Vorschau GP USA 2018

Erster Matchball für Hamilton

Hamilton & Vettel - GP USA 2017 Foto: sutton-images.com 62 Bilder

Beim GP USA könnte Lewis Hamilton den Titel bereits vorzeitig klarmachen. Oder startet Sebastian Vettel in Austin doch noch die große Aufholjagd? In der Vorschau haben wir die letzten Infos.

Bei 67 Punkten Vorsprung und noch vier ausstehenden Rennen könnte es Lewis Hamilton in Austin eigentlich gemütlich angehen lassen. Der Brite muss nicht mehr gewinnen. Regelmäßige Podiumsplätze würden bereits zum Titelgewinn reichen. Aber wenn er die Meisterschaft schon beim GP USA feiern will, dann sollte schon ein Sieg her. Für die Titelparty in Texas müsste der Mercedes-Pilot acht Punkte mehr sammeln als Vettel. Will der Heppenheimer nicht endgültig aus dem Kampf um die Meisterschaft ausscheiden, ist also mindestens ein zweiter Platz nötig.

Austin ist für Hamilton ein gutes Pflaster. Schon 2015 krönte er sich hier im direkten Duell mit Nico Rosberg zum Champion. Es war damals sein dritter Titel. Vier Mal in Folge siegte der Weltmeister hier zuletzt. Und So wie es nach der Sommerpause für Hamilton läuft, glaubt wohl keiner mehr an die große Wende. Seit dem GP Italien hat der WM-Spitzenreiter keine Niederlage mehr gegen Vettel kassiert Vettel. In Russland und Japan gab es zuletzt sogar Mercedes-Doppelsiege. Ein weiterer in Austin, und die Titelfrage wäre beantwortet.

Auch wenn die Luft im WM-Kampf raus ist, so gab es zuletzt doch stets unterhaltsame Rennen. Hätte sich Ferrari nicht an Max Verstappen die Autos demoliert, hätte es sicher noch interessanter werden können. Für Vettel ist es wichtig, vor dem Saisonende noch einmal ein Ausrufezeichen zu setzen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, zur Primetime am Sonntag um 20.10 Uhr den Fernseher einzuschalten, wenn in Austin die Lichter der Startampel ausgehen.

Vielleicht sorgt ja auch das Wetter noch für zusätzliche Aktion. An allen Tagen des Wochenendes sind Schauer über Texas vorhergesagt bei Höchsttemperaturen von gerade einmal 20°C. Für das Qualifying müssen Sie wie schon im Vorjahr etwas länger wach bleiben. Der Kampf um die besten Startplätze beginnt am Samstag erst um 23.00 Uhr.

Die Strecke: Circuit of the Americas

Der Circuit of the Americas ist von den Zahlen her eine eher durchschnittliche Rennstrecke. Eine Runde ist 5,513 Kilometer lang und besteht aus 20 Kurven – davon 11 links und 9 rechts herum. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt rund 200 km/h, der Top-Speed liegt bei ca. 320 km/h. Doch die Zahlen erzählen aber nur die halbe Wahrheit.

Pirelli Infografik - GP USA 2018 Foto: Pirelli
Mehr als einen Stopp können wir in Austin nicht erwarten.

Die von Hermann Tilke entworfene Texas-Achterbahn ist mit ihren vielen schnellen Kurven eine besondere Herausforderung für die Fahrer. Vor allem das Geschlängel im ersten Sektor, das an Suzuka oder Silverstone erinnert, hat es in sich. Austin hat aber auch langsame Passagen zu bieten – vor allem im hinteren Streckenteil. Hier gibt es mehr Kurven unter 100 km/h als in Ungarn. Dazu eine lange Gerade – gleichzeitig DRS-Zone – von einem Kilometer Länge mit einer perfekten Überholmöglichkeit am Ende. Ein weiteres Mal dürfen die Fahrer DRS auf der Start-Ziel-Gerade einsetzen.

Die extremen Tempounterschiede zwischen den einzelnen Streckenteilen sind aber nur eine Herausforderung. Besonders eindringlich bleibt der Circuit of the Americas wohl wegen der markanten Höhenunterschiede in Erinnerung. Nach dem Motto „Klotzen statt Kleckern“ wurden in der platten Wüste mehrere Hügel aufgeschüttet. Vor allem die Anfahrt auf Kurve 1 ist spektakulär. Hier geht es eine „Wand“ bis auf 41 Meter Höhe hinauf. Brems- und Einlenkpunkte sind in den vielen blinden Kurven nicht einfach zu finden.

Fast Facts zum GP USA:

  • Streckenlänge: 5,513 km
  • Rundenzahl: 56
  • Renndistanz: 308,405 km
  • Anzahl Kurven: 20 (11L / 9R)
  • DRS-Zonen: 2 (T11-T12 / T20-T1)
  • Entfernung von Pole Position bis Kurve 1: 363,5 Meter
  • Länge der Boxengasse: 415 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 60%
  • Reifenmischungen: ultrasoft / supersoft / soft
  • Reifenverschleiß: gering
  • Spritverbrauch: mittel
  • Bremsbelastung: mittel
  • Motorbelastung: hoch

Setup

Der Mix aus langen Geraden sowie ultraschnellen und langsamen Kurven macht es den Ingenieuren nicht einfach, den richtigen Setup-Kompromiss zu finden. Da die Rundenzeit eher in den Kurven als auf der Geraden gemacht wird, sind die Flügel mehr in Richtung Abtrieb ausgelegt – ähnlich wie in Abu Dhabi. Vor allem die Frontflügel werden etwas steiler gestellt, um Untersteuern in den langsamen Passagen zu vermeiden.

Der ebene Asphalt erlaubt eine geringe Fahrzeughöhe, die besonders in den schnellen Kurven aerodynamische Stabilität generiert. Ganz hart dürfen die Dämpfer aber nicht gestellt werden. Auf den langsamen Ecken am Ende der Runde ist Traktion gefragt, was etwas mehr Federweg auf der Hinterachse bedingt. In Sachen Reifen hat Pirelli die gleichen Sorten dabei wie im Vorjahr. Vor 12 Monaten kamen fast alle Piloten mit einem Stopp über die Runden.

Die Updates:

HaasF1 - GP USA Sponsor - 2018 Foto: HaasF1
Haas tritt beim Heimspiel in einer etwas veränderten Lackierung an.

Eigentlich erwartet man zu diesem späten Zeitpunkt der Saison keine größeren Pakete mehr. Doch HaasF1 hat zum Heimspiel etwas Neues angekündigt. Zum einen hat die Mannschaft aus North Carolina die Logos neuer Werbepartner auf dem Auto, was sich vor allem in der neuen Farbe der Heckflügel-Endplatten zeigt. Zum anderen haben die Ingenieure auch technisch aufgerüstet, um Renault endgültig den vierten Platz im Klassement streitig zu machen.

Die anderen Teams hielten sich mit Ansagen über technische Neuerungen noch zurück. In Russland und Suzuka konnte man aber sehen, dass vor allem die Top-Teams noch längst nicht am Ende der Entwicklung angekommen sind. Wir sind gespannt, ob Mercedes erstmals den neuen Heckflügel mit doppelter Stütze im Rennen fahren wird, der bisher nicht über Trainingsrunden hinausgekommen ist.

Die Favoriten:

Hamilton reist mit vier Siegen in Folge im Gepäck zu seinem Lieblingsrennen in Austin. Nur Risikospieler würden eine Wette gegen einen weiteren Erfolg des Mercedes-Piloten eingehen. Der Weltmeister hat die Leichtigkeit und auch das Glück auf seiner Seite. Suzuka gewann er dank des Quali-Patzers von Ferrari zuletzt im Spaziergang. Nur wenn die Vettel-Truppe ein perfektes Wochenende erwischt, muss man sich im Silber-Lager sorgen machen.

Auch bei Red Bull kann man nur auf außergewöhnliche Umstände hoffen. Hier geht der Blick vor allem in Richtung Himmel. Sollten die angekündigten Schauer nicht im richtigen Moment kommen, dann bleibt wohl wieder nur der Kampf gegen Ferrari um die Rolle des ersten Mercedes-Verfolgers. Der Power-Vorteil auf der langen Geraden spricht in der Theorie für die Italiener.

Im Mittelfeld hat sich zuletzt eine klare Hierarchie herauskristallisiert. Force India scheint aktuell die Nase vorne zu haben. Haas ist mit den Technik-Updates und dem Heimvorteil nicht zu unterschätzen. Sauber und Renault haben zuletzt enttäuscht und fielen sogar noch hinter Toro Rosso. Austin wird zeigen, ob das ein Ausrutscher oder der Beginn eines Trends war. Am Ende des Feldes erwarten wir wieder die beiden britischen Traditionsteams McLaren und Williams.

F1-Fotos GP USA 2017 (Rennen)
Was für ein Spektakel!

So lief das Rennen im Vorjahr – GP USA 2017

2017 fiel in Austin eine erste WM-Entscheidung. Mercedes krönte sich zum vierten Mal in Serie zum Konstrukteurs-Weltmeister. Mit einem Sieg von Lewis Hamilton und einem fünften Platz von Valtteri Bottas holten die Silberpfeile den nächsten Pokal. Hamiltons Siegfahrt geriet nur in der Startphase ins Stottern. Sebastian Vettel gewann den Sprint in die erste Kurve auf der Innenbahn – inklusive einer kleinen Berührung. Doch der Mercedes mit der Startnummer 44 war an diesem Sonntag nicht zu halten.

In der sechsten Runde überholte Hamilton seinen roten Gegner auf der langen Gerade zwischen Kurve 11 und 12 wieder. Danach verlor er seine Spitzenposition nur zwischenzeitlich durch einen früheren Boxenstopp für wenige Runden an Kimi Räikkönen und Max Verstappen. Während Hamilton mit einem Stopp über die 56 Runden kam, stoppte Vettel zwei Mal. Nur so konnte er sich Verstappen erwehren, der vom 16. Platz gestartet in den Kampf um die Podestränge eingriff.

Vettel rettete den zweiten Platz ins Ziel. Unter Mithilfe von Kimi Räikkönen, der nur einmal stoppte und von Ferrari zum Platztausch aufgefordert wurde, um Vettels WM-Chancen wenigstens etwas zu verbessern. In einem verrückten Finale schnappte sich in der letzten Runde auch Verstappen noch den Ferrari von Räikkönen. Doch die Rennkommissare kickten den Holländer mit einer Fünf-Sekunden-Strafe wieder vom Podium, weil er außerhalb der Streckenlimits überholt hatte.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder des Texas-Spektakels von 2017.

Zeitplan GP USA 2018

Session Termin (MEZ)
Freies Training 1 Freitag, 19. Oktober - 17.00 Uhr
Freies Training 2 Freitag, 19. Oktober - 21.00 Uhr
Freies Training 3 Samstag, 20. Oktober - 20.00 Uhr
Qualifikation Samstag, 20. Oktober - 23.00 Uhr
Rennen Sonntag, 21. Oktober - 20.10 Uhr
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