Vorsprung dank Ferrari-Power?

Foto: Daniel Reinhard 13 Bilder

Was haben die F1-Teams von Ferrari, Toro Rosso und Force India gemeinsam? Sie alle zeigten sich zuletzt im Vergleich zur Vorsaison deutlich verbessert und sie alle haben das gleiche V8-Aggregat aus Maranello im Heck.

Die Wintertestfahrten brachten einige Überraschungen auf die Zeitenmonitore. Toro Rosso konnte sich zuletzt deutlich von den japanischen Teams Toyota und Honda absetzen. Ein zufriedener Sebastian Vettel schielt bereits optimistisch in Richtung Punkteränge. Aber was ist der Grund für den Aufschwung?

ToroRosso findet halbe Sekunde

An der Aerodynamik selbst wurde über den Winter nicht viel rumgefeilt. Neben kleineren Modifikationen gab es für den Vorjahreswagen nur eine neue Vorderachse, die zur Linderung der Untersteuer-Probleme führte. Doch das alleine kann nicht der Grund sein, warum der Rückstand auf McLaren-Mercedes nach eigener Einschätzung von ursprünglich einmal 1,3 Sekunden auf sieben, acht Zehntel geschrumpft ist.

Experten vermuten, dass das Geheimnis der guten Test-Zeiten im Heck der Bullen zu finden ist. Hier sorgt ein V8-Aggregat aus der Feder von Ferrari-Motoren-Chef Gilles Simon für Vortrieb. Dabei ist nicht die absolute PS-Zahl entscheidend, sondern die Fahrbarkeit. Nach Abschaffung der Traktionskontrolle kämpfen viele Teams noch mit dem Grip - vor allem aus engen Kurven heraus. Die beiden Toro Rosso-Piloten scheinen damit vergleichsweise wenig Probleme zu haben.

Konkurrenz beeindruckt

Besonders gut funktioniert der Motor natürlich im Ferrari selbst. Hier spielen Triebwerk und Chassis optimal zusammen. Dabei kann man davon ausgehen, dass Ferrari den eigenen Aggregaten noch ein wenig mehr Performance entlocken kann als die Kunden-Teams. Bei den Testfahrten in Bahrain kamen die auch anwesenden Toyota-Ingenieure gar nicht aus dem Staunen heraus. Wie auf Schienen zogen die roten Boliden aus den Kurven. Auch Toyota-Pilot Jarno Trulli zeigte sich nach dem direkten Vergleich beeindruckt und erklärte die Italiener zum eindeutigen WM-Favoriten.

Neben Ferrari und Toro Rosso fährt auch Force India als dritter Rennstall mit den Triebwerken aus Maranello. Auch wenn das Team von Vijay Mallya momentan immer noch die rote Laterne inne hat, so war bei den ersten Wintertests eine deutliche Annäherung an den Rest des Feldes zu spüren. Fisichella hält seinen Dienstwagen auf jeden Fall für "konkurrenzfähig". Aber ähnlich wie bei Toro Rosso unterscheidet sich die Aerodynamik des VJM-01 nur wenig von der letzten Spyker-Version aus dem Vorjahr.

Teams schweigen

Auf diese auffällig gute Entwicklung angesprochen zeigen sich die Teams bislang noch wortkarg. Da sei nichts besonderes dran, heißt es zum Beispiel aus dem Lager von Toro Rosso. Doch falls der Motor wirklich einen Vorteil bringt, würden die Teams das sicher nicht öffentlich zugeben.

Zum Feintuning des Drehmomentverlaufs dürfen nur noch bis zum zweiten Grand Prix (Malaysia, 23. März) Modifikationen an der Airbox, den Ansaugtrompeten, der Einspritzung und den Pumpen vorgenommen werden. Danach gilt ein Entwicklungsstopp bis Ende 2012. Man will bei der Konkurrenz sicher keine schlafenden Hunde wecken. Ein Vorsprung in diesem Bereich wäre Gold wert.

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