Valtteri Bottas - GP Österreich 2018 xpb
Lewis Hamilton - GP Mexiko 2018
Lewis Hamilton - Mercedes - 2018
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 Test - Barcelona - Tag 4 - 1. März 2018
Lewis Hamilton - GP Australien 2018
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Wer hat das zuverlässigste Auto gebaut?

Mercedes als Kilometerkönig

Das Duell um den WM-Titel zwischen Mercedes und Ferrari ging am Ende relativ klar zugunsten von Mercedes aus. In der Wertung der Zuverlässigkeit war es ein Kopf-an-Kopfrennen, das Ferrari mit minimalem Vorsprung gewann, obwohl Mercedes mehr Kilometer zurücklegte.

Nach WM-Punkten war das Ergebnis eindeutig. Lewis Hamilton holte den Titel mit 88 Punkten Vorsprung auf Sebastian Vettel. In der Konstrukteurs-Wertung schlug Mercedes seinen Dauergegner Ferrari mit 655:571 Punkten. Macht 84 Zähler Differenz. Das ist ein Unterschied von zwei Doppelsiegen zu zwei Nullrunden.

Am Ende hat Mercedes seinen fünften Titel durch den besseren Speed oder die bessere Nutzung seiner Chancen gewonnen. In der Disziplin Zuverlässigkeit waren sich die beiden WM-Gegner nahezu ebenbürtig. Beide fielen je zwei Mal durch Defekte aus. Mercedes beklagte einen Hydraulikdefekt und einen Schaden an der Benzinpumpe beim GP Österreich. Ferrari verlor Kimi Räikkönens Auto zwei Mal durch Pannen in der Motorelektronik. Sowohl in Barcelona als auch in Abu Dhabi schaltete der Ferrari V6-Turbo im Auto mit der Nummer 7 einfach ab.

Ferrari kam ohne Motorstrafe durch

Trotzdem hat Mercedes mit 12.478 Kilometern die größere Renndistanz zurückgelegt als sein Rivale in Rot. Ferrari kam nur auf 11.882 Kilometer. Das lag daran, dass ein Nuller mehr in der Punktetabelle stand. Sebastian Vettel versenkte seinen Ferrari in Hockenheim im Kiesbett, und Teamkollege Räikkönen musste in Spa aufgeben, weil sein Ferrari nach dem Startcrash zu stark verwundet war. Der dritte Ausfall von Mercedes ging auf das Konto eines Reifenschadens. Valtteri Bottas war in Baku über Trümmerteile anderer Autos gefahren.

Wenn man in der Standfestigkeitswertung alle Parameter mit einbezieht, dann hat Ferrari trotzdem die Nase vorn. Ferrari kam als einziger Hersteller mit der vom Reglement geforderten Anzahl an Antriebskomponenten über die Runden. Also je drei Einheiten von Motor, Turbolader und MGU-H und je zwei von MGU-K, Batterie und Leistungselektronik. Mercedes musste im Auto von Bottas ein Mal nachgreifen. Der Motor des Finnen war vor dem Hydraulikdefekt in Spielberg zu lange zu heiß gelaufen. Mercedes war daraufhin gezwungen, beim nächsten Rennen in Silverstone einen komplett neuen Satz des Spec 2-Motors einbauen. Beim Einsatz der dritten Ausbaustufe in Spa kassierte Bottas folgerichtig eine Startplatzstrafe.

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Brasilien 2018 - Rennen
Wilhelm
Die Zuverlässigkeit stimmte bei Ferrari in diesem Jahr.

Mercedes kassierte in Bahrain auch noch eine Getriebestrafe für Lewis Hamilton. Und der Engländer musste in Hockenheim von Platz 14 starten, weil im Q2 die Hydraulik ausstieg. Der Defekt hatte eine ähnliche Entstehungsgeschichte wie der von Bottas in Österreich. Dass der Mercedes-Motor dennoch ein Dauerläufer war, zeigte das zweite Triebwerk von Hamilton. Es legte an sieben GP-Wochenenden und diversen Freitagstrainings 6.230 Kilometer zurück.

HaasF1 ohne echten Defekt

Auf Platz 3 der Zuverlässigkeitstabelle landete das Schlusslicht der Konstrukteurs-WM. Williams verzeichnete nur drei Defekte und lag mit 11.508 Rennkilometern lediglich eine GP-Distanz hinter Ferrari. Auf Williams folgte mit Force India ein weiterer Mercedes-Kunde. Beide kamen wie Ferrari mit der Minimalzahl an Antriebseinheiten über die 21 Runden. Obwohl drei Mal ein Ölleck die Fahrer vorzeitig zur Aufgabe zwang.

HaasF1 spielte in der gleichen Liga. Das US-Team hatte zwar neun Ausfälle zu beklagen, aber keinen klassischen Defekt. Vier Unfälle, zwei Disqualifikationen, zwei Aufgaben wegen loser Radmuttern und ein Reifenplatzer sorgten für ein erzwungenes Rennende. Auch McLaren schlug sich trotz der defektreichen Wintertestfahrten noch mit Anstand. Mit 11.052 Kilometer lag der WM-Sechste nur 456 Kilometer hinter Williams. Von den acht Defekten fielen allerdings sechs in den Verantwortungsbereich des Teams. Allein vier Mal machte das Getriebe schlapp.

Toro Rosso mit den wenigsten Kilometern

Ab Platz 7 in der Kilometertabelle gibt es Nachholbedarf für die Teams. Renault, Sauber, Red Bull und Toro Rosso verfehlten die 11.000 Kilometer-Marke klar. Sie legten allesamt weniger als 85 Prozent der möglichen Rennrunden zurück. Renault verlor fünf Mal ein Auto durch Unfall. Ein Mal gab der Fahrer wegen zu großen Rückstandes auf. Zur Ehrenrettung der Qualitätssicherung bei Renault bleiben nur zwei echte Defekte. Ein Turboladerschaden in Österreich und ein überhitzter Motor in Brasilien. Beide Male traf es Nico Hülkenberg.

Bei Sauber führten drei Unfälle und zwei Aufgaben wegen irreparabler Unfallschäden zu Nullern in der Tabelle. Auch der Aufhängungsdefekt von Charles Leclerc in Suzuka war die Spätfolge einer unverschuldeten Kollision. So blieben ein Defekt an der Servolenkung und ein Riss im Auspuff auf der Schadensliste.

Red Bull kann sich bei seinen neun Ausfällen nicht nur auf Motorenpartner Renault berufen. Die Schäden am Differential, der Kupplung, der Auspuffhalterung und die beide Unfälle gingen auf das eigene Konto. Gleiches Spiel bei Toro Rosso, die mit 10.159 Kilometern die geringste Distanz aller Teams zurückgelegt haben. Nur zwei der sieben Defekte muss sich Honda ankreiden. Dazu kamen noch fünf Unfälle. Die hohe Zahl an Kollisionen bei den Toro Rosso-Piloten lag oft an den schlechten Startplätzen, die auch ein Resultat von ja fünf Motorstrafen für Pierre Gasly und Brendon Hartley. Toro Rosso bezahlte dafür, dass Honda bereits Entwicklungsarbeit für Red Bull betrieb.

F1-Zuverlässigkeit 2018

Team Im Ziel Ausfall Unfall Runden (von 2528) Renn-km.
Mercedes 42 3 0 2457 (97,2 %) 12478
Ferrari 42 4 1 2365 (93,6 %) 11882
Williams 42 6 2 2274 (89,6 %) 11508
Force India 42 8 3 2248 (88,9 %) 11358
HaasF1 42 9 4 2247 (88,8 %) 11299
McLaren 42 11 2 2188 (86,6 %) 11052
Red Bull 42 12 3 2161 (85,5 %) 10876
Sauber 42 10 3 2149 (85,0 %) 10792
Renault 42 9 5 2131 (84,3 %) 10738
Toro Rosso 42 12 5 2031 (80,3 %) 10159
Team Im Ziel Ausfall Unfall Runden (von 2528) Renn-km.
Mercedes 42 3 0 2457 (97,2 %) 12478
Ferrari 42 4 1 2365 (93,6 %) 11882
Williams 42 6 2 2274 (89,6 %) 11508
Force India 42 8 3 2248 (88,9 %) 11358
HaasF1 42 9 4 2247 (88,8 %) 11299
McLaren 42 11 2 2188 (86,6 %) 11052
Red Bull 42 12 3 2161 (85,5 %) 10876
Sauber 42 10 3 2149 (85,0 %) 10792
Renault 42 9 5 2131 (84,3 %) 10738
Toro Rosso 42 12 5 2031 (80,3 %) 10159
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