Vettel & Webber: GP England 2011 dpa
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Webber bereut Attacke nicht

Platztausch mit Vettel als alternative Option

Mark Webber hat seine Entscheidung verteidigt, die Red Bull-Stallregie beim GP England zu ignorieren. "Ich hätte sonst schlecht geschlafen", erklärte der Australier ohne Reue. Als Alternative hätte das Team auch Vettel anweisen können, ihn vorbeizulassen, so Webber.

Die teaminternen Querelen bei Red Bull beherrschen mal wieder die Schlagzeilen. Am Vortag hatte Teamchef Christian Horner noch erklärt, dass er sich Mark Webber nach den Ereignissen von Silverstone zur Brust genommen hat. Parallel versicherte Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz, dass die Vertragsverlängerung mit dem Routinier praktisch nur noch Formsache ist.

Webber ist zufrieden mit seiner Entscheidung

Nun meldete sich Webber selbst zu Wort. In seiner persönlichen Kolumne für die BBC rechtfertigte er seine Entscheidung, die Stallregie zu ignorieren und Sebastian Vettel in den letzten Runden gegen alle Befehle vom Kommandostand anzugreifen. "Wenn ich Abstand gehalten hätte, wie mir gesagt wurde, hätte ich nach dem Rennen deutlich schlechter geschlafen", erklärte der 34-Jährige.

Webber bereut nicht, dass er bis zur Ziellinie hart um den zweiten Platz gekämpft hat, auch wenn er wusste, dass er damit gegen den Wunsch des Teams verstoße. "Das war natürlich eine schwierige Situation. Aber ich bin immer noch zufrieden damit, was ich getan habe."

Gleichzeitig nahm Webber auch sein Team in Schutz. "Normalerweise sollte man meinen, dass jeder glücklich damit ist, wenn man hart fährt und versucht einen Position zu gewinnen. Das waren das Team offensichtlich nicht - aber nicht, weil sie nicht wollten, dass ich Zweiter werde, sondern weil sie einfach nicht wollten, dass wir uns berühren. Aus Teamsicht ist das natürlich der schlimmste Alptraum."

Webber: Platztausch mit Vettel als Option

Als Alternative hat Webber eine Lösung parat, die seinem Teamkollegen sicher nicht geschmeckt hätte. "Wenn sie besorgt darüber waren, dass das Team Punkte verliert, wäre eine Option gewesen, dass wir die Plätze getauscht hätten, da ich ja zu diesem Zeitpunkt ein gutes Stück schneller war und viel Druck ausgeübt habe."

Der Australier gibt aber gleichzeitig zu, dass er kein Fan von absichtlichen Platzwechseln ist. Das Team stehe diesbezüglich auf dem gleichen Standpunkt. "Meiner Ansicht nach, ist Sebastian in diesen Situationen genauso gefragt wie ich. Wir sollten frei gegeneinander fahren, aber die Interessen des Teams immer im Hinterkopf behalten."

Schwierig sei für Webber vor allem der Zeitpunkt der Entscheidung gewesen. Während eines Rennens lasse man schon mal den Teamkollegen vorbei, wenn beide Autos auf verschieden Strategien unterwegs sind, erklärte der WM-Zweite. "Aber wenn es Richtung Ziel geht, und nur noch fünf Runden zu fahren sind, dann gibt es keine Strategie mehr. Es ist ein direkter Kampf."

Vertragsverhandlungen für 2012 positiv

Direkt nach dem Rennen habe es eine Aussprache mit Teamchef Horner gegeben. Dabei haben beide Seiten ihre Standpunkte klargemacht. Auf seine Entscheidung für 2012 habe der aktuelle Streit keine größeren Auswirkungen. "Wir sprechen aktuell über eine Verlängerung des Vertrags und es sieht positiv aus. Was am Sonntag passiert ist, hat meine Welt nicht auf den Kopf gestellt."

Wichtiger für Webbers Zukunftspläne ist, dass die Formkurve weiter nach oben zeigt. "Der Trend ging in den letzten Rennen in die richtige Richtung. Vor allem am Rennsonntag hole ich jetzt mehr aus dem Auto heraus. Das war früher in der Saison noch nicht so, als auch noch Zuverlässigkeitsprobleme dazukamen. Meine Ingenieure sind zufrieden. Wir haben definitiv einen Schritt nach vorne gemacht.

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