Max Verstappen - Red Bull - GP Singapur 2019 - Qualifying Wilhelm
Charles Leclerc - Ferrari - GP Singapur 2019 - Qualifying
Leclerc - Hamilton - GP Singapur 2019 - Qualifying
Charles Leclerc - Ferrari - GP Singapur 2019 - Qualifying
Charles Leclerc - Ferrari - GP Singapur 2019 - Qualifying 30 Bilder

Weckruf für Red Bull

Warum war Red Bull so langsam?

Red Bull wollte in Singapur in die erste Reihe vorpreschen. Insgeheim hoffte man sogar auf die Pole Position. Stattdessen musste man sich hinter Ferrari und Mercedes anstellen. Jetzt rätselt Red Bull, warum man so langsam war.

Im Red Bull-Lager herrschte vor der Qualifikation Optimismus. Nach dem einstündigen Abschlusstraining kehrte Ernüchterung ein. Ferrari und Mercedes waren zu schnell. Max Verstappen landete nur auf dem vierten Startplatz. Und nicht nur das. Red Bull wurde auf einer seiner Paradestrecken abgehängt. Pole-Mann Charles Leclerc brummte Verstappen fast sechs Zehntelsekunden auf. Das verlangt nach Erklärungen.

Erklärungen, die im Team nach der Schlappe niemand hatte. Weder die Teamführung, noch die Ingenieure oder der Starfahrer. „Die Balance im Auto hat eigentlich gepasst. Ich bin trotzdem nur über alle vier Räder gerutscht. Ich kann mir nicht erklären, warum wir so mit dem Grip strauchelten“, erklärte Verstappen.

Großer Verlust in ersten Kurven

Helmut Marko spielte den Optimisten. Der Doktor hatte vor der Qualifikation mit Jos Verstappen eine Wette laufen. Marko setzte Verstappen auf die Pole. Der Vater den Sohn auf den dritten Startplatz. Keiner der beiden sollte recht behalten.

Nach der Qualifikation fragte sich das Fahrerlager. Warum ist Ferrari so schnell? Warum Mercedes langsamer? Und warum Red Bull so langsam? „Wir haben unser Potential nicht abgerufen“, unkte Sportchef Helmut Marko. Am Motor lag es nicht. „Wir haben auf den Geraden gegenüber Ferrari nur zwei bis drei Zehntel verloren“, verraten die Ingenieure.

Red Bull fährt in Singapur wieder mit der letzten Ausbaustufe des Honda-V6. Weil man jedes Extra-PS mobilisieren wollte, um auf einer Red Bull-Strecke die Pole-Position zu erobern. Der überarbeitete Honda-V6, der nach der Sommerpause debütierte, hat im zweistelligen PS-Bereich zugelegt. Trotzdem verlor Verstappen im ersten Abschnitt über vier Zehntel. Es ist der einzige Sektor, auf dem die Motorleistung wirklich ins Gewicht fällt.

Doch dieses Mal hing es mehr am Auto als am Motor. Die Red Bull verloren einen Großteil der Zeit in den ersten drei Kurven. Im zweiten Abschnitt brannte Verstappen die viertschnellste Durchgangszeit in den Asphalt – im Tausendstelbereich langsamer als Sebastian Vettel, Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Im letzten Teil mit zehn der 23 Kurven erzielte Verstappen die zweitbeste Zeit. 25 Tausendstel hinter Hamilton, 20 Tausendstel vor Leclerc. Was im Umkehrschluss heißt, dass Red Bull in den Kurven nicht aufholte.

Alexander Albon - Red Bull - GP Singapur 2019 - Qualifying
Wilhelm
Alexander Albon belegte in der Qualifikation den sechsten Rang.

Ferrari mit besseren Updates?

Die Schwäche in den ersten Kurven spricht dafür, dass Red Bull den Reifen zu Beginn der Runde nicht im magischen Reifenfenster hatte. Vermutlich waren die Vorderreifen zu kalt. Doch in der Folge spielte der RB15 seine üblichen Qualitäten nicht aus. In den langsamen Kurven war man in diesem Jahr eigentlich besser als Ferrari und auf Augenhöhe mit Mercedes. Die erste Analyse der Daten offenbarte, dass Red Bull offenbar weniger Anpressdruck hat als Ferrari.

Bislang gibt es nur Indizien, warum Red Bull schwächelt. Die Reifen. Der Aufwärmprozess. Die Updates. Das Setup. Das Team, das in den letzten fünf Jahren jeweils Zweiter in Singapur wurde, verzettelte sich im dritten Training mit der Abstimmung. „Da sind wir in die völlig falsche Richtung gelaufen.“ Das wiegt in Singapur schwerer als auf den meisten anderen Strecken. Weil die Fahrer nur mit einem intakten Auto im Stadtverkehr genügend Vertrauen aufbauen können, um schnell zu sein. Für das Qualifying wurde wieder umgebaut. „Wir ändern das Setup und sind in fünf Kurven plötzlich gut, in den nächsten sechs aber schlechter“, flucht Marko.

Der Rennstall aus Milton Keynes widmete sich für das Nachtrennen den Bargeboards und dem Unterboden. Doch Ferrari scheint mit seinem umfassenden Paket der bessere Schritt gelungen zu sein. „Vielleicht sind wir beim Wettrüsten einen Schritt ins Hintertreffen geraten.“ Der Sportchef spricht von einem Weckruf. „Ferrari war überraschend schnell, wir überraschend langsam.“

Sorge vor dem Rennen

Für das Rennen ist Red Bull nach der Quali-Niederlage erst einmal wenig optimistisch gestimmt. Das liegt am Startplatz. In Singapur kann man nur schwer überholen. Und dem mangelnden Speed. „Die Longruns am Freitag waren nicht so gut. Schon da hat uns die Geschwindigkeit gefehlt“, zweifelt Verstappen. Und der Red Bull nahm die Reifen härter heran als der Mercedes.

Ferrari und Mercedes sind in der Favoritenrolle. Red Bull nur der Außenseiter. „Wenn Ferrari auch im Rennen so schnell ist, verstehe ich die Welt nicht mehr“, sagt Marko.

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Die Pole Position schien für Mercedes gepachtet. Es kam anders.

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