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Hamilton & Vettel - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 26. August 2017
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Vettel, Bottas & Hamilton - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 26. August 2017 50 Bilder

Warum vibrieren die Reifen?

Schwingungen bis zu 12 Hertz

TV-Bilder zeigten in der Qualifikation zum GP Belgien beunruhigende Bilder. An einigen Autos gerieten die Hinterreifen beim Beschleunigen in Schwingungen. Jetzt wird gerätselt, was die Reifen so vibrieren lässt.

Spa ist für die Reifen eine Tortur. Fotos aus Eau Rouge zeigen, wie sich die Reifen bei 4,5 g Querbeschleunigung und 319 km/h verformen. Man spricht von stehenden Wellen in den Seitenwänden. Das ist ein bekanntes Phänomen. Am Samstag zeigten die TV-Aufnahmen beunruhigende Bilder. An Autos von Mercedes, Williams und Sauber verformten sich die Hinterräder beim Beschleunigen. Es sah aus, als würden sich Pirelli-Sohlen als Reaktion auf die Folter schütteln.

Pirelli leitete sofort eine Untersuchung ein. „Es passiert nur an zwei Stellen. Beim Beschleunigen aus den Kurven 1 und 19“, erklärte Technikdirektor Mario Isola. Das sind die La Source-Haarnadel und die Busstop-Schikane. Da beschleunigen die Formel 1-Autos praktisch aus dem Stand. Mit jeweils 75 km/h. Im Qualifikationsmodus entfalten dann rund 950 PS ihre Wirkung. Also maximale Power.

Besondere Umstände lösen stehende Wellen aus

Die Gründe sind noch nicht geklärt. „Wir haben natürlich die Fernsehbilder gesehen, aber auch bei einigen Teams an den Daten erkannt, dass es da zu Schwingungen gekommen ist, die wir vorher so noch nie gesehen haben“, berichtet Isola. Der Italiener beruhigt aber: „Nach einer Inspektion der Reifen können wir sagen, dass alles sicher ist.“ Eines kann Isola ausschließen: „Die Reifen drehen sich nicht auf den Felgen. Das sehen wir anhand von Markierungen und der Position der Ventile.“

Auch bei Force India bestätigten die Daten die massiven Vibrationen. „Die Schwingungen haben bis zu 12 Hertz erreicht“, sagt Technikchef Andy Green. Ganz ohne Folgen blieb die Schüttelei offenbar nicht. Sauber verlor Teile vom Unterboden. Force India auch. „Wir haben vor den Hinterrädern kleine Zungen, die abgebrochen sind. Wir haben uns erst gefragt warum, sind uns aber relativ sicher, dass sie sich losvibriert haben.“ Bei Williams brach eine Heckflügel-Endplatte als Resultat der Vibrationen. „Komisch ist“, erzählt Green, „dass die Fahrer im Cockpit nichts davon spüren.“

Der Reifenexperte von Force India kann sich vorstellen, dass eine Verkettung besonderer Umstände zu den seltsamen Schwingungen geführt haben könnte, die offenbar auch durch stehende Wellen in den Seitenwänden ausgelöst werden. Die starke Beschleunigung aus extrem langsamen Kurven. Hoher Grip vom Asphalt an den betreffenden Stellen. Dazu die weichen Mischungen Ultrasoft und Supersoft, die besonders gut kleben. Der hohe Reifendruck von 21.5 PSI. Der geringe Sturz von 1,5 Grad, der die Hinterreifen in langsamen Kurven besser aufliegen lässt.

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