Williams FW41 - Launch - F1 - 2018 Williams
Williams FW41 - Launch - F1 - 2018
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Williams verteidigt Piloten-Auswahl

„Bezahlfahrer ein zu negatives Wort“

Lance Stroll und Sergey Sirotkin sind die jüngste Fahrerpaarung die Feld. Beide bringen Geld mit ins Team. Williams wehrt sich jedoch vehement dagegen, man habe die Fahrer nur wegen ihres Geldes verpflichtet.

Früher fuhren Weltmeister für Williams: Alan Jones, Keke Rosberg, Nelson Piquet, Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill, Jacques Villeneuve. Ayrton Senna war ein Cockpit bei Williams einmal so viel wert, dass er seine Dienste zum Nulltarif anbot.

40 Jahre nach der Firmengründung hat der englische Traditionsrennstall zwei Fahrer verpflichtet, über die Experten vor zwei Jahren noch die Nase gerümpft hätten. Lance Stroll und Sergey Sirotkin sind die jüngste Fahrerpaarung im Feld. Der eine ist 19 Jahre alt, der andere 22. Und sie haben zusammengezählt 20 Grand Prix Erfahrung. Nur das Toro Rosso-Duo ist noch unerfahrener.

Den Satz, dass früher bei Williams niemals so ein Kindergarten gefahren wäre, hörte man zuletzt häufig. Und schon gleich gar nicht Piloten, die für ihr Cockpit bezahlen. Bei Lance Stroll füllt der Vater die Williams-Kasse. Die Mitgift von Sirotkin kommt von einer russischen Bank. Die Besitzer sind mit Vladimir Putin befreundet.

Williams braucht das Geld. Der letzte unabhängige Rennstall der Formel 1 hat keinen Hersteller im Rücken. Und es gibt keinen Milliardär, der im Notfall die Lücken stopft. Strolls Vater hat seinen Input im zweiten Jahr schon reduziert.

Lance Stroll & Sergey Sirotkin - Williams - 2018
Williams
Lance Stroll und Sergey Sirotkin tragen nicht unerheblich zum Teambudget von Williams bei.

Da liegt der Verdacht nahe, dass Williams bei der Fahrerwahl mehr auf das Geld als auf das Talent geschaut hat. Mit dem Risiko, in diesem Jahr noch weiter im Feld abzurutschen. Claire Williams hat mit Fragen zu diesem Thema gerechnet und ist dementsprechend gut vorbereitet: „Wir haben nun schon seit einigen Jahren jungen Talenten eine Chance gegeben und sind immer gut damit gefahren. Ich kann Ihnen versichern: Wenn wir die geringsten Zweifel gehabt hätten, hätten wir sie nicht genommen. Für Williams war die Konstrukteurswertung immer wichtiger als der Fahrertitel.“

Die Juniorchefin führt das Beispiel Stroll an: „Lance hat man auch nichts zugetraut. Dann holt er 40 Punkte und ist der einzige Fahrer außerhalb der drei Top-Teams, der es auf ein Podium geschafft hat.“ Technikchef Paddy Lowe ergänzt: „Kein Fahrer hat in der ersten Runde mehr Autos überholt als Lance.“

Sirotkin überzeugt Ingenieure

Claire Williams glaubt, dass sie auch mit Sirotkin einen Glücksgriff gelandet hat. „Er fährt schon ewig Rennen und ist kein echter Neuling. Seine Vita in der GP2 ist tadellos. Und er hat als Testfahrer bei Renault schon Formel 1-Erfahrung. Er zählt zu den Talenten, die sich heimlich, still und leise entwickelt haben.“

Williams FW41 - Launch - F1 - 2018
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Lowe führt aus, dass der 22-jährige Russe die Ingenieure bei den Testfahrten in Abu Dhabi voll überzeugt habe, auch wenn es nur 478 Kilometer waren. Er habe selten ein Fahrer erlebt, der sich mit so viel Feuereifer in die Arbeit gestürzt habe. Seit seiner Ernennung zum Stammpiloten war Sirotkin jeden Tag in der Fabrik in Grove. Fünf Wochen lang. „Für mich ist es der beste Weg das Team kennenzulernen und im Simulator Erfahrung zu sammeln.“

Das Wort Bezahlfahrer kann Claire Williams nicht mehr hören. „Es ist unfair und hat einen negativen Beigeschmack. Was ist überhaupt ein Paydriver? Einer, der einen Sponsor mitbringt? Dann wäre Fernando Alonso auch einer, und ich glaube wir sind uns alle einig, dass das nicht der Fall ist.“

Auch Paddy Lowe versucht den Reiz des Geldes kleinzureden: „Wir haben uns viel Zeit mit der Analyse unserer Fahrer gelassen. Die Daten haben entschieden. Und glauben sie mir: Die Leute, die diese Daten analysieren, wissen gar nicht, wer wie viel Geld mitbringt.“

Stroll hält seinen Zweiflern entgegen, dass er nicht nur viel besser abgeschnitten hat, als es seine Kritiker erwartet haben. Er ist in seinem ersten Jahr gereift und erwartet deshalb im zweiten eine deutliche Steigerung. „Ich bin heute ein anderer Rennfahrer als vor zwölf Monaten. Jetzt weiß ich worauf es ankommt und auf was ich mich fokussieren muss, um besser zu werden.“

Kubica träumt weiter vom Stammplatz

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Kubica soll Druck machen auf die beiden Stammpiloten.

Neben den beiden Youngstern auf der improvisierten Bühne des Village Underground in der Londoner City wirkte der Dritte im Bunde wie ein Methusalem. Robert Kubica bekam trotzdem den meisten Beifall. Dabei ist er in diesem Jahr nur Reservefahrer bei Williams. Der Pole gab unumwunden zu, dass er gehofft hatte, in diesem Jahr Rennen zu fahren und dass er jetzt lieber an der Stelle von Stroll oder Sirotkin auf der Bühne stünde. Doch er muss nehmen, was kommt und realistisch bleiben.

„Ich weiß besser als jeder andere, wo ich stehen, was ich noch brauche, woran ich arbeiten muss. Ich muss mit dem zufrieden sein, was ich habe. Wenn ich bedenke, wo ich vor zwölf Monaten stand, dann kann ich mir nur gratulieren. Ich habe jetzt die Möglichkeit, regelmäßig ein Formel 1-Auto zu fahren.“ Er weiß aber auch: „Als ich angefangen habe, war ich so jung wie die beiden Herren hier neben mir. Heute bin ich 33. Die Uhr tickt unaufhaltsam weiter.“

Kubica sieht diese Saison als letzten Schritt auf dem Weg zu einem Comeback. Wenn ihm noch etwas fehlt, dann sind es Kilometer. Und die soll er bei Williams bekommen. Im Simulator und auf der Strecke. Kubica ist für drei Freitagstrainings eingeteilt. „In Barcelona, in Spielberg, und, das dritte Rennen habe ich schon wieder vergessen. Ich werde auch vor und in der Saison testen. Das wird mir weiter auf dem Weg zurück helfen. Ich bin mehr als je zuvor davon überzeugt, dass ich ein Comeback schaffen kann.“

Kubica will mit seiner Erfahrung den Ingenieuren bei der Weiterentwicklung des Autos helfen und somit das Defizit der jungen Stammfahrer kompensieren. Eines stellt der Mann aus Krakau aber gleich klar: „Ich kann ihnen nichts mehr beibringen. Aber wenn sie Fragen haben, können sie gerne zu mir kommen.“

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