Nicholas Latifi - Test - Barcelona - Williams - 2020 Wilhelm
Williams FW43 - F1-Auto für 2020
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Williams FW43 - F1-Auto für 2020 21 Bilder

Williams erwartet Steigerung

„Wollen ein Team schlagen“

Williams kämpft sich zurück. Nach zwei Jahren auf dem letzten Platz will der Traditionsrennstall dieses Jahr die rote Laterne abgeben. Die Testfahrten lassen hoffen, dass zumindest der Anschluss ans Feld geschafft wurde.

George Russell mangelt es nicht an Selbstbewusstsein. Der 22-jährige Engländer ist der wahrscheinlich am meisten unterschätzte Fahrer im Feld. Im letzten Jahre ging er als Newcomer durch eine harte Schule. Sein Williams war zwischen einer halben und einer ganzen Sekunde langsamer als das zweitschlechteste Auto im Feld.

Unter den Umständen konnte der Formel-2-Meister von 2018 nur selten sein Talent beweisen. Doch seit den Testfahrten in Barcelona strahlt Russell. Der Williams FW43 ist ein richtiges Rennauto. „Wir haben deutlich mehr Abtrieb. Das Auto ist viel einfacher zu fahren als das im letzten Jahr.“

Teamchefin Claire Williams lässt sich nach der Analyse der Testergebnisse von Barcelona zu der Aussage hinreißen: „Wir sind im Longrun besser als auf eine Runde. In den Rennsimulationen liegen wir nach unserer Rechnung auf Platz 8. Auf eine Runde werden wir noch hinten sein, aber viel näher dran am Feld.“

Diese Meinung teilt auch ihr Fahrer: „Unser Ziel ist es, wenigstens ein anderes Auto zu schlagen. Unser schärfster Gegner könnte Alfa Romeo sein.“ Russell warnt aber auch: „Das neue Auto fühlt sich wirklich gut an. Das bringt aber nichts, wenn es im Vergleich zur Konkurrenz nicht auch schnell ist. Wenn ich die Wahl habe, ein heikles, aber schnelles Auto zu fahren, dann nehme ich das.“

George Russell - Williams - GP Australien 2020
xpb
Kann George Russell mit dem neuen Auto sein Talent endlich auch auf der Strecke zeigen?

Auto viel besser verarbeitet

Speed ist eine Sache, Zuverlässigkeit die andere. Die Fahrer haben endlich Vertrauen in ihr Dienstfahrzeug. Es fallen keine Teile mehr vom Auto, die Verarbeitung ist besser, die Bremsen funktionieren.

„Die Bremsen waren letztes Jahr unser größter Schwachpunkt“, gibt Claire Williams zu. Russell erkannte schon in der Fabrik, dass eine Welt den alten vom neuen Williams trennt. „Ich habe schon vom bloßen Hinschauen erkannt, dass der FW43 ein wesentlich stabileres Auto ist.“

Die Strecke im Albert Park sollte Williams liegen, hofft Russell: „Kurze Geraden, eine Charakteristik, die maximalen Abtrieb verlangt. Das passt unserem neuen Auto“ Der Luftwiderstand des Williams ist immer noch etwas zu hoch. Allerdings mit weniger gravierenden Auswirkungen als letztes Jahr. „Wir haben jetzt ein breiteres Spektrum, den Abtrieb von Strecke zu Strecke zu variieren.“

Claire Williams - GP Australien 2020
Wilhelm
Die gute Laune ist zurückgekehrt bei Teamchefin Claire Williams.

Updates für Zandvoort geplant

Die Teamchefin ist aber noch nicht hundertprozentig zufrieden. „Wir haben ein kleines Korrelationsproblem mit dem Unterboden. Das sollte aber mit einem Aero-Paket behoben sein, das wir in Zandvoort bringen wollen.“

Am meisten freut sich die Tochter des Firmengründers darüber, dass die Verarbeitungsqualität der Teile viel besser geworden ist. „Es wird nicht mehr so viel kaputtgehen wie im letzten Jahr. Wir haben genug Ersatzteile. Alles war pünktlich fertig.“

Das Zauberwort heißt bessere Planung: „Wir haben alle Prozesse in der Firma auf einen neuen Stand gebracht.“ Das Beispiel Racing Point ist für die Chefin kein Vorbild. Kopieren kommt für Williams nicht in Frage: „Dieses Team war immer stolz darauf, unabhängig zu sein.“

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