Weltratsitzung

Die Teams setzen sich durch

Foto: dpa

Die Sparpläne, die der FIA-Weltrat am Freitag (12.12.) für die Formel 1 abgesegnet hat, tragen eine klare Handschrift. Die Handschrift der Team-Vereinigung FOTA. FIA-Präsident Max Mosley konnte sich mit seinen Ideen vom Einheitsmotor und dem Standardgetriebe nicht durchsetzen.

Motor und Kraftübertragung bleiben Hoheitsgebiet der Teams und Hersteller, wenn auch mit großen Einschränkungen. Es war der Ausstieg von Honda, der die Teams zur Vernunft brachte. "Als uns Ross Brawn zu Beginn des letzten FOTA-Treffens die Entscheidung von Honda mitgeteilt hatte, waren alle schockiert", erzählt ToroRosso-Teamchef Franz Tost.

Der deutliche Warnschuss führte zu Panikreaktionen. Die Laufzeit der Motoren wurde ein weiteres Mal erhöht. Zunächst hatten die Hersteller unter Bauchgrimmen einer Ausweitung von zwei auf drei GP-Wochenenden zugestimmt, dann waren plötzlich vier Rennwochenenden kein Problem mehr. Als Sofortmaßnahme werden die Drehzahlen von 19.000 auf 18.000/min. reduziert.

Kundenteams wie Red Bull, ToroRosso oder Force India zahlen im nächsten Jahr statt 17 Millionen Euro nur noch knapp die Hälfte. Weiterer Entscheidungsdruck kam durch die Ankündigung von Mosley ins Spiel, dass Cosworth, Xtrac und Ricardo einen standardisierten Antriebsstrang für 6,42 Millionen Euro bei einer Einmalzahlung von 1,97 Millionen Euro anbieten würden, sollten sich mindestens vier Interessenten finden. Das nötigte die Hersteller dazu, die Preise für Kundenmotoren ab 2010 auf fünf Milionen Euro zu drücken. Sie müssen außerdem eine Garantie abgeben, diese Motoren bis 2012 zu liefern. 

Die FIA hält zwar das Angebot eines unabhängigen Anbieters weiter auf dem Markt, doch es ist kaum anzunehmen, dass sich bis zum 20. Dezember vier Teams finden werden, die bei Cosworth, Xtrac und Ricardo shoppen gehen. Die von Mosley geforderte Verwendung von Einheitsgetrieben wurde ebenfalls aufgeweicht. Erst müsse die Praktikabilität einer solchen Lösung geprüft werden.  Zu einer Überraschung kam es beim Thema KERS. Zwar ist der Versuch einiger teams, die Einführung von Hybridtechnologie zu verschieben gescheitert, doch die FIA will über die Verwendung eines Standardsystems ab 2010 immerhin mit den Herstellern diskutieren. Mosleys Traum, die Hybrid-Technologie in der Formel 1 könnte die Automobilwelt revolutionieren, wäre in diesem Fall gestorben. Die Frage ist, wer ein Standard-KERS für alle dann anbietet. BMW-Teamchef Mario Theissen hatte schon vor zwei Jahren angeboten, dass BMW diese Rolle übernehmen könne, wenn dies gewünscht wäre. Das wurde damals noch entrüstet abgelehnt. Heute denken die meisten anders darüber.

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