Williams F1 beim GP Brasilien

Feinkost im Training, Fast food im Rennen

Sebastian Vettel GP Brasilien 2010 Foto: xpb 36 Bilder

Im Training zum GP Brasilien besetzten Nico Hülkenberg und Williams-Cosworth die Hauptrollen. 24 Stunden später waren für die Schnellsten der Qualifikation wieder nur die Komparsenplätze besetzt. Rubens Barrichello machte sich schon am Samstag keine Illusionen.

Platz eins und sechs in der Startaufstellung, das würde eine Eintagsfliege bleiben. "Wir müssen uns unheimlich anstrengen, wenn wir im Rennen unter die ersten Sechs kommen wollen", prophezeite der Brasilianer. Er sollte Recht behalten. Pole-Mann Nico Hülkenberg nahm als Achter drei WM-Punkte mit, und Barrichello setzte seine Pechsträhne beim Heim-Grand Prix fort, bei dem ihm in 18 Starts nur 15 WM-Punkte vergönnt waren. Ein misslungener Reifenwechsel, weil das rechte Hinterrad klemmte, eine Kollision mit Jaime Alguersuari, bei dem der linke Vorderreifen aufgeschlitzt wurde. Am Ende stand ein Nuller für den Mann aus Sao Paulo auf dem Konto. Williams-Teammanager Dickie Stanford kommentierte die Ernüchterung nach dem Jubeltag ohne großen Ärger: "Da stehen wir eben, wenn vorne keiner ausfällt."

Barrichello verliert acht Sekunden in der Box

Die Fahrer vor Hülkenberg im Ziel sind bei den vier Top-Teams Red Bull, Ferrari, McLaren und Mercedes angestellt. Hülkenberg und Barrichello hatten im Rennen mit den üblichen Handikaps zu kämpfen, die ihnen ihr Dienstfahrzeug im Rennen aufgibt. Zum Beispiel die Startschwäche. "Mehr als 50 Prozent unserer Starts gingen dieses Jahr schief", rechnet Hülkenberg vor. Der vom Sonntag zählte noch zu den besseren, dabei hatte der Deutsche von der Getriebeübersetzung her vorgesorgt. Er wählte einen kurzen ersten Gang, der eine bessere Traktion versprach, aber auch Probleme in langsamen Kurven.

Weil der Cosworth-Motor dann in einen Drehzahlbereich rutscht, in dem er ein Leistungsloch hat. Barrichello war die Rundenzeit wichtiger. Die dazugehörige Getriebeübersetzung kostete ihn nur einen Platz beim Start, aber dann kam der elend lange Boxenstopp dazwischen, der ihn aus den Punkterängen warf. Die Uhr tickte acht Sekunden länger als normal. 

Reifenprobleme bei Williams

Die Williams-Piloten treten beim Start auch immer mit einem Gewichts-Handikap an. Das liegt am größeren Durst des Cosworth V8. Auf einer Strecke wie Interlagos fiel das aber weniger ins Gewicht als in Suzuka. Auch die Reifen werden im Rennen oft zur Bremse, weil das Auto die Gummiwalzen hart hernimmt. Das ist gut in der Qualifikation, wenn der Reifen schnell auf Temperatur kommen muss, kann aber über eine längere Distanz höheren Verschleiß und schnelleren Gripabbau bedeuten. Hülkenberg stand schon in Runde 14 an der Box. 

Zum Schluss kam auch noch Pech dazu. Das Safety-Car rückte just in dem Augenblick aus, als Sebastian Vettel gerade das Duo Hülkenberg Kubica überrundet hatte. Damit gewannen die beiden Mercedes-Piloten eine ganze Runde auf den Williams-Piloten. Sekunden vorher hatten sie noch in Sichtweite gelegen. Nico Rosberg konnte sich eine Panne beim Reifenwechsel und einen Korrekturstopp leisten, ohne dafür zu büßen. 

Hülkenberg steigert seine Chancen auf ein Cockpit für 2011

Für Hülkenberg hat sich der GP Brasilien trotzdem gelohnt. Sein Name steht jetzt dick unterstrichen in den Büchern einiger Teamchefs. Und auch Frank Williams wird sich zwei Mal überlegen, ob er den Blondschopf auf die Straße setzen soll. Die Pole Position hat auch bei der Sponsorsuche geholfen. Bevor Frank Williams in Abu Dhabi erscheint, macht er Station in Katar. Wenn dort alles nach Wunsch verläuft, könnten die Cockpits von Barrichello und Hülkenberg am nächsten Wochenende schon gesichert sein. Und wenn nicht? Mitbesitzer Patrick Head setzt sein Pokerface auf: "Für das Überbringen schlechter Nachrichten haben wir unseren Geschäftsführer Adam Parr."

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