Wieder Ärger über Kunden-Autos

Foto: Super Aguri

Die neuen Autos von Super Aguri und Toro Rosso sind Gegenstand einer Sondersitzung der Teamchefs am Freitag (8.12.). Das berichtet "Autosport" in seiner Online-Ausgabe. Grund für das spontane Treffen ist der Unmut über den Plan beider Rennställe, 2007 nicht mit selbst entwickelten Autos an den Start zu gehen.

Ein Interims-Chassis von Super Aguri erhitzte bei den ersten Wintertests in Barcelona einige Gemüter. Der Renner von Neuzugang Anthony Davidson glänzte nicht nur mit ermutigenden Testzeiten, er sah nach Meinung von Spyker-Teamchef Colin Kolles auch ganz anders aus. Kolles will massive Ähnlichkeiten mit dem diesjährigen Honda RA106 ausgemacht haben.

Der Fall Super Aguri, aber auch die Pläne von Toro Rosso, 2007 ein - abgesehen von der Hinterachse mit dem Ferrari-Antrieb - identisches Auto wie Red Bull einzusetzen, sind dem kleinen Spyker-Team ebenso ein Dorn im Auge wie Frank Williams oder nicht zuletzt FIA-Präsident Max Mosley.

Daniele Audetto: "Den größtmöglichen Vorteil suchen"

Laut "Autosport" findet am Freitag eine Sitzung der Teamchefs statt, bei der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Anlass war ein Rundschreiben, das Spyker an die anderen Rennställe verschickt hatte. Williams-Mitbesitzer Patrick Head macht klar, dass ihn das Testauto von Super Aguri weniger beunruhigt: "Wichtig ist, womit sie in Melbourne antreten. Das wollen wir am Freitag klären."

Artikel drei des technischen Reglements legt klar fest, dass jeder Konstrukteur das geistige Eigentum an dem von ihm eingesetzten Chassis haben müsse. Bei Super Aguri wähnt man sich innerhalb des Regelwerks: "Wir kennen die Regeln, wie haben die Regeln studiert und wir haben große Unterstützung von Honda. Dementsprechend müssen wir gemäß des Erlaubten, den größtmöglichen Vorteil aus der Situation ziehen", sagt Teammanager Daniele Audetto.

Taschenspielertricks

Aguri Suzuki bedient sich bei seiner Argumentation des gleichen Taschenspielertricks wie die Scuderia Toro Rosso. Teamchef Aguri Suzuki sagt, das neue Super-Aguri-Chassis sei in der Honda-Entwicklungszentrale im japanischen Tochigi entstanden und nicht beim Werksteam im englischen Brackley. Man habe also keineswegs die Technik eines Mitbewerbers übernommen.

Genauso argumentiert Toro-Rosso-Teameigner Gerhard Berger, die Rechte am Red Bull-Chassis lägen bei der Red Bull-Holding, die sie an ihre beiden Rennställe weitergeben dürfe. Sollten beide Teams mit ihrer Linie durchkommen, wären das schlechte Nachrichten für Spyker. Dort gibt es kein Top-Team, das die englisch-niederländische Truppe mit Top-Technologie versorgt.

Besorgt ist man im Hinblick auf die aufgerüstete Konkurrenz aber auch bei Williams. Besonders der neue Toro Rosso ist Patrick Head ein Dorn im Auge. Der Konstrukteur wäre wie bei Red Bull Adrian Newey. Welche Fähigkeiten das Aerodynamik-Wunderkind besitzt, weiß Head bestens. Newey war viele Jahre Chef-Designer bei Williams.

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