Williams FW42 - Barcelona-Tests - 2019 Stefan Baldauf

Williams FW42 für F1-Saison 2019

Williams wagt sich aus der Deckung

Mit mehr als zwei Tagen Verspätung ist der Williams FW42 endlich bei den Testfahrten in Barcelona aufgetaucht. Wir zeigen die ersten Bilder des neuen F1-Renners.

Eigentlich sollte der neue Williams FW42 schon am Samstag in Barcelona seinen Shakedown absolvieren. Doch Verzögerungen bei der Teileproduktion schoben die Jungfernfahrt immer weiter nach hinten. Während die anderen Teams fleißig die ersten Testrunden drehten, blieb die Williams-Garage leer. Erst am Mittwoch (20.2.2019) um 4.00 Uhr in der Früh kam das Auto per Transporter aus England in Katalonien an.

Damit war der FW42 aber noch längst nicht einsatzbereit. Die Mechaniker schraubten den ganzen Vormittag am Neuwagen herum. Erst kurz nach der Pause, um 14.27 Uhr, hatte das Warten endlich ein Ende. George Russell wurde mit seinem neuen Dienstwagen vor die Garage geschoben, wo die Fotografen schon ungeduldig warteten.

Immerhin lief die erste Installationsrunde ohne große Dramen ab. Die 4,655 Kilometer lange Jungfernfahrt spulte Russell allerdings auch in einem eher gemäßigten Tempo ab. Das ermöglichte den Fotografen, jede Menge Detail-Bilder vom FW42 zu machen, die wir Ihnen gerne in der Galerie zeigen.

Williams FW42 - Barcelona-Tests - 2019
Motorsport Images
Um 14.27 Uhr verließ der Williams die Garage - mit gut zwei Tagen Verspätung.

Peinliche Verspätung für Williams

Das Williams-Drama sorgte im Fahrerlager für Kopfschütteln. Wie kann dem drittältesten Formel-1-Team ein solch blamabler Fehler unterlaufen? Teamchefin Claire Williams wollte nicht ins Detail gehen: „Wir müssen jetzt die Gründe genau analysieren, was da schief gelaufen ist und sicherstellen, dass es nicht noch einmal passiert.“ Die Tochter des Firmengründers gab sich untröstlich: „Es gibt keine Entschuldigung dafür. Alle andere Teams haben ihre Autos rechtzeitig an den Start gebracht, und wir haben es in über 40 Jahren auch geschafft. Es ist peinlich, dass wir zu spät sind. Ich kann mich nur bei allen Fans und unseren Fahrern dafür entschuldigen. Wir sind alle unendlich enttäuscht.“

Umso größer sei die Erleichterung gewesen, als der neue FW42 endlich auf die Strecke ging. Claire Williams gibt zu, dass es nach einer Saison wie 2018 umso schwerer wiegt, wichtige Zeitzeit verloren zu haben. „Wir werden mit Kompromissen leben müssen, und das ist nicht ideal. Die Ingenieure sind gerade dabei unser Testprogramm so umzuschreiben, dass wir noch das meiste aus der restlichen Zeit herausholen. Am wichtigsten ist unser Aerodynamikprogramm, mit dem wir gleich morgen beginnen. Wir haben viele neue Teile am Auto und sind der Meinung, dass wir damit einen guten Schritt nach vorne gemacht haben.“

Williams spart mit Innovationen

Technisch ist auf den ersten Blick nicht viel Neues am FW42 zu erkennen. An der Knbbel-Nase mit S-Schacht und dem „Cape-Flügel“ unter der Frontpartie ist nicht viel Neues zu entdecken. Der Frontflügel wirkt relativ einfach gestaltet. Wie Mercedes und Red Bull setzt Williams auf eine Version mit relativ viel Abtrieb.

Einzig die Vorderrad-Aufhängung, mit den weit oben montierten Querlenkern, ist einen genaueren Blick wert. Die Lufthutzen an den Radträgern sind dafür nach unten gewandert. Vom Reglement vorgeschrieben sind die neuen Rückspiegel, die vom Cockpitrand weit nach außen ragen. Die Spiegelgehäuse sind wie bei Red Bull offen und lenken den Luftstrom nach hinten ab.

Die Finne der Motorhaube, die zum Heck hin abfällt, hat auf Höhe der Startnummer eine eckige Erweiterung bekommen. Das haben wir auch schon bei McLaren gesehen. Der Heckflügel selbst ist relativ konventionell designt – ohne große Schlitze und Fransen. Da hat sich die Konkurrenz mehr Gedanken gemacht.

Claire Williams verrät, dass der FW42 an seinem ersten Tag noch nicht komplett war. „Heute Nacht kommen weitere Aerodynamik-Komponenten.“ Gerüchten, Williams müssen sich Sorgen machen in Melbourne nicht mit zwei Autos anzutreten, trat die Teamchefin energisch entgegen: „Ich kann garantieren, dass wir in Australien zwei Autos, ein drittes Chassis und genügend Ersatzteile haben.“

Neuer Look kommt nicht an

Ansonsten bleibt die neue Lackierung die wohl größte Veränderung am Auto. An den neuen Look müssen sich die Fans aber noch gewöhnen. Die ersten Kritiken in den Netzwerken waren verherend. Das neue Williams-Design konnte kaum einen Fan begeistern.

Allerdings war es nach dem Martini-Look auch schwer, noch einen oben draufzusetzen. Die markanten blau-rot-weißen Streifen des Aperitif-Herstellers wurden durch die Logos des Handy- und Wifi-Spezialisten RoKit ersetzt, der als Titelsponsor künftig einen großten Teil zum Teambudget beiträgt. Die Logos des neuen Partners finden sich prominent auf der Motorhaube, den Leitblechen und dem Heckflügel.

Ein weiterer neuer Partner ist die polnische Mineraöl-Firma PKN Orlen, die dank Robert Kubica bei Williams andockte. Zur weißen Grundfarbe gesellt sich am oberen und unteren Rand des Rennwagens nun auch noch ein hellblauer Schatten auf der Karbonhülle. Vom alten Martini-Look ist nichts mehr übrig.

Robert Kubica & George Russell - Williams - 2019
Williams
Auch die Kleidung der Piloten ändert sich durch den Wechsel des Hauptsponsors.

Neues Personal, neuer Schwung

Wichtiger als der Look ist für die Fans natürlich, dass Williams die sportliche Talfahrt endlich beendet. Neben Robert Kubica wurde das größte Talent verpflichtet, das die Motorsport-Welt aktuell zu bieten hat. Mercedes-Junior George Russell soll Williams wieder in die Spur bringen. Die Teamleitung hat so viel Vertrauen in den Mercedes-Junior, dass sie ihn gleich mit einem Zweijahres-Vertrag ausgestattet hat.

Kubica, der mit 34 Jahren unverhofft doch noch sein F1-Comeback gibt, weiß wie groß die Aufgabe ist. „Die Saison 2018 war für alle im Team nicht einfach. Aber wir haben viel gelernt und werden hart arbeiten, damit es jetzt endlich wieder aufwärts geht und wir in der Startaufstellung einen Schritt nach vorne machen. Für mich persönlich ist es schon eine der größten Leistungen meines Lebens, dass ich überhaupt wieder am Start stehen darf.“

Williams FW42: Die ersten Bilder des neuen Williams

Williams FW42 - Barcelona-Tests - 2019
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