Warum war Red Bull so langsam?

Auf Mercedes fehlen 1,5 Sekunden

Sebastian Vettel - GP Japan 2014 Foto: xpb 65 Bilder

Mercedes zerstörte wie erwartet die Konkurrenz. Nico Rosbergs Bestzeit war um sechs Zehntel schneller als die von Valtteri Bottas im Williams. Ferrari fehlen 1,2 Sekunden, Red Bull liegt 1,5 Sekunden zurück. Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel fühlen sich an den GP Österreich erinnert.

Auf dem Papier ist Suzuka eine Red Bull-Strecke. Doch in der Qualifikation zum GP Japan fehlen Daniel Ricciardo 1,5 Sekunden auf den Trainingsschnellsten Nico Rosberg. Sebastian Vettel liegt sogar 1,8 Sekunden zurück. Nicht nur die Mercedes waren schneller als die Red Bull. Auch zwei Williams und ein Ferrari liegen in der Startaufstellung vor den blauen Autos.

Teamberater Helmut Marko fühlt sich an das Heimspiel in Österreich erinnert: "Nichts, was wir am Auto geändert haben, hat etwas gebracht. Mal hatten wir vorne mehr Grip, mal hinten. Ricciardo hat das Maximum aus dem Auto herausgeholt. Vettel hat seine Zeit durch einen Quersteher liegengelassen."

Gleich viel Zeitverlust in Kurven und Geraden

Sebastian Vettel grübelte nach dem Training, was seinen Red Bull gebremst haben könnte: "Wir verlieren etwa gleich viel Zeit in den Kurven und auf den Geraden. Das ist ungewöhnlich. Irgendetwas hat nicht zusammengepasst. Das Auto hat sich gar nicht so übel angefühlt. Es war einfach nur langsam. Ich hatte Untersteuern in den schnellen Kurven. Aus der Haarnadel, der Spoon-Kurve und der Schikane raus fehlte mir Traktion."

Red Bull probierte das ganze Abstimmungsspektrum durch. Bodenfreiheit rauf, Bodenfreiheit runter. Viel Abtrieb, wenig Anpressdruck. Die Rundenzeiten änderten sich kaum. Am Ende opferte man auch mit Hinblick auf ein mögliches Regenrennen am Sonntag Top-Speed auf der Geraden. Ricciardo und Vettel rangierten am Ende der Tabelle.

Die Williams liegen wie üblich im Top-Speed vorne. Und sie nehmen direkt hinter den Mercedes Aufstellung. Valtteri Bottas war auf der Geraden um 13,9 km/h schneller als Vettel. Der Finne schob das gute Trainingsergebnis nicht nur auf das neue Aero-Paket: "Wir wären auch mit der alten Spezifikation auf diesen Plätzen gelandet. Nur die Rundenzeit wäre etwas schlechter gewesen."

Hamilton wirft Pole mit zwei Fehlern weg

Mercedes dagegen präsentierte sich überlegener denn je. Nico Rosberg hatte selbst auch keine schlüssige Erklärung für die großen Abstände: "Die Strecke liegt uns einfach. Ich hatte ein wunderbar ausbalanciertes Auto."

Hamilton gab sich einsilbig, wie immer wenn der Teamkollege die Nase vorne hat. "Ich habe 2 Zehntel in den Kurven 13 und 14 liegengelassen. Das Auto war in Ordnung, das Setup gut.“ Soll heißen: Er nahm die Niederlage auf die eigene Kappe.

Möglicherweise war die Niederlage im Training schon die Niederlage im Rennen. Wenn der angekündigte Taifun früher Suzuka erreicht und die Strecke überschwemmt, könnte es auf ein Rennen hinter dem Safety-Car hinauslaufen. Hamilton will gar nicht daran denken: "Es ist sinnlos, sich heute schon auszumalen, was morgen passieren könnte. Ich lasse die Dinge auf mich zukommen und mache das Beste draus."

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