Sebastian Vettel

Wer soll Sebastian Vettel noch stoppen?

Formula 1 Grand Prix, Turkey, Sunday Podium Foto: xpb 62 Bilder

Sebastian Vettel gewinnt sein drittes Rennen in dieser Saison. Er führt die WM mit 34 Punkten Vorsprung an. Er hat vier Pole Positions auf dem Konto. Wer soll den Weltmeister auf dem Weg zum zweiten Titel aufhalten? "Das liegt nur an uns", antwortet Mark Webber kurz und knapp. "Keine Siegesserie hält ewig."

Sebastian Vettel ist nicht aufzuhalten. Dritter Sieg im vierten Rennen. Vier Pole Positions. 57 Führungsrunden. Und 34 Punkte Vorsprung in der WM auf Shanghai-Sieger Lewis Hamilton. 1991 startete Ayrton Senna mit vier Siegen in die Saison. Ein Jahr später Nigel Mansell mit fünf. Genauso wie Michael Schumacher 2004. Alle drei wurden am Ende auch Weltmeister. Nur Senna musste sich bis zum Finale in Suzuka durchzittern.

Vettel reagierte nur

Der Weltmeister scheint unbezwingbar. Nach 58 Runden im Istanbul-Park gab sogar Vettel zu: "Es war eine ziemlich einfache Angelegenheit. Ich habe das Rennen vom Start bis ins Ziel kontrolliert. Rosberg hat mir dabei geholfen. Mit ihm als Zweitem konnte ich einfacher ein Polster aufbauen, das ich den Rest des Rennens nur noch verwalten musste. Ich konnte auf die anderen reagieren, statt agieren zu müssen."

Als Mark Webber die Rosberg-Straßensperre geknackt hatte, lag er schon 4,460 Sekunden hinter Vettel. Vettels Rundenzeiten bestimmte der Vorsprung. Immer wenn Mark Webber oder Fernando Alonso ein bisschen vom Rückstand weggeknabbert hatten, legte Vettel wieder zu. Ab Runde 27 pendelte sich der Abstand zwischen ihm und seinen Verfolgern auf acht bis zehn Sekunden ein.

KERS funktionierte fast problemlos

Während der WM-Spitzenreiter seine Reifen so pfleglich wie möglich behandeln konnte, waren Webber und Alonso in einen Reifen mordenden Zweikampf verstrickt. Dafür bezahlten sie auf den jeweils letzten Runden des Turns mit nachlassendem Grip. Ein Beispiel gefällig? Acht Runden lang zwischen zweitem und dritten Reifenwechsel konnte Alonso Vettels Tempo mitgehen. Dann baute Vettel sein Polster innerhalb von drei Runden um 1,5 Sekunden aus. Vettels einzige Sorge galt der ersten Runde: "Da ist es immer etwas schwierig, mit dem vollgetankten Auto die Bremspunkte zu finden."

Diesmal funktionierte auch Kers tadellos. Nach Aussetzern im Training hatte Vettel nicht unbedingt damit gerechnet. "Ich muss den Jungs ein Kompliment machen. Die drei Wochen Hausaufgaben haben doch geholfen. Ich bin von Anfang bis Ende mit Kers gefahren." Bei Webber reichte es fast. "Nur im letzten Abschnitt gab es ein paar kleinere Probleme."

Vettel seiner Sache noch lange nicht sicher

Das größte Problem des Australiers heißt Vettel. Der WM-Dritte verschanzt sich hinter der Weisheit: "Keine Siegesserie hält ewig. Es liegt an uns, Seb zu stoppen. Im Augenblick macht er einen optimalen Job."

Auch Vettel wehrt sich dagegen, dass der zweite Titel schon in der Tasche ist: "Der Tag an dem du dich für unbesiegbar hältst, bist du schon geschlagen. Unsere Gegner werden in den nächsten Rennen mit großen technischen Änderungen kommen. Da kann das Pendel schnell umschlagen. Die Story dieser Saison wird heißen, wer am besten sein Auto entwickelt." Das mag auch Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali glauben: "Der Druck liegt nicht nur auf uns. Red Bull muss sein Auto auf diesem Niveau halten. Das ist genauso schwer wie aufzuholen."

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