Vorschau GP Spanien

Dreikampf beim Europa-Auftakt

Red Bull, Ferrari & Mercedes - GP China 2018 Foto: Wilhelm 63 Bilder

Für den GP Spanien erwarten wir das erste große Upgrade-Festival des Jahres. Vor dem Europa-Auftakt lagen Mercedes, Ferrari und Red Bull noch Kopf an Kopf. In unserer Barcelona-Vorschau verraten wir, wer die besten Karten hat.

Die Formel 1 konnte die Erwartungen der Fans bisher voll erfüllen. Ferrari, Mercedes und Red Bull lagen jeweils so nahe beinander, dass in allen vier Rennen der Saison 2018 am Ende das Safety-Car bzw. das Virtual Safety-Car über die Verteilung der Podiumsplätze entschieden hat. Prognosen über den Sieger waren vor dem Start nur schwer möglich.

Als Ergebnis reisen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel in der WM-Wertung nur durch 4 Pünktchen getrennt zum GP Spanien. Und für Barcelona erwarten wir, dass der WM-Kampf genauso spannend weitergeht. Die große Frage lautet nur, ob das Kräfteverhältnis zwischen den drei Top-Teams durch das zu erwartenden Upgrade-Festival durcheinandergewirbelt wird.

Auch die Reifen spielen natürlich wieder eine Rolle. Pirelli bringt eine neue Spezifikation mit 0,4 Millimeter weniger Gummi auf der Lauffläche. Das soll die Gefahr von Blasenbildung verhindern. Die Konkurrenz fürchtet, dass dies vor allem Mercedes hilft. Noch bei den Testfahrten vor der Saison hatten die Silberpfeile in Barcelona mit Überhitzung der Lauffläche auf den Hinterreifen gekämpft.

Das Wetter dürfte die Situation etwas entspannen. Das Quecksilber soll das ganze Wochenende kaum einmal über die 20°C-Marke klettern. Für ein wenig Aufregung könnten die prognostizierten Schauer sorgen, die vor allem am Qualifying-Samstag über Katalonien ziehen sollen. Noch ein Hinweis für alle Fans: Mit Barcelona beginnt die neue F1-Zeitrechnung, nach der die Europa-Rennen erst um 15.10 Uhr und nicht mehr um 14 Uhr gestartet werden. Alle anderen Sessions sind um eine glatte Stunde nach hinten geschoben.

Die Strecke – Circuit de Barcelona-Catalunya

Pirelli-Infografik - GP Spanien 2018 Foto: Pirelli
Pirelli geht in Barcelona mit Supersoft, Soft und Medium eine Stufe weicher als im Vorjahr.

In Sachen Layout lauern beim GP Spanien keine großen Überaschungen auf die Ingenieure und die Fahrer. In den 2 Testwochen haben die Teams vor der Saison bereits unzählige Runden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya abgespult. Das 4,655 Kilometer lange Asphaltband, das im Winter übrigens neu asphaltiert wurde, bietet eine gute Mischung aus verschiedenen Elementen. Deshalb wird der Kurs auch als idealer Gradmesser für den Rest der Saison angesehen. Wer hier schnell ist, sollte auch auf anderen Strecken gut aussehen.

Schnelle Kurven mit hohen Fliehkräften wechseln sich in Barcelona mit langsamen Ecken ab. Vor allem Allrounder sind hier gefragt. Trotz zweier DRS-Zonen und der mehr als einen Kilometer langen Gerade, ist das Überholen traditionell sehr schwierig. Grand Prix-Rennen in Barcelona gehören normalerweise nicht zu den Action-Festen im Kalender.

Besonders interessant geht es aber immer am Start zur Sache. Mit 739 Metern ist der Weg in die erste Kurve einer der längsten in der ganzen Saison. Trotz der langen Anfahrt zu Turn 1 wurden über 90 Prozent der F1-Rennen aus der ersten Startreihe gewonnen – so viele wie nirgendwo sonst im Kalender. Wir sind gespannt, ob die im Vergleich zum Vorjahr etwas weicheren Reifen etwas mehr Strategie-Optionen bereithalten.

Fast Facts zum GP Spanien:

  • Rundenlänge: 4,655 km
  • Rundenzahl: 66
  • Renndistanz: 307,104 km
  • Rundenrekord: Kimi Räikkönen – 1:21.670 min (2008)
  • Distanz von Pole Position bis Kurve 1: 739 m
  • Boxengassen-Durchfahrtszeit: 16,5 Sekunden (331 m)
  • Top-Speed: 343 km/h
  • Spritverbrauch: mittel
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Reifensorten: supersoft / soft / medium
  • Bremsbelastung: niedrig
  • DRS-Zonen: 2 – Zielgerade / Gerade zwischen T9 & T10
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 20 Prozent

Das Setup

Seit 1991 ist Barcelona fester Bestandteil des Kalenders. Die Techniker kennen die Tücken der Strecke in- und auswendig. Nur die wechselnden Winde können ab und zu für Überraschungen sorgen. Die Flügel müssen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya sehr steil gestellt werden, um genügend Abtrieb und Stabilität für die schnellen Kurvenkombinationen zu bieten. Im Schluss-Sektor mit der langsamen Schikane kommt es vor allem auf Traktion an. Die Federn sollten deshalb auf der Hinterachse etwas weicher gewählt werden.

Bremsenverschleiß ist kein Thema. Auch die Motoren werden nicht übermäßig belastet. Von den Außentemperaturen liegt Barcelona für die Ingenieure in einem angenehmen Bereich. Ein Spannungsfaktor im Rennen war hier immer der Reifenverschleiß. Doch nach der Verlegung des neuen Asphalts hat sich die Abnutzung stark verringert. Wir sind gespannt, ob die Blasenbildung auf der Lauffläche wie bei den Testfahrten wieder ein Thema wird, oder ob die neue Reifenspezifikation von Pirelli besser funktioniert.

Technik-Upgrades:

McLaren - GP China 2018 McLaren mit B-Version in Spanien Upgrade mit einzigartiger Nase

Wie bereits erwähnt haben alle Teams mehr oder wenige große Pakete für den Europa-Auftakt geschnürt. Besonders groß sind die Erwartungen bei McLaren, die fast mit einer B-Version des MCL33 nach Barcelona kommen. Die Nase soll ein ungewöhnliches Design bekommen haben, worauf sich die Technik-Fans besonders freuen können. Auch zwei andere Teams haben neue Nasen für Barcelona im Gepäck, allerdings sollen die Änderungen hier jeweils nur auf der Waage sichtbar sein.

Konkrete Ankündigungen von den Teams über die Art ihrer Upgrades sind wie immer nur schwer zu bekommen. Von Force India wissen wir, dass es noch einmal eine Modifikation der Seitenkästen gibt, um im Heck stabileren Abtrieb zu generieren. Bei Renault gibt es Modifikationen am Frontflügel und am Unterboden. Dazu sollten die Renault-Motoren des Werksteams und bei McLaren durch den Einsatz einer neuen Sprit-Spezifikation etwas mehr Leistung generieren.

Die Favoriten:

Vor dem Rennen in Aserbaidschan haben wir Ihnen an dieser Stelle oberschlau erklärt, dass Lewis Hamilton als Favorit in das Grand Prix-Wochenende geht. Doch dann hatte Ferrari klar das schnellste Auto – nur um am Ende dann aber doch eine Niederlage zu kassieren. Das Duell ist einfach zu ausgeglichen momentan, als das man einen Favoriten benennen könnte. Faktoren wie das Wetter, das Setup oder die Strategie werden wohl wieder über die Verteilung der Podiumsplätze entscheiden.

Red Bull dürfte wie schon in den ersten Rennen des Jahres im Qualifying ein Stück hintendran sein. Nur wenn der Reifenfaktor im Rennen sticht und man den besseren Speed über die Distanz dann auch ausspielen kann, muss sich die rot-silberne Konkurrenz in Acht nehmen. Nach dem Crash in Baku sind wir natürlich auch gespannt, wie aggressiv Verstappen und Ricciardo zu Werke gehen, sollte es zu Zweikämpfen auf der Strecke kommen.

Im engen Mittelfeld kommt alles darauf an, wer mit den Technik-Uprades die größten Schritte macht. Schlägt die angekündigte Ausbaustufe bei McLaren wie vom Windkanal berechnet ein, dann dürften Alonso und Vanoorne feste Punktekandidaten sein. Auch Force India und HaasF1 sehen wir mit guten Chancen im Kampf um die Top-Ten-Plätze. Sauber, Toro Rosso und Williams konnten zuletzt nicht ganz mithalten – vor allem im Qualifying.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Spanien 2017:

In der Saison 2017 konnte Lewis Hamilton einen spannenden Grand Prix von Spanien für sich entscheiden. Beim Start hatte der Mercedes-Pilot zunächst noch das Nachsehen gegenüber Sebastian Vettel, der in Führung in die erste Kurve einbog. Dahinter versuchten Max Verstappen, Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas zu dritt durch das enge Geschlängel zu gehen. Dabei krachte es. Verstappen und Räikkönen schieden mit Aufhängungsschäden aus. Bottas sah wegen eines Turbo-Schadens ebenfalls nicht die Zielflagge.

Im Rennverlauf entwickelte sich ein enges Duell zwischen Vettel und Hamilton, die beide auf entgegengesetzten Reifenstrategien unterwegs waren. Im letzten Renndrittel nutzte Mercedes eine Virtuelle Safety-Car-Phase geschickt, um den zwischenzeitlichen Rückstand Hamiltons auf Vettel in Höhe von 8 Sekunden zu egalisieren. Auf den schnelleren Soft-Reifen setzte sich der Brite im zweiten Angriff schließlich locker gegen seinen Ferrari-Konkurrenten durch.

Daniel Ricciardo wurde mit 1:15 Minuten Rückstand Dritter und erreichte damit seinen ersten Podiumsplatz der Saison. Force India holte mit beiden Autos Punkte – Sergio Perez und Esteban Ocon landeten auf den Plätzen 4 und 5. Auch für Nico Hülkenberg lief es im Rennen nach Plan. Mit einem guten Start und einer optimalen Strategie fuhr er von Startplatz 13 bis auf Rang 6 nach vorne. Pascal Wehrlein bescherte Sauber mit Rang 8 die ersten 4 WM-Punkte der Saison.

In der Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Highlights des GP Spanien 2017!

Zeitplan GP Spanien 2018

Zeitplan GP Spanien 2018

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 1. Training – Fr. 11. Mai – 11.00 Uhr
Freies Training 2 2. Training – Fr. 11. Mai – 15.00 Uhr
Freies Training 3 3. Training – Sa. 12. Mai – 12.00 Uhr
Qualifying Qualifying – Sa. 12. Mai – 15.00 Uhr
Rennen Rennen – So. 13. Mai – 15.10 Uhr
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