Lewis Hamilton - GP Russland 2020 xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Russland 2019 - Sochi Autodrom - Rennen
Vettel - Leclerc - Ferrari - GP Russland 2019 - Sochi Autodrom - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Russland 2019 - Sochi Autodrom - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Russland 2019 - Sochi Autodrom - Rennen 54 Bilder

Vorschau GP Russland

Siebter Streich von Mercedes?

Mit dem Grand Prix von Russland verlässt die Formel 1 erstmals in dieser Saison den europäischen Kontinent. Die spektakulären Rennen in Italien haben den Appetit der Fans geweckt. Wird es wieder Chaos geben?

Die Formel-1-Fans konnten sich zuletzt wirklich nicht über zu wenig Spektakel beklagen. In Monza siegte Pierre Gasly sensationell nach einem chaotischen Rennen. In Mugello kamen dann die Freunde spektakulärer Crashs voll auf ihre Kosten. Nach mehreren Kollisionen feierten am Ende allerdings wieder die beiden Mercedes-Piloten mit den größten Pokalen auf dem Podium.

Dass sich in Russland substanziell etwas am Machtverhältnis ändern wird, ist nach den Erfahrungen der ersten neun Saisonrennen nicht zu erwarten. Nur das Streckenlayout könnte für einige Verschiebungen sorgen. Statt vieler schneller Kurven wie in Mugello geht es auf dem Kurs im olympischen Park von Sotschi vor allem um langsame, rechtwinklige Ecken.

Die große Frage lautet, ob Ferrari im Mittelfeld etwas Boden gutmachen kann. Die Italiener haben zumindest ein kleines Upgrade-Paket für das Russland-Abenteuer angekündigt. Auf verrückte Wetterkapriolen sollten Sebastian Vettel und Charles Leclerc nicht hoffen. Die aktuelle Vorhersage geht von einem trockenen Rennwochenende mit heißen Temperaturen von bis zu 28°C aus.

Nicht nur die Fahrer werden in Sotschi ordentlich ins Schwitzen kommen. Auf den Tribünen sind erstmals in diesem Jahr größere Zuschauermengen zugelassen. Bis zu 30.000 Fans sollen den Piloten beim ersten Rennen außerhalb des europäischen Kontinents zujubeln dürfen.

Strecke: Sochi Autodrom

Mit 5,853 Kilometern ist der Kurs im olympischen Park nach Spa und Silverstone der drittlängste im Kalender. Die Piloten passieren über 12 Rechts- und 6 Linkskurven diverse olympische Arenen, umrunden den Platz mit der großen Fackel und kommen auch am imposanten Olympiastadion vorbei, das im Sommer 2018 als Austragungsstätte für Spiele der Fußball-WM diente. Teilweise geht es über öffentliche Wege, weshalb das Grip-Niveau vor allem zu Beginn des Wochenendes stets zu wünschen übrig lässt.

Die Piloten kreiseln im Uhrzeigersinn. Dass trotzdem die rechte Seite des Nackens besonders belastet wird, liegt an der langgezogenen Omega-Kurve (Turn 3), die am Ausgang mit knapp 300 km/h durchfahren wird. Hier herrschen hohe Fliehkräfte über mehr als sechs Sekunden. Die ersten Rennen in Sotschi haben gezeigt, dass Überholen nicht einfach ist. Die besten Chancen zum Angriff gibt es am Ende der Zielgeraden vor Kurve 2. Auf der Anfahrt werden Top-Speeds von 343 km/h erreicht.

Pirelli-Infografik - GP Russland 2020
Pirelli
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Fast Facts zum GP Russland:

  • Streckenlänge: 5,858 km
  • Rundenzahl: 53
  • Renndistanz: 309,745 km
  • Rundenrekord (Rennen): 1.35,761 Min. (Lewis Hamilton, 2019)
  • Anzahl Kurven: 18 (12 rechts / 6 links)
  • Top-Speed: 343 km/h
  • Distanz Start bis erster Bremspunkt: 889,6 Meter
  • Länge Boxengasse: 414,2 Meter (Zeitverlust: ca. 21s)
  • DRS-Zonen: 2 (T1-2, T11-13)
  • Reifenverschleiß: niedrig
  • Reifensorten: C3, C4, C5
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 60 Prozent (3/5)

Setup:

Die Autos sind mit dem Abtrieb wie auf allen Stadtkursen am oberen Limit unterwegs. Vor allem beim Frontflügel darf der Anstellwinkel nicht zu klein gewählt werden, um die Tendenz zum Untersteuern in den vielen 90-Grad-Kurven zu lindern. Obwohl der Asphalt topfeben ist, sollte die Federung vor allem auf der Hinterachse nicht ganz so hart und tief ausfallen, sonst leidet die Traktion. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Bremsstabilität in den Stop-&-Go-Abschnitten.

Dem Reifenverschleiß müssen die Ingenieure dagegen keine große Beachtung schenken. Der glatte Asphalt und der Mangel an schnellen Kurven sorgen für eine sehr geringe Belastung der Gummis. Selbst bei den relativ hohen Temperaturen, die für den Rennsonntag vorhergesagt werden, sollten alle Piloten mit einem Stopp über die Runden kommen. Da hilft es wohl auch nichts, dass Pirelli die Kombination aus den drei weichsten Mischungen im Sortiment (C3-C5) eingepackt hat.

Technik-Updates:

Die Saison geht in Sotschi in die zweite Hälfte – wegen der Corona-Pause deutlich später als sonst. In den meisten Technik-Büros steht schon längst die Entwicklung der kommenden Autos auf dem Programm. Große Upgrade-Ankündigungen für Sotschi gab es keine. Nur Ferrari will noch einmal ein paar Teile nachlegen. "Die werden am großen Bild aber nichts ändern", dämpfte Teamchef Mattia Binotto die Erwartungen.

Interessant ist, ob Racing Point seine beiden Autos mit den neuen Teilen ausrüsten kann, in deren Genuss bisher nur Lance Stroll gekommen ist. Was die Pace anging, war das Debüt der Ausbaustufe in Mugello vielversprechend. Allerdings zerstörte Stroll sein Facelift-Paket bei einem Highspeed-Crash in der Arrabiata-Kurve. Noch ist unklar, ob in der Fabrik zwei komplett neue Kits für Sotschi produziert werden können. Logistisch erschwerend kommt noch die große Entfernung zu Sotschi dazu.

Formel 1 Technik: Das Racing-Point-Upgrade im Detail

Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020
Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020 Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020 Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020 Racing Point - Technik-Upgrade GP Toskana Mugello - 2020 11 Bilder

Favoriten:

Wer in Russland gegen Mercedes wettete, konnte bisher nur verlieren. Sechs Mal war die Formel 1 hier zu Gast. Sechs Mal stand am Ende ein Silberpfeil-Pilot ganz oben auf dem Podium. Die Leistungen der letzten Rennen machen nur wenig Hoffnung, dass sich bei der siebten Ausgabe der Olympia-Rundfahrt etwas am gewohnten Bild ändern wird. Allerdings war die echte Pace von Red Bull zuletzt nur schwer einzuschätzen. Max Verstappen fiel sowohl in Monza als auch in Mugello vorzeitig aus.

Mehr Spannung verspricht der Kampf im Verfolgerfeld. Sollte Racing Point mit dem Upgrade-Paket anrücken, sehen wir die rosa Rennwagen als erste Kraft im Mittelfeld. Im Duell Renault gegen McLaren entschied zuletzt die Tagesform und die äußeren Bedingungen. Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir unser Geld auf Daniel Ricciardo setzen.

Alpha Tauri und Ferrari sehen wir eher am hinteren Ende des Verfolgerfelds. Die Fans von Sebastian Vettel können nur hoffen, dass die neuen Teile etwas Stabilität ins Heck bringen. Zuletzt stand der Heppenheimer mit dem SF1000 auf Kriegsfuß. Vor allem in mittelschnellen Kurven ließ Leclerc seinen Teamkollegen alt aussehen.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Russland 2019:

Nach Siegen in Belgien, Monza und Singapur reiste Ferrari in der letzten Saison als klarer Favorit nach Sotschi. Und zu Beginn des Rennens sah alles auch noch recht vielversprechend aus. Vettel übernahm nach einem Raketenstart und Windschatten-Hilfe von Leclerc früh die Führung. Der Plan sah eigentlich vor, dass die Piloten nach wenigen Runden wieder die Positionen tauschen sollten. Doch Vettel überstimmte die Teamführung.

Beim ersten Boxenstopp steuerten die Ferrari-Strategen den Platztausch von der Boxenmauer aus. Leclerc wurde in Runde 22 reingeholt, Vettel erst vier Runden später. Mit den frischeren Reifen schaffte es der Monegasse am Teamkollegen vorbei. Für Vettel war wenig später allerdings komplett Schluss. Der Heppenheimer rollte in Runde 28 mit einem Hybrid-Schaden aus.

Das virtuelle Safety-Car spielte plötzlich Mercedes die Trümpfe in die Hände. Hamilton und Bottas absolvierten ihren einzigen Reifenwechsel zeitsparend während der Neutralisation. So lenkte Hamilton seinen Silberpfeil vor Leclerc zurück auf die Strecke. Weil Ferrari das einzig verbliebene Auto in der zweiten Safety-Car-Phase nach einem Crash von Russell noch einmal reinholte, schlüpfte auch noch Bottas durch.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Szenen des GP Russland aus dem Vorjahr.

Zeitplan GP Russland 2020

Session Termin (MEZ)
Freies Training 1 Freitag, 25. September - 10 Uhr
Freies Training 2 Freitag, 25. September - 14 Uhr
Freies Training 3 Samstag, 26. September - 11 Uhr
Qualifikation Samstag, 26. September - 14 Uhr
Rennen Sonntag, 27. September - 13.10 Uhr
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