Nur ein Bezahlfahrer bei Williams

Kubica und Ocon auf der Liste für 2019

Claire Williams - Formel 1 - 2018 Foto: sutton-images.com 32 Bilder

Claire Williams hat in Austin überraschend erklärt, dass hinter der Verpflichtung von George Russell für 2019 keine finanziellen Vereinbarungen hängen. Dafür muss aber wohl der zweite Pilot ein paar Millionen zum Teambudget beisteuern.

Williams hat ein echtes Seuchenjahr hinter sich. Für die Besetzung der Cockpits mit den beiden Bezahlfahrern Lance Stroll und Sergey Sirotkin gab es schon vor der Saison viel Kritik. Dazu bauten die Ingenieure ein Auto, das dem Rest des Feldes zum Teil mehr als eine Sekunde hinterherfuhr. Da spielte dann am Ende auch das Fahrerpersonal keine große Rolle mehr.

Doch für 2019 will man endlich die Wende schaffen. Und der erste Schritt dazu ist bei der Pilotenfrage wieder auf Talent zu setzen. Mit dem angehenden Formel-2-Meister George Russell hat Williams wohl den schnellsten Juniorpiloten verpflichtet, der verfügbar war. Und laut Teamchefin Claire Williams spielten finanzielle Aspekte bei dem Deal gar keine Rolle.

„Wir haben in den letzten sechs Monaten hart an unserem Budget für kommende Saison gearbeitet, was uns in die Lage versetzt hat, diese Entscheidung zu treffen, die ausschließlich auf Talent basiert. Es zeigt auch unseren Willen, dieses Team wieder in die Spur zu bringen“, erklärte die Engländerin nicht ohne Stolz.

Claire Williams von Russell beeindruckt

George Russell - Formel 2 - 2018 Williams verpflichtet Russell Was wird aus Kubica?

Die Entscheidung für Russell sei den Verantwortlichen dann relativ leicht gefallen: „George hat mich zum ersten Mal in Hockenheim aufgesucht. Ich war sofort von ihm beeindruckt. Er kam danach bei jedem einzelnen Rennen, um mit mir zu reden. Er ist einer dieser Menschen, der seine Ziele hartnäckig verfolgt. Das gilt ja auch für die Rennstrecke. Sein Talent und seine Titel sprechen für sich.“

Sein Williams-Debüt wird Russell vielleicht noch in diesem Jahr geben. Die Teambosse überlegen, den Youngster bei den Testfahrten in Abu Dhabi einzusetzen. Claire Williams hat hohe Erwartungen: „Ich habe in der kurzen Zeit eine sehr enge Beziehung zu ihm aufgebaut und freue mich schon, endlich mit der Zusammenarbeit zu beginnen.“

„Wir sind alle sehr beeindruckt von ihm. Er hat für das erste Meeting zum Beispiel ein Notizbuch mitgebracht. Das habe ich noch von keinem Fahrer gesehen. Wir haben die Verpflichtung erst letzte Woche bekanntgegeben und heute war er hier in Austin schon in der Garage und hat sich bei allen vorgestellt. Er passt zudem perfekt zu unserem Team und wir setzen darauf, dass er uns in der Zukunft helfen wird, damit wir die Wende schaffen.“

Zweiter Fahrer muss noch warten

Was die Besetzung des zweiten Cockpits angeht, ist dagegen noch keine Entscheidung gefallen. Esteban Ocon erklärte am Rande des GP USA, dass er sich im Gegensatz zu Russell nicht für mehrere Jahre binden wollte. Er hofft nach wie vor, Valtteri Bottas 2020 bei Mercedes zu ersetzen. Doch damit ist die Tür bei Williams offenbar noch nicht geschlossen.

„Einen Fahrer von Estebans Kaliber würden wir auch für nur ein Jahr verpflichten. Wir arbeiten hart daran, dass Esteban in der Formel 1 bleibt, wenn möglich bei uns“, bestätigte Claire Williams. Allerdings müsste Ocon wohl noch ein paar Milliönchen zum Teambudget beisteuern. „Beim zweiten Cockpit haben wir nicht diese Flexibilität. Da müssen noch einige andere Faktoren passen“, umschreibt es Claire Williams nett.

Auf die Entscheidung müssen die Fans aber wohl noch eine Zeit warten. Williams befürchtet, dass der Auswahlprozess wieder so lange dauern wird wie im Vorjahr, als die Fahrer erst im Dezember verkündet wurden. „Wir befinden uns aktuell noch in einer sehr frühen Phase der Sponsorenverpflichtungen. Wenn wir neue Partner an Land ziehen, dann gibt uns das für andere Entscheidungen mehr Freiheiten. Deshalb wollen wir jetzt nichts überstürzen.“

Kubica auf der Liste für 2019

Robert Kubica - Williams - Formel 1 - GP Italien - 01. September 2018 Foto: sutton-images.com
Kommt Kubica doch noch zum Comeback? Wenn er Sponsoren mitbringt, würde das seine Chancen verbessern.

Laut Claire Williams ist auch Robert Kubica ein Kandidat für den zweiten Platz. Auch wenn der Respekt vor dem Routinier groß ist, will die Teamchefin den Fans des Polen noch keine zu große Hoffnung machen. „Robert steht zusammen mit einer Handvoll anderer Fahrer auf der Liste, die ebenfalls talentiert sind. Robert hat dieses Jahr bei uns großartige Arbeit geleistet. Er wäre ein fantastischer Teamkollege für George. Aber wir sind noch nicht bereit, jetzt eine Entscheidung zu treffen.“

Was die Konkurrenzfähigkeit des Autos angeht, will die Teamchefin ebenfalls noch keine großen Ansagen machen: „Wir haben dieses Jahr viele Schwächen gezeigt, nicht nur im Auto. Wir wollen das komplette Team nächstes Jahr anders aufstellen. Ich werde mich jetzt aber nicht hier hinstellen und versprechen, dass das Auto besser wird. Das wissen wir frühestens nach den Wintertests. Wir wissen auch nicht, was unsere Gegner machen. Aber ich habe Vertrauen in unser Team.“ Laut Williams soll sich das Budget auf dem Niveau der aktuellen Saison befinden. Dass man Mitarbeiter entlassen muss, schloss die Teamchefin aus.

Neues Heft
Top Aktuell F1 Tagebuch - GP Singapur 2018 F1-Tagebuch GP Singapur Burger-Party mit Force India
Beliebte Artikel Toto Wolff - Lewis Hamilton - Mercedes Das Mercedes-Geheimnis Prinzip der „Liebe unter Schmerzen“ Antonio Giovinazzi - Sauber - Abu Dhabi - Testfahrten Giovinazzi der neue Leclerc? 75.000 Kilometer im Simulator
Anzeige
Sportwagen Jaguar Land Rover Fahrdynamik Advertorial Auf Knopfdruck: Sport Mehr Fahrspaß durch Technik Porsche 911 (992) Cabrio Erlkönig Erlkönig Porsche 911 Cabrio (992) Offener Elfer startet 2019
Allrad Toyota RAV 4 2018 New York Sitzrobe Toyota RAV4 (2018) SUV-Neuauflage ab 29.990 Euro Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker