Sebastian Vettel - GP Russland 2017 sutton-images.com
Romain Grosjean & Jolyon Palmer - GP Russland 2017
Valtteri Bottas - GP Russland 2017
Vettel & Bottas - GP Russland 2017
Valtteri Bottas - GP Russland 2017
Girls - GP Russland 2017 67 Bilder

Vorschau GP Russland

Letzte Chance für Vettel

Nach der Niederlage in Singapur muss Sebastian Vettel beim GP Russland unbedingt Punkte auf Lewis Hamilton aufholen. Sonst droht der WM-Zug abzufahren. In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum Rennen in Sotschi.

„Wir selbst sind unser größter Gegner“, hatte Sebastian Vettel vor dem Nachtrennen in Singapur prophetisch erklärt. Und er sollte Recht behalten. Ferrari stellte sich – vor allem im Qualifying – wieder einmal selbst ein Bein. Nicht zum ersten Mal in der Saison. Fehler vom Team wechseln sich mit Patzern der Fahrer in schöner Regelmäßigkeit ab. Dabei wäre das Auto selbst im Vergleich zum Mercedes absolut konkurrenzfähig.

Die Folge der Pannenserie: Vettels Rückstand zu Lewis Hamilton ist vor dem GP Russland bereits auf 40 Zähler angewachsen. Bei nur noch 6 Rennen muss nun schon alles perfekt laufen, will Vettel das Defizit bis Abu Dhabi noch wettmachen. Doch Sotschi galt bislang nicht gerade als Ferrari-Terrain. Seitdem der Olympia-Kurs 2014 in den Kalender aufgenommen wurde, hat Mercedes hier immer gewonnen.

In der Theorie sollte die Piste mit ihren vielen rechtwinkligen Kurven den roten Autos aber gut schmecken. Doch das dachte man von Singapur auch und dann fuhr Hamilton plötzlich alles in Grund und Boden. Immerhin scheint das Wetter die Aufgabe nicht unnötig zu verkomplizieren. Für die Stadt an der Schwarzmeerküste sind an allen Tagen des Rennwochenendes trockene Bedingungen bei moderaten Höchsttemperaturen von 25°C vorhergesagt.

Die Strecke: Sochi Autodrom

Mit 5,853 Kilometern ist der Kurs im olympischen Park nach Spa, Silverstone und Baku der viertlängste im Kalender. Die Piloten passieren über 12 Links- und 6 Rechtskurven diverse olympische Arenen, umrunden den Platz mit der großen Fackel und kommen auch am imposanten Olympiastadion vorbei, das im Sommer als Austragungsstätte für Spiele der Fußball-WM diente. Teilweise geht es über öffentliche Wege, weshalb das Grip-Niveau vor allem zu Beginn des Wochenendes stets zu Wünschen übrig lässt.

Die Piloten kreiseln im Uhrzeigersinn. Dass trotzdem die rechte Seite des Nackens besonders belastet wird, liegt an der langgezogenen Omega-Kurve (Turn 3), die am Ausgang mit knapp 300 km/h durchfahren wird. Hier herrschen hohe Fliehkräfte über mehr als 6 Sekunden. Die ersten vier Rennen haben gezeigt, dass Überholen in Sotschi nicht einfach ist. Die besten Chancen zum Angriff gibt es am Ende der Zielgeraden vor Kurve 2. Auf der Anfahrt werden Top-Speeds von 343 km/h erreicht.

Fast Facts zum GP Russland:

  • Streckenlänge: 5,858 km
  • Rundenzahl: 53
  • Renndistanz: 309,745 km
  • Rundenrekord (Rennen): 1:36.844 Min. (Kimi Räikkönen, 2017)
  • Anzahl Kurven: 18 (12 rechts / 6 links)
  • Top-Speed: 343 km/h
  • Distanz Start bis erster Bremspunkt: 1.029,5 Meter
  • Länge Boxengasse: 419 Meter (Zeitverlust: ca. 21s)
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Reifensorten: Hypersoft / Ultrasoft / Soft
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 75 Prozent (3/4)
GP Russland 2018 - Pirelli - Infografik
Pirelli
Wie schon in Singapur bringt Pirelli nicht den Supersoft-Reifen sondern den Soft als härteste Mischung. Wir erwarten nicht, dass die Teams viele Runden darauf drehen.

Das Setup

In puncto Abtrieb sind die Autos wie bei allen Stadtkursen am oberen Limit unterwegs. Vor allem beim Frontflügel darf der Anstellwinkel nicht zu klein gewählt werden, um die Tendenz zum Untersteuern in den vielen 90-Grad-Kurven zu lindern. Obwohl der Asphalt topfeben ist, sollte die Federung vor allem auf der Hinterachse nicht ganz so hart und tief ausfallen, sonst leidet die Traktion. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bremsstabilität in den Stop-&-Go-Abschnitten.

Dem Reifenverschleiß müssen die Ingenieure dagegen keine große Beachtung schenken. Obwohl Pirelli mit Hypersoft, Ultrasoft und Soft die gleiche, relativ weiche Kombination wie in Singapur anbietet, rechnet der Reifenlieferant erneut wieder nur mit Einstoppstrategien im Rennen. Der glatte Asphalt und der Mangel an schnellen Kurven sorgen für eine sehr geringe Belastung der Gummis. Dazu kommen noch die moderaten Temperaturen, die den Strategie-Ingenieuren und den Fahrern das Leben leichter machen.

Technik-Updates:

Die Saison befindet sich bereits im Endspurt. In den Fabriken sind die Schalter längst auf die neue Saison umgelegt. Größere Upgrades sind nur bei den Top-Teams zu erwarten, die sich noch im WM-Kampf befinden. Im Rest des Feldes werden die Auslaufmodelle nur im Detail modifiziert. Größere Ankündigungen gab es im Vorfeld des Sotschi-Rennens nicht. Lediglich aus dem Renault-Lager haben wir gehört, dass der Unterboden ausgetauscht werden soll. In Sachen Motoren erwarten wir von Honda ein Upgrade. Die Verantwortlichen wollten zuletzt aber noch nicht endgültig bestätigen, ob die neue Ausbaustufe rechtzeitig für Russland fertig wird.

Favoriten:

Wenn wir Geld wetten müssten, würden wir es auf die Farbe Rot setzen. Doch Singapur hat gezeigt, dass man Mercedes und Lewis Hamilton niemals unterschätzen darf. Beide Teams befinden sich aktuell auf einem ähnlichen Level. Da wird am Ende wieder die Tagesform und die Fehlerquote über Sieg und Niederlage entscheiden. Der Grundstein zum Erfolg wird in Sotschi bekanntlich schon im Qualifying gelegt. Im Rennen gibt es – bis auf die lange Gerade am Start – kaum noch Überholmöglichkeiten.

Bottas, Vettel & Räikkönen - GP Russland 2017
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Valtteri Bottas feierte im Vorjahr den ersten Sieg seiner F1-Karriere. Lewis Hamilton zeigte eines seiner schlechteren Rennwochenenden.

Red Bull wird sicher nicht mehr ganz so stark auftrumpfen können wie noch in Singapur. Die Geraden in Sotschi sind einfach zu lang. Und der Vorteil des guten Reifenmanagements wiegt auf der relativ glatten Strecke am Schwarzen Meer nicht so stark, als dass man das Power-Defizit egalisieren könnte. Verstappen und Ricciardo müssen also auf Fehler bei Mercedes und Ferrari hoffen, wenn sie auf das Podium schielen.

Im Mittelfeld erwarten wir ganz enge Fights. Sotschi hat für alle etwas zu bieten. Force India und Renault hinterließen zuletzt in Singapur zumindest im Qualifying den stärksten Eindruck. Auch Haas sehen wir mittendrin im Kampf um die Punkte. Sauber, McLaren und Toro Rosso müssen sich etwas mehr strecken, wenn es etwas Zählbares geben soll. Williams dürfte mit den Top-Ten-Plätzen nicht viel zu tun haben, obwohl die im Vergleich zu Singapur kühleren Temperaturen dem Auto entgegen kommen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Russland 2017:

Beim Grand Prix von Russland 2017, der damals übrigens schon Ende April ausgetragen wurde, konnte am Ende Valtteri Bottas triumphieren. Bereits am Start hatte sich der Finne an den beiden Ferrari vorbeigeschoben, die aus der ersten Reihe losgefahren waren. Danach legte der Mercedes-Pilot eine überraschend gute Pace auf den rutschigen Asphalt im Olympischen Park von Sotschi. Verfolger Vettel kam nie nahe genug ran, um eine Attacke zu starten.

Erst nach dem Wechsel auf Ultrasoft- auf Supersoft-Reifen begann sich die Lücke an der Spitze zu verkleinern. Auf der überholfeindlichen Strecke fand Vettel aber keinen Weg vorbei. Am Ende rollte Bottas mit 0,6 Sekunden Vorsprung über die Linie und feierte damit seinen ersten Sieg in der Formel 1. Kimi Räikkönen konnte auf Rang 3 nicht in den Kampf ganz vorne eingreifen. Lewis Hamilton war komplett neben der Spur unterwegs und landete nur auf Rang 4. Ein gutes Rennen zeigte Nico Hülkenberg auf Position 8.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die spektakulärsten Szenen des GP Russland aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP Russland 2018

Zeitplan GP Russland 2018

Session Termin (MEZ)
Freies Training 1 Freitag, 28. September - 10 Uhr
Freies Training 2 Freitag, 28. September - 14 Uhr
Freies Training 3 Samstag, 29. September - 11 Uhr
Qualifikation Samstag, 29. September - 14 Uhr
Rennen Sonntag, 30. September - 13.10 Uhr
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