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McLaren-Chef Whitmarsh

Red Bull in Monza stärker als Ferrari

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh erwartet von Red Bull in Monza mehr Gegenwehr als von Ferrari. Ob Lewis Hamilton am Samstag mit F-Schacht fährt, stehe noch nicht fest. "Von der Rundenzeit gibt es kaum einen Unterschied."

McLaren ist als klarer Favorit nach Monza gereist. Den ersten Trainingstag beendeten Lewis Hamilton und Jenson Button allerdings nur auf den Plätzen vier und fünf im Klassement. Das Team nutzte die ersten Runden auf der Highspeed-Piste vor allem für einen Test des F-Schachts. Neben Force India ging Lewis Hamilton als einziger Pilot mit und ohne F-Schacht auf die Strecke.

Das Fazit viel allerdings keineswegs eindeutig aus: "Ohne F-Schacht und mit einem kleineren Flügel ist man auf der Geraden schneller. Lewis hat aber auch festgestellt, dass er in der Kurve mehr rutscht", erklärt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Auf die ganze Runde gesehen ist es sehr ähnlich. Die einzelnen Sektorzeiten wiesen dagegen deutliche Unterschiede aus."

McLaren will Daten genau analysieren

Noch sei keine Entscheidung gefallen, mit welcher Variante Hamilton am Samstag ins Qualifying geht. "Es kommt nicht nur auf die Rundenzeit an sondern auch, wie sich das Auto über eine Renndistanz verhält, und welche Variante die Reifen mehr oder weniger beansprucht. Wir müssen das ganz genau analysieren und über Nacht eine Entscheidung treffen."

Die Konkurrenz entschied sich deutlich schneller für einen F-Schacht-Einsatz. Whitmarsh war nicht verwundert, dass kaum ein Konkurrent beide Varianten testete. "Ich bin nicht überrascht. Jeder hat sein eigenes Programm. Bei uns war es von Anfang an geplant, beide Varianten zu testen, um Daten zu sammeln."

Whitmarsh erwartet starke Red Bull

Sebastian Vettel fuhr am Nachmittag die schnellste Zeit. Ferrari blieb mit beiden Piloten auf den Rängen zwei und drei direkt dahinter. Obwohl die Italiener einige beeindruckende Longruns absolvierten, sieht Whitmarsh Red Bull als ersten Konkurrenten um den Sieg. "Auf dieser Strecke würde ich sagen, dass Red Bull stärker ist. Es gab vorher große Mutmaßungen darüber, dass wir stark sein würden und sie schwach. Das habe ich so nie unterschrieben."

Das Streitthema flexible Frontflügel scheint in Monza nicht mehr akut zu sein. Whitmarsh hofft, dass der neue verschärfte FIA-Test die Diskussionen beendet: "Ich habe noch nichts Verdächtiges gesehen. Wir haben uns aber auch mehr auf unser eigenes Programm konzentriert. Ich weiß, dass die FIA nach dem Training getestet hat und hoffe, dass das Thema an diesem Wochenende kein großes Problem wird."

FIA muss Klarheit beim Thema Stallregie schaffen

Ein größeres Problem ist für Whitmarsh eher das FIA-Urteil im Stallregie-Skandal um Ferrari. "Es ist ein seltsames Urteil. Es gab anscheinend nicht genügend Beweise, um Ferrari härter zu bestrafen. Aber wenn es nicht genügend Beweise gibt, muss man sich fragen, warum man überhaupt 100.000 Dollar bezahlen muss. Ich verstehe die Logik dahinter nicht. Aber ich habe die Begründung auch noch nicht ganz gelesen."

Whitmarsh hat die FIA aufgefordert, nun endlich klare Verhältnisse zu schaffen. "Ich denke, es gibt nach dem Urteil nicht mehr Aufklärung als vorher. Momentan gilt die eindeutige Regel, dass Stallregie verboten ist. Das gilt auch für den Rest der Saison. Es liegt nun an der FIA, die Teams aufzuklären, wo wir genau stehen."

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