Wieder Wirbel um Toro Rosso

Foto: Daniel Reinhard

Toro Rosso-Teamchef Franz Tost ist es leid, ständig über die Legalität seine Autos reden zu müssen. Das ehemalige Minardi-Team hat vor Protesten keine Angst.

Wenn der Sportchef eines Topteams über eine kleine Mannschaft sagt, dass sie für eine Topplatzierung gut ist, schwillt normalerweise die Brust des Hinterbänklers vor Stolz. Im Fall Toro Rosso sieht die Sache anders aus. Wenn Norbert Haug meint: " Sie waren hier beim Testen stark und sie können aufs Podium Fahren", rauft sich Toro Rosso-Teamchef Franz Tost die Haare.

Die Konkurrenz argwöhnt, dass die Cosworth-Zehnzylinder von Toro Rosso trotz Luftmassenbegrenzer bis zu 70 PS mehr haben könnten als die aktuellen V8-Motoren. Auch wenn MF1-Teamchef Colin Kolles nicht explizit mit einem Protest gegen Toro Rosso gedroht hat, hängen mögliche Reklamation wie ein Damoklesschwert über der ehemaligen Minardi-Mannschaft. Dabei geht es sowohl um die Verwendung eines Zehnzylinder-Motors als auch um den Einsatz von Red Bull-Chassis aus dem Vorjahr.

Franz Tost: "Müssen nicht arm sein"

Kolles argumentiert, die Ausnahme für die Zehnzylinder habe für das unterfinanzierte Minardi-Team gegolten. Da Geld bei Toro Rosso dank Red Bull-Millionen kein Problem sei, müsse auch die Ausnahmegenehmigung wegfallen. "Denn Passus muss er mir mal zeigen. Im Reglement steht nirgendwo, dass ein Team auch arm sein muss", sagt Tost.

Die unterstellten Leistungswerte seines alten Cosworth-V10 verweist er ins Reich der Fabel. Tost argumentiert, man dürfe bei der Hochrechung nicht von den Werksmotoren der Topteams ausgehen. Dem Cosworth-Motor sollen 2005 auf die Topaggregate etwa 80 PS gefehlt haben.

Den Vorwurf, der Toro Rosso STR1 sei lediglich ein umgemodelter Red Bull RB1 will Tost dagegen gar nicht entkräften. Zwar ist in der Formel 1 das Kopieren der Chassis verboten, das gilt aber nur für den Fall, dass ein Team das geistige Eigentum des anderen unerlaubt verwendet.

Red Bull hat daher eine Holding namens Red Bull Racing gegründet, zu denen das Rennteam Red Bull Racing Ltd. und die Scuderia Toro Rosso gehören. Gemäß der neuen Struktur ist die Muttergesellschaft RBR der technische Zulieferer für beide Rennteams. Demnach vergab sie das Copyright für den letztjährigen Red Bull RB1 an Toro Rosso, die rechte am RB2 liegen bei Red Bull Racing Ltd.

Gebrauchtwagenhandel ab 2007 legal?

Derlei Taschenspielertricks sind möglicherweise ab dem Sommer gar nicht mehr nötig. FIA-Chef Max Mosley will Ende Juni ein deutlich kostengünstigeres Reglement durchsetzen, bei dem auch der Kauf vopn gebrauchten Autos bei anderen Teams erlaubt werden soll.

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