Vorschau GP San Marino

Der Anfang vom Ende

Foto: Ferrari 36 Bilder

Die Formel 1 kehrt zurück an den Ort, an dem die schockierende Dominanz von Ferrari 2004 ihren Anfang nahm. Seit den letzten Testfahrten vor Saisonbeginn in Imola ist die Konkurrenz kein bisschen optimistischer geworden.

Es war Mitte Februar, als Ferrari sich in Imola unfreiwillig erstmals der Konkurrenz stellte, weil auf der bevorzugten Strecke Mugello Schnee fiel. In 1:19,666 Minuten pulverisierte Michael Schumacher den Rundenrekord und furchte den Gegnern tiefe Runzeln auf die Stirn. Zum Vergleich: Die Pole-Zeit des Kerpeners beim GP San Marino des Vorjahres lag bei 1:22,327 Minuten.

Nach drei Schumacher-Siegen in Übersee kehrt die Formel 1 nach Europa zurück (GP San Marino, 23.-25.4.). Mit leichten Motormodifikationen und einem angeblich wunderbaren Sprit von Shell soll der Ferrari-Zehnzylinder nun noch 15 PS mehr leisten, neue Aerodynamik-Teile haben die Roten ebenfalls im Gepäck. "Wir werden versuchen, unsere Serie nicht reißen zu lassen", sagt der Weltmeister.

Gegner backen kleine Brötchen

Die Ferrari-Gegner backen die kleinsten Brötchen aller Zeiten: "Ferrari fährt nur mit zwei Autos, da ist automatisch noch ein Platz auf dem Treppchen frei", sagt Ralf Schumacher, der 2001 im Williams-BMW der letzte Nicht-Ferrari-Sieger war.

Bei McLaren-Mercedes sind die Ziele noch bescheidener. Sportchef Norbert Haug gesteht, dass man momentan allenfalls das fünftbeste Team ist. Nach dem Totalausfall von Bahrain heißt seine Devise: "Unser Ziel ist es, das Rennen zu Ende zu fahren."

Mit selbstbewusst geweiteter Brust reisen allenfalls die Teammitglieder von Renault und vor allem BAR-Honda nach Imola. BAR-Fahrer Jenson Button fuhr bei den letzten Tests in Paul Ricard alle Gegner nieder.

Zehnter Todestag von Senna und Ratzenberger

Beim möglicherweise vorerst letzten Formel 1-Rennen in Imola (Der Kurs ist marode und Bernie Ecclestone wegen des Tabakwerbeverbots ein Dorn im Auge) jähren sich zum zehnten Mal die Todestage von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna, die im Frühjahr 1994 beim GP San Marino in der Emilia Romagna ums Leben kamen.

Zu Ehren des legendären Brasilianers sind zahlreiche Gedenk-Feierlichkeiten wie ein Auto-Corso geplant. Bei allem Gedenken um den Tod zweier Formel 1-Rennfahrer vor einem Jahrzehnt geht bisher eine gute Nachricht unter: Seit dem 1. Mai 1994 musste kein Fahrer mehr bei einem Formel 1-Rennen sein Leben lassen.

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