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Williams-BMW

Wettbewerbsvorteil durch Vorab-Fahrt?

Die Konkurrenz ist wütend und fordert Genugtuung: Williams-BMW soll mit Reifenpartner Michelin schon vor dem kommenden GP in Bahrain die neue Strecke inspiziert haben.

Williams-Testfahrer Marc Gené inspizierte die 5,147 Kilometer lange Strecke in der Woche vor dem GP Malaysia in einem Vorjahres-Williams FW 25. Das Auto war mit Videokamera ausgerüstet. Aber: Der Spanier absolvierte bei den offiziellen Eröffnungsfeierlichkeitenlediglich neun Runden - und diese teilweise in langsamer Fahrt hinter Begleitfahrzeugen oder im Konvoi. Die Fahrt war als Promotion für den dritten Formel 1-WM-Lauf gedacht, und auch, um den Mächtigen des Ölstaats samt König Hamad bin Isa Khalifa die Komplettierung der Strecke zu demonstrieren.

Die Konkurrenz zetert

Dass Michelin bei dieser Gelegenheit zwei verschiedene Reifenmischungen ausgetestet haben soll, gilt als Blödsinn. Doch während der Vorteil, schon vorab mögliche Set-up-Varianten und Getriebeabstufungen herauszuarbeiten, laut Toyota Technik-Boss Mike Gascoyne weniger ins Gewicht fallen, zetert die Konkurrenz über das Sammeln von Reifenwerten. Besonders verärgert zeigte sich Hisao Suganuma, Technischer Direktor beim Michelin-Konkurrent Bridgestone: "Es ist nicht fair - man erhält alle Daten, die man braucht, durch wenige Runden um die Strecke.“

Ganz gleich wie intensiv Daten gesammelt wurden, in jedem Fall dürfte Williams-BMW nun bessere Grundlagen für seine Motoren- und Fahrwerkssimulationen haben. Aber ohnehin entnehmen Techniker der Reifenhersteller vor jedem Grand Prix Proben aus dem Asphalt, um ihre Mischungen danach auszurichten.

Ferrari: Wir wollen auch

Für ernsthaft schnelle Runden hatte jedoch BMW-Williams Testfahrer Gené keine Gelegenheit: Zu stark war die Strecke noch verschmutzt. Es lagen sogar Steinbrocken auf der Fahrbahn. Filmaufnahmen von Fernsehteams mussten abgebrochen werden - zu unrealistisch und Formel 1-unlike wirkte der in dichten Staubfahnen eingehüllte Vorjahres-Williams.

Auch McLaren-Chef Ron Dennis verbarg nicht seine Entrüstung: "Auch wir hätten gerne die Strecke per GPS vermessen, um besser vorbereitet in den Bahrain-GP gehen zu können. Aber das wurde uns untersagt.“ Nun fordern die Teams - insbesondere Ferrari - vor dem GP von China, beim drittletzten WM-Lauf in Shanghai ebenfalls vorab die neue Piste befahren zu dürfen.

Zwar war Ex-GP-Star und Mercedes-DTM-Ass Jean Alesi bei den Feierlichkeiten ebenfalls aktiv, doch gehören sämtliche Vermutungen über etwaige elektronisch aufgezeichneten Streckendaten durch den Franzosen ins Reich der Fabel: Alesi ging mit einem W196 Stromlinien-Silberpfeil von 1955 auf die Strecke.

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