Weiter Ärger um BMW-Flügel

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Die Flügel-Affäre in der Formel 1 nimmt kein Ende. Honda, McLaren und Williams beschweren sich über den flexiblen BMW-Heckflügel. Honda drohte mit Protest, doch die FIA ließ durchblicken, dass die Eingabe wenig Erfolg bringen würde.

Am Samstag vor dem Kanada-GP (24.5.) rückte das Honda-Team erneut mit Beweismaterial an, um vermeintlichen Aerodynamikbetrügereien der Konkurrenz den Garaus zumachen. Im Fadenkreuz der neuen Regelorthodoxen von Honda befand sich dieses Mal nicht Ferrari. Neue Fotos und TV-Mitschnitte des Bezahl-Fernsehsenders Premiere sollten nachweisen, dass sich bei den BMW der Heckflügel über Gebühr verbiegt.

Während die FIA neuerdings Verstärkungsstreben vorschreibt, die ein Durchbiegen des oberen Flaps verhindern, soll sich bei den BMW das tiefer liegende Hauptblatt so stark verformen, dass eine um bis zu 1,5 Zentimeter größere Lücke zum Flap klafft.

Protest ohne Erfolgschance

Honda drohte, man werde gegen BMW protestieren, sollten die weißblauen Renner in Montreal vor den eigenen Autos liegen. Als Nick Heidfeld Siebter wurde und Jenson Button dadurch einen WM-Punkt verpasste, machten die Honda-Oberen einen Rückzieher.

BMW-Sportchef Mario Theissen hatte am Samstagabend noch FIA-Renndirektor Charlie Whiting gebeten, die Leitwerke in Augenschein zu nehmen. Der erklärte die Heckflügel für legal und machte den Honda-Gesandten klar, dass ein Protest wenig erfolgversprechend wäre. "Er erklärte uns, dass er lediglich einen normalen Test mit relativ leichten Gewichten durchführen könnte."

Da die aktuellen Prüfmethoden der FIA von allen Seiten (einschließlich der FIA) als unzureichend betrachtet werden, wird sich die Affäre fortsetzen. Honda fordert nun, dass zwischen Hauptblatt und Flap künftig eine starre Verbindung vorgeschrieben werden soll.

Sam Michael: "Es gab Verletzte"

Der Unmut über den angeblich durch die Flexi-Flügel bedingten Aufschwung bei BMW macht sich auch bei anderen englischen Rennställen breit. Williams-Technik-Chef Sam Michael sagt: "Es ist unsinnig mit flexiblen Flügeln zu fahren. Vor 45 Jahren hat man sie verboten, weil es Verletzte gab. Nun lässt man sie wieder zu."

McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh sieht den Fall eher aus der Distanz: "Wenn unzweifelhaft klar ist, dass sich der Abstand zwischen den beiden Elementen verändert, hätte ich mir als FIA meine Gedanken gemacht, aber um ehrlich zu sein, haben wir unser Augenmerk nicht allzu sehr darauf gerichtet, denn diese Autos lagen hinter uns. Wären sie vor uns, würden wir uns mehr Sorgen machen. Ich fürchte, so läuft das im Motorsport."

BMW-Sportchef Theissen versucht, der Diskussion Positives abzugewinnen: "Es ist doch ein gutes Zeichen, dass unsere Fortschritte nun auch von unseren Konkurrenten wahrgenommen werden."

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