einfahren.

Die Strecke – Red Bull-Ring

Die 1969 unter dem Namen "Österreichring" eröffnete Grand Prix-Strecke in Spielberg schlängelt sich malerisch an den Alpenhängen entlang. Der 4,318 Kilometer lange Kurs besitzt zwar mit nur 10 Kurven die wenigsten im gesamten Kalender, doch trotz des einfach erscheinenden Layouts hält der Red-Bull-Ring einige Tücken bereit.

Von der Zielgerade bis zum höchsten Punkt nach Kurve 3 steigt die Strecke um satte 100 Meter an. Danach geht es größtenteils bergab ins Ziel. Vor allem das Anbremsen auf die ersten beiden engen Ecken erweist sich als knifflig. Auf die anschließenden langen Geraden müssen die Piloten viel Schwung mitnehmen und ihre Autos eine gute Traktion beweisen.

Die Vollgaspassagen bieten gute Überholmöglichkeiten. Zwischen den Kurven 1 und 3 erreichen die Autos einen Top-Speed von über 300 km/h. Dank einer 700 Meter langen DRS-Zone ist hier Überhol-Action garantiert. Die beiden anderen DRS-Zonen liegen auf der Start-Ziel-Gerade und dem kurzen Vollgasstück zwischen Kurve 3 und 4.

Pirelli - Infografik - GP Österreich 2020
Pirelli
Pirelli bringt die drei mittleren Reifensorten. Viel Action erwarten wir nicht an der Reifenfront.

Fast Facts zum GP Österreich

  • Streckenlänge: 4,326 Kilometer
  • Rennrunden: 71
  • Renndistanz: 307,02 Kilometer
  • Streckenrekord: 1:03.003 Min. (Charles Leclerc, 2019)
  • Top-Speed: 324 km/h
  • Anzahl der Kurven: 10 (3 links / 7 rechts)
  • Distanz Pole Position bis Kurve 1 (Scheitelpunkt): 217 Meter
  • Länge Boxengasse unter Speed-Limit: 359,2 Meter
  • Durchfahrtszeit bei 80 km/h: ca. 16,1 Sekunden
  • Höhe: 690 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent
  • Reifen: C2 – C3 – C4

Das Spielberg-Setup:

Auf der in Sachen Rundenzeit kürzesten Strecke des Kalenders zählen vor allem Power und Top-Speed. Die dünne Luft in 690 Metern Höhe sorgt regelmäßig für Probleme mit der Kühlung. Wichtig ist auch, dass die Autos stabil auf der Bremse verzögern und gut aus den langsamen Ecken herausbeschleunigen. Stichwort: Traktion. Daher gehen die Ingenieure auf der Hinterachse stets etwas weicher mit der Federung.

Der Heckflügel wird auf dem Red Bull-Ring nicht auf maximalen Abtrieb gestellt – aber auch nicht komplett flach. Achtgeben müssen die Teams auch bei der Justierung des Frontflügels. Zu flache Flaps führen zu Untersteuern in den etwas schnelleren Kurven 6 und 7 sowie in den letzten beiden Rechtskehren. Zu steile Flügel kosten allerdings Höchstgeschwindigkeit. Hier gilt es, ein gesundes Maß zu finden.

Pirelli bringt wie im Vorjahr die mittelharte Reifenkombination C2 – C3 – C4. Der Asphalt ist in Spielberg traditionell sehr glatt, was zusammen mit dem Mangel an schnellen Kurven für einen geringen Verschleiß sorgt. Wir tippen, dass die beliebteste Strategie wieder die Einstopp-Taktik wird.

Technische Updates

Nach fast vier Monaten Pause haben fast alle Teams neue Teile im Gepäck. Vor allem bei Red Bull und Mercedes wurden größere Ausbaustufen angekündigt. Aber auch im Mittelfeld könnte das bei den Wintertests gesehene Kräfteverhältnis etwas durcheinandergewirbelt werden. Im Gegensatz zur direkten Konkurrenz verzichtet Ferrari überraschend auf Upgrades. Erst beim dritten Rennen in Ungarn sollen die Schwächen des SF1000 mit Modifikationen ausgemerzt werden.

Wieder aufflammen könnte der Streit um das innovative Mercedes-System "DAS". Die Spurverstellung über das Lenkrad hatte bei den Testfahrten für viel Wirbel gesorgt. Nach Angaben von Mercedes soll die strittige Technik in Spielberg erstmals in einem Rennen eingesetzt werden. Red Bull hatte für diesen Fall schon in Australien einen offiziellen Protest bei der FIA angekündigt, um die Legalität von "DAS" überprüfen zu lassen.

Start - GP Österreich 2019
Wilhelm
Max Verstappen fiel 2019 am Start weit zurück, begann dann aber schnell eine fulminante Aufholjagd.

Favoriten

Was die Frage nach den Favoriten angeht, können wir nur die Wintertestfahrten als Maßstab heranziehen. In Barcelona hinterließ Mercedes klar den stärksten Eindruck. Doch Red Bull deutete damals schon an, dass der fast schon traditionelle Rückstand zum Saisonbeginn dieses Mal nicht ganz so groß ausfällt wie in den vergangenen Jahren. Ein dritter Verstappen-Sieg wäre keine so große Überraschung wie noch 2018 und 2019.

Ferrari hat seine Schwächen zwar erkannt, benötigt aber noch etwas Zeit, bis man den anderen beiden Top-Teams Paroli bieten kann. Einige Experten befürchten sogar, dass von hinten Gefahr droht. Racing Point geigte bei den Testfahrten bereits groß auf. Mit einem Update-Paket, das eigentlich schon in Australien hätte debütieren sollen, will man die rote Konkurrenz endgültig zu Fall bringen.

Vorhersagen zum restlichen Mittelfeld sind praktisch nicht möglich. Weil es in Spielberg auf Power ankommt, erwarten wir die Teams mit dem schwächelnden Ferrari-Motor – also Alfa Romeo und Haas – etwas im Rückstand. Auch Williams sollte mit der Vergabe der Punkteplätze nichts zu tun haben. Ganz so weit abgeschlagen wie im Vorjahr erwarten wir das Traditionsteam aber nicht.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Österreich 2019:

In der Saison 2019 lautete das Spielberg-Duell Charles Leclerc gegen Max Verstappen. Der Holländer war nach einem Problem am Start von Rang zwei bis auf Position sieben zurückgefallen. Doch dann begann "Mad Max" eine Aufholjagd, an die sich die Fans noch lange erinnern werden. Ein Auto nach dem anderen wurde aufgeschnupft. Fünf Runden vor Schluss kam schließlich der Ferrari von Leclerc in Reichweite, der den Großteil des Rennens komfortabel angeführt hatte.

Mit einem beinharten Manöver schob sich Verstappen in der vorletzten Runde an seinem Gegner vorbei in Führung. Leclerc wurde in Kurve 3 zwar unsanft neben die Strecke gedrängt, doch die FIA-Schiedsrichter verzichteten auf eine nachträgliche Strafe. Verstappen durfte den Siegerpokal behalten. Auf Rang drei sorgte Valtteri Bottas für ein bunt gemischtes Podium. Der Mercedes-Pilot konnte das Tempo der beiden vor ihm gestarteten Piloten jedoch nie mitgehen.

Probleme mit Überhitzung sorgten dafür, dass beide Silberpfeile die Motorleistung stark zurückdrehen und vor den Kurven früh vom Gas gehen mussten. Lewis Hamilton rollte nach zuvor vier Siegen in Folge sogar nur auf Rang fünf hinter Sebastian Vettel ins Ziel. Der Heppenheimer verpasste das Podium, weil er mit erhöhtem Reifenverschleiß zu kämpfen hatte. Als einziger Pilot der Spitzengruppe war er zwei Mal zum Service an der Box.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die spektakulären Bilder aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP Österreich 2020

Session Termin
Training 1 Fr. 3. Juli, 11.00 Uhr
Training 2 Fr. 3. Juli, 15.00 Uhr
Training 3 Sa. 4. Juli, 12.00 Uhr
Qualifying Sa. 4. Juli, 15.00 Uhr
Rennen So. 5. Juli, 15.10 Uhr
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