Vorschau GP Singapur

Nacht wird zum Tag

Foto: Red Bull

In Singapur biegt der Formel 1-Tross am Wochenende auf die Zielgerade der Saison ein. Als Höhepunkt der großen F1-Party im Inselstaat wird am Sonntag um 20:00 Uhr Ortszeit das erste Nachtrennen der Grand Prix-Geschichte gestartet.

Unter dem Motto "Singapur gibt Gas" laufen die Vorbereitungen bereits seit Monaten auf Hochtouren. 110.000 Meter Kabel mussten verlegt, 230 Stahlmasten aufgestellt werden. Wenn die 1.500 Scheinwerfer volle Leistung geben wird die Strecke vier mal so hell erstrahlen wie ein Fußballstadion.

Den Grand Prix der Superlative lässt sich der asiatische Stadtstaat einiges kosten: Alleine die Boxenanlage schlägt mit 23 Millionen Euro zu Buche. Auch die Stromrechnung dürfte sich angesichts eines Verbrauchs von 31,8 Millionen Watt sehen lassen - und das alles für ein einziges Event.

Die Favoriten:

Die warmen Temperaturen und die relative niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeiten sprechen für Ferrari als ersten Sieganwärter. In Singapur können die Roten ihre Reifen leichter auf die richtige Arbeitstemperatur bringen. Ein Unsicherheitsfaktor ist allerdings das Gripniveau auf den normalerweise öffentlichen Pisten. Nach den Simulationen werden erst die freien Trainings am Freitag Aufschluss über das Kräfteverhältnis geben.

McLaren-Mercedes reist mit Vize-Weltmeister Lewis Hamilton optimistisch nach Übersee. Nach seiner Niederlage am grünen FIA-Tisch wird der Brite sicher hoch motiviert antreten, um sich die verlorenen Punkte zurückzuholen. "Und Stadtkurse mag ich sowieso am Liebsten", sagte der zuversichtliche McLaren-Pilot vor der Singapur-Premiere.

Die Verfolger:

Nach der Vorstellung von Sebastian Vettel in Monza muss man den jungen Heppenheimer zu den sicheren Punktekandidaten zählen. "Toro Rosso ist aktuell die Nummer drei", glaubt auch Ex-Weltmeister Fernando Alonso. Mit viel Rückenwind aus den letzten Rennen kann das kleine Red Bull-Team befreit und selbstbewusst in den Saisonendspurt in Übersee starten.

Konkurrenz droht Vettel vor allem vom BMW-Sauber-Duo. Robert Kubica und Nick Heidfeld bekamen außerdem zum Rennen in Singapur ein letztes großes Aerodynamik-Paket spendiert. Auch im Kampf um Rang vier der WM-Wertung zwischen den Herstellern Renault und Toyota wird es wieder eng. Die warmen Temperaturen sprechen für Toyota, die anspruchsvolle Strecke für Alonso.

Das Wetter:

Wie schon in Monza müssen die Formel 1-Piloten in Singapur wohl den Regenschirm einpacken. Die Meteorologen haben für das ganze Wochenende Niederschläge angekündigt. Vor allem am Abend steigt die Regenwahrscheinlichkeit weit über 50 Prozent. Im Gegensatz zum Gastspiel in Monza bleiben die Temperaturen deutlich über 20° C, auch  wenn der Straßenbelag bei fehlender Sonne am Abend merklich abkühlt. Ferrari sollte deshalb nicht ganz so schlecht aussehen wie gewöhnlich im Regen.

Problematisch wird die nasse Piste auch durch den feuchten Mix aus Staub, Dreck und Gummiabrieb, der die öffentlichen Straßen in eine fröhliche Rutschpartie verwandeln könnte. Mit den nahen Leitplanken an beiden Seiten der Strecke, droht dann erhöhte Crashgefahr. Nutznießer eines Chaosrennen sind wie immer Fahrer aus dem zweiten Glied, wie zum Beispiel Adrian Sutil.

Offene Fragen:

Neben dem kaum vorhersehbaren Griplevel sind auch die Überholmöglichkeiten nur schlecht zu prognostizieren. Ähnlich wie in Valencia geben einige lange Geraden mit anschließenden engen Kurven auf den ersten Blick Hoffnung auf spektakuläre Manöver. Sollten die abtriebssenkenden Luftverwirbelungen zwischen den Leitplanken aber wieder nicht abziehen können, droht Kolonnenfahren wie in Monaco.

Interessant wird auch zu sehen, wie die Piloten mit der ungewohnten Uhrzeit, dem Flutlicht und dem möglichen Regen zurechtkommen. Die künstliche Beleuchtung könnte die Wassertropfen anstrahlen und für Reflektionen sorgen. Das Fahren in der Gischt des Vordermanns wäre dann noch gefährlicher als gewöhnlich.

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