Williams-BMW

Geschummelt oder nur verrechnet?

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Drei Zentimeter kosten das Williams-BMW-Team 13 Weltmeisterschaftspunkte. Bei der Fertigung der Bremsbelüftungsschnorchel schlug die Konstruktionsabteilung ordentlich über die Stränge.

Ein Schummelversuch oder ein Berechnungsfehler kostete das Williams-Team den zweiten Platz beim Großen Preis von Kanada. Die Lufteinlässe für die vordere Bremsbelüftung waren nach Messungen der technischen Kommissare um 30 Millimeter zu breit.

In Artikel 11.4 des technischen Reglements ist bezüglich der Lufteinlässe festgelegt, dass sie von der Innenseite des betreffenden Rades aus gemessen 120 Millimeter breit sein dürfen. Damit hat Williams das erlaubte Maß um 25 Prozent überschritten. Technik-Chef Sam Michael versichert zwar, man habe keinen technischen Vorteil gehabt, aber die Konkurrenz fragt sich, warum die illegalen Teile angebaut wurden. Fakt ist, dass sich mit einem größeren Lufteinlass auch eine größere Menge Kühlluft an der Bremsscheibe vorbei schleusen lässt.

Renn-Kommissar Whiting: "In Kanada prüfen wir regelmäßig"

Was gegen absichtlichen Betrug spricht: Frank Williams gilt als fanatisch korrekter Sportsmann, zudem mussten die Weißblauen damit rechnen, dass ihre Lufthutzen nach dem Rennen kontrolliert würden. "Gerade in Kanada prüfen wir die Bremsbelüftung regelmäßig", sagt Chef-Kommissar Charlie Whiting. Bei Williams spricht man von einem Irrtum.

Andererseits litten die Williams schon öfter in dieser Saison unter Bremsproblemen. In Spanien schied Juan Pablo Montoya mit Bremsversagen aus, Ralf Schumacher trug seinen FW26 im gleichen Rennen betont vorsichtig ins Ziel. Dabei ist Barcelona nicht unbedingt eine Bremsen mordende Strecke.

In Kanada kühlten die Williams-Mannen am Freitag die Hinterräder zu stark, die vorderen Bremsscheiben waren an der Grenze der Belastbarkeit, daher kamen ab Samstag die beanstandeten Teile zum Einsatz. Bei der Abnahme vor dem Rennen waren sie noch nicht eingebaut. Daher passierten beide Autos die technische Leibesvisitation ohne Probleme. Pech für Williams: Bei den stichprobenartigen Untersuchungen der Regelhüter vor dem Rennen fielen die Autos nicht auf. Sonst hätten sie aus der letzten Startreihe mit geänderten Lufthutzen starten können.

Keine Toleranz für Toyota

Die Toyota flogen aus dem gleichen Grund wie die Williams aus der Wertung. Allerdings überschritten die japanischen Lufthutzen das erlaubte Maß nur um fünf Millimeter. Einerseits wollte das Team keinen Protest einlegen, dann erwog man es doch, doch war aber die Protestfrist abgelaufen. Team-Präsident John Howett plädierte auf mildernde Umstände durch die Geringfügigkeit der Regelüberschreitung. Die FIA-Kommissare mochten keine Messtoleranz einräumen.

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