Williams

Frontflügel-Problem im Griff

Foto: Williams

Nach einem exzellenten Probelauf des neuen Williams FW30-Toyota in Valencia musste der englische Rennstall in Barcelona einen Rückschlag einstecken. Williams brach den Test nach dem zweiten von drei Tagen vorzeitig ab.

Grund waren Probleme mit der Frontflügelbefestigung. Bei Kazuki Nakajima hatte sich am ersten Testtag nach wenigen Runden bei Topspeed die Zunge des Frontflügels von seiner Befestigung gelöst. Der Japaner rutschte ins Kiesbett und beschädigte beim Einschlag das Auto. Als man Teamkollege Nico Rosberg an die Boxen beorderte, wurden dort Anzeichen eines ähnlichen Problems festgestellt.

Williams brach daraufhin den Test ab und bestellte in England verstärkte Teile. Die wurden über Nacht nach Barcelona geflogen. Rosberg und Nakajima spulten zwar insgesamt 74 Runden ab, doch Technikchef Sam Michael entschied nach einer Überprüfung der relevanten Teile, am Samstagabend einzupacken. "Die Modifikationen waren nicht gut genug, und wir konnten an der Strecke nicht so auf das Problem reagieren, wie es nötig wäre. Der Fall ist etwas komplexer, als es den Anschein hat."

Spekulationen über Gründe

Über die Hintergründe schwiegen sich die Williams-Ingenieure aus. Man hört, dass der Flügel in dem Jahr stärker belastet ist, weil das abgespeckte neue Auto mehr Spielraum für Ballast offenlässt. Angeblich sollen im Frontflügel deutlich mehr Wolframplatten verstaut sein als beim alten FW29-Modell. Das kann bei höheren Belastungen zu strukturellen Problemen führen. Auf dem bodennahen Mittelteil des Flügels wirken naturgemäß die höchsten Kräfte. In Valencia war das noch nicht aufgefallen, weil es dort hauptsächlich langsame Kurven gibt.

Laut Sam Michael ist das Problem jetzt im Griff. "Beim nächsten Test in Jerez sind die neuen Lösungen am Auto." Wegen des verkürzten Tests konnte Williams nicht herausfinden, ob die positiven Ergebnisse von Valencia auch auf Barcelona übertragen werden können. "Wir sind vor dem ersten Auftreten des Problems nur wenige Runden gefahren", erzählt Michael. "Da schien sich der Trend von Valencia zu bestätigen, aber für eine klare Aussage reicht es nicht aus."

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