Williams F1

Zukunft bis 2010 gesichert

Nico Rosberg Foto: Williams F1 143 Bilder

Manchmal kann eine schlechte Nachricht auch eine gute sein. Die Meldung, dass die Royal Bank of Scotland (RBS) Ende 2010 bei Williams als Hauptsponsor aussteigt, war keine negative Überraschung für den britischen Rennstall.

Die Bank hatte im Zuge der Finanzkrise große Verluste gemacht und gehört nun zu 80 Prozent dem englischen Staat. Bei Williams ging vielmehr lange die Angst um, RBS könnte sich mit Hinweis auf die angespannte Finanzlage auch sofort aus den laufenden Verpflichtungen zurückziehen. Deshalb stattete Frank Williams der Regierung in London in der ersten Februarwoche einen Besuch ab. Der Rollstuhlgeneral bekam einen positiven Bescheid. RBS bezahlt wie vereinbart bis Ende 2010 seinen Obolus - geschätzte 16 Millionen Euro pro Jahr. Nur die Nebengeräusche werden leiser.

Budget auf sicheren Beinen

RBS fährt die VIP-Betreuung zurück und tritt nicht mehr als Titelsponsor von Grand Prix-Rennen auf. Trotz den Abgängen von Petrobras, Lenovo und Baugur stand das Budget von Williams für 2009 bereits im Juli 2008 auf sicheren Beinen. Bis RBS in den Strudel der Finanzkrise geriet. Doch das ist jetzt geklärt.
 
Die übrigen Abgänge wurden kompensiert. Die isländische Baugur-Gruppe hatte bereits vor ihren wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Sponsorsumme für 2009 reduziert. Der Ausfall wiegt deshalb nicht besonders schwer. Der Wechsel von Lenovo zu McLaren wird dadurch aufgefangen, dass Sponsoren wie Philips und Randstad mehr bezahlen als im Vorjahr. Für Kraftstoff-Partner Petrobras soll es Ersatz geben. Die Szene munkelt, dass der neue Benzinsponsor BP heißen könnte.

Mehr Geld aus den Ecclestone-Töpfen

Aus Bernie Ecclestones Kasse fließt mittlerweile mehr Geld. Zwar ist Williams in der WM-Tabelle von Platz vier (2007) auf Rang acht (2008) abgerutscht, doch seit April 2008 gilt der neue Auszahlungsmodus. Seither partizipieren die Teams zu 50 Prozent an den Einnahmen der Rechteinhaber, was die Ausschüttung für jeden Einzelnen gemäß dem Rang in der Konstrukteurs-WM gegenüber früher verdoppelt.
 
Williams erhält außerdem wie Ferrari einen Extrabonus. Der englische Traditionsrennstall hatte sich vor fünf Jahren als zweites Team nach Ferrari von der im Raum stehenden Hersteller-Serie losgesagt. Die Deserteure bekamen dafür eine Gratifikation.

Langfristige Sicherheit

Da die meisten Verträge langfristig ausgelegt sind, ist auch das Budget für 2010 zu 90 Prozent bereits erbracht. Das erklärte Geschäftsführer Adam Parr den englischen Kollegen von Autosport. Die Krise ist für Williams eher ein Segen als ein Fluch. "Alle müssen sparen", sagt Technikchef Sam Michael. "Das trifft uns weniger hart als die Werksteams."
 
Für Williams bedeutet das neue Motorenreglement bares Geld. Der Toyota-V8 kostet jetzt rund acht statt 16 Millionen Euro. Deshalb wird es bei Williams auch kaum Entlassungen geben. Die Mitarbeiter des Testteams, das wegen der Testrestriktionen aufgelöst wird, kommen bis auf wenige Ausnahmen in anderen Abteilungen unter.

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