Hamilton vs. Vettel - GP Russland 2018 Motorsport Images
Startaufstellung - GP Russland 2018 - Sotschi - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Russland 2018 - Sotschi - Rennen
Startaufstellung - GP Russland 2018 - Sotschi - Rennen
Start - GP Russland 2018 - Sotschi - Rennen 67 Bilder

Vorschau GP Russland

Geht die Ferrari-Serie weiter?

Nach drei Siegen in Folge reist Ferrari als Favorit zum Grand Prix von Russland. Teamchef Mattia Binotto warnt allerdings vor zu hohen Erwartungen. In der Vorschau haben wir für Sie die letzten Infos zum Rennen in Sotschi gesammelt.

Die beiden Erfolge in Spa-Francorchamps und Monza kamen nicht unerwartet. Das Ferrari aber plötzlich auch in Singapur stark ist, wo maximaler Abtrieb gefragt ist, überraschte die meisten Experten. Mit den letzten Upgrades kommt der SF90 nun endlich auch um enge Kurven. Die Piloten lobten zudem die verbesserte Balance. Ferrari scheint momentan auf jeder Strecke siegfähig zu sein.

Obwohl Mercedes von den letzten sieben Grands Prix nur zwei gewinnen konnte, beträgt der Vorsprung von Lewis Hamilton auf die Konkurrenz immer noch fast 100 Punkte. Die WM ist damit praktisch entschieden. Aber immerhin können sich die Fans nun auf ein paar spannende Rennen im Meisterschaftsendspurt freuen.

Auch das Wetter könnte für ein abwechslungsreiches Formel-1-Wochenende in Sotschi sorgen. Die Meteorologen rechnen vor allem am Quali-Samstag und am Rennsonntag mit einigen Schauern. Die ersten fünf Rennen in der Küstenstadt am Schwarzen Meer fanden jeweils auf trockener Piste statt. Das Sochi Autodrom bei Regen wäre für alle Beteiligten eine ganz neue Erfahrung.

2019 Austrian GP
Formel Schmidt GP Singapur 2019
24:09 Min.

Die Strecke: Sochi Autodrom

Mit 5,853 Kilometern ist der Kurs im olympischen Park nach Spa, Silverstone und Baku der viertlängste im Kalender. Die Piloten passieren über 12 Links- und 6 Rechtskurven diverse olympische Arenen, umrunden den Platz mit der großen Fackel und kommen auch am imposanten Olympiastadion vorbei, das im Sommer 2018 als Austragungsstätte für Spiele der Fußball-WM diente. Teilweise geht es über öffentliche Wege, weshalb das Grip-Niveau vor allem zu Beginn des Wochenendes stets zu Wünschen übrig lässt.

Die Piloten kreiseln im Uhrzeigersinn. Dass trotzdem die rechte Seite des Nackens besonders belastet wird, liegt an der langgezogenen Omega-Kurve (Turn 3), die am Ausgang mit knapp 300 km/h durchfahren wird. Hier herrschen hohe Fliehkräfte über mehr als sechs Sekunden. Die ersten fünf Rennen haben gezeigt, dass Überholen in Sotschi nicht einfach ist. Die besten Chancen zum Angriff gibt es am Ende der Zielgeraden vor Kurve 2. Auf der Anfahrt werden Top-Speeds von 343 km/h erreicht.

Fast Facts zum GP Russland:

  • Streckenlänge: 5,858 km
  • Rundenzahl: 53
  • Renndistanz: 309,745 km
  • Rundenrekord (Rennen): 1.35,861 Min. (Valtteri Bottas, 2018)
  • Anzahl Kurven: 18 (12 rechts / 6 links)
  • Top-Speed: 343 km/h
  • Distanz Start bis erster Bremspunkt: 889,6 Meter
  • Länge Boxengasse: 414,2 Meter (Zeitverlust: ca. 21s)
  • DRS-Zonen: 2 (T1-2, T11-13)
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Reifensorten: C2, C3, C4
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 60 Prozent (3/5)
Pirelli-Infografik - GP Russland 2019
Pirelli
Pirelli bringt die drei mittleren Reifenmischungen. Wir erwarten nicht, dass die Piloten mehr als ein Mal an die Boxen kommen.

Das Setup

In puncto Abtrieb sind die Autos wie bei allen Stadtkursen am oberen Limit unterwegs. Vor allem beim Frontflügel darf der Anstellwinkel nicht zu klein gewählt werden, um die Tendenz zum Untersteuern in den vielen 90-Grad-Kurven zu lindern. Obwohl der Asphalt topfeben ist, sollte die Federung vor allem auf der Hinterachse nicht ganz so hart und tief ausfallen, sonst leidet die Traktion. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bremsstabilität in den Stop-&-Go-Abschnitten.

Dem Reifenverschleiß müssen die Ingenieure dagegen keine große Beachtung schenken. Der glatte Asphalt und der Mangel an schnellen Kurven sorgen für eine sehr geringe Belastung der Gummis. Dazu kommen noch die moderaten Temperaturen, die den Strategie-Ingenieuren und den Fahrern das Leben leichter machen. Selbst 2018, als noch der Hypersoft-Reifen zum Einsatz kam, schafften es fast alle Piloten mit einem Stopp über die Distanz. Dieses Jahr ist Pirelli mit den drei mittelharten Mischungen noch eine Stufe konservativer unterwegs.

Technik-Updates:

Die Saison befindet sich bereits im Endspurt. In den Fabriken sind die Schalter längst auf die neue Saison umgelegt. Größere Upgrades sind nur bei den Top-Teams zu erwarten. Mercedes hat schon in Singapur angekündigt, dass die Enwicklung des W10 noch nicht abgeschlossen ist. Wir sind gespannt, ob nach den drei Niederlagen schon in Sotschi ein paar neue Teile angeschraubt werden.

Die große Frage lautet, was Red Bull und Toro Rosso machen werden. Hier könnte noch der ein oder andere Motorwechsel anstehen, damit man beim Honda-Heimspiel zwei Wochen später in Suzuka mit optimalem Material und ohne Strafen an den Start gehen kann.

Hamilton & Bottas - GP Russland 2018
Wilhelm
Mercedes gewann alle fünf Rennen im Sochi Autodrom. 2018 sorgte die Stallregie aber für viele Negativ-Schlagzeilen.

Favoriten:

Wenn wir Geld wetten müssten, würden wir es auf die Farbe Rot setzen. Auch Mercedes schiebt Ferrari die Favoritenrolle zu: „Die Geraden sind noch länger als in Singapur, da kann Ferrari seinen Power-Vorteil voll ausspielen. Die Tatsache, dass es in Sotschi fast nur 90-Grad-Kurven gibt, kommt ihnen sicher auch entgegen“, winken die Ingenieure im Silberpfeil-Team ab.

Doch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto warnt: „Der Asphalt in Sotschi ist deutlich glatter als in Singapur. Es ist schwieriger die Reifen auf Temperatur zu bringen. Wir müssen deshalb ein komplett anderes Setup wählen.“ Die große Unbekannte heißt Red Bull. In Spa und Monza blieb der RB15 mangels Motor-Power ohne Chance. In Singapur verwachste man mit dem Setup. In Sotschi hofft Max Verstappen nun endlich wieder darauf, ein Wörtchen um den Rennsieg mitsprechen zu können.

Im Mittelfeld sind Prognosen ebenfalls schwierig. Wie in Singapur erwarten wir McLaren als das schnellste Auto hinter den drei Top-Teams. Dahinter streiten sich Renault, Alfa Romeo und Toro Rosso um die verbleibenden Punkteplätze. Wenn alles optimal läuft, kann auch Racing Point in den Kampf um die Top Ten eingreifen. Für Williams und Haas haben wir dagegen kaum Hoffnung.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Russland 2018:

Der fünfte Grand Prix in Russland wurde wie schon die vier Sotschi-Rennen zuvor von Mercedes gewonnen. Allerdings blieb es lange unklar, welcher Silberpfeil-Pilot das Rennen machen würde. Valtteri Bottas hatte sich die Pole Position gesichert und war nach dem gewonnen Start auf bestem Wege seinen ersten Saisonsieg zu feiern. Lewis Hamilton fiel am Start und nach dem ersten Reifenwechsel jeweils kurz hinter seinen WM-Rivalen Sebastian Vettel zurück, konnte sich Rang zwei aber jeweils mit kompromisslosen Manövern auf der Strecke wiederholen.

In der 25. Runde meldete sich dann plötzlich Chefstratege James Vowles über Funk bei Valtteri Bottas. Der Finne wurde per Stallregie angewiesen zur Seite zu fahren und Hamilton durchzulassen. Der spätere Weltmeister hatte sich eine Blase eingefahren und drohte von seinen Verfolgern attackiert zu werden. Mercedes setzte Bottas als Bremsklotz ein, um Hamilton nach hinten abzuschirmen. Vettel und Räikkönen blieben am Ende nur die Plätze drei und vier vor dem Red-Bull-Duo.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Szenen des GP Russland aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP Russland 2019

Session Termin (MEZ)
Freies Training 1 Freitag, 27. September - 10 Uhr
Freies Training 2 Freitag, 27. September - 14 Uhr
Freies Training 3 Samstag, 28. September - 11 Uhr
Qualifikation Samstag, 28. September - 14 Uhr
Rennen Sonntag, 29. September - 13.10 Uhr
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