Williams in Not

Kubica lässt Stammfahrer ran

Robert Kubica - Williams - F1-Test - Barcelona - Tag 8 - 9. März 2018 Foto: sutton-images.com 30 Bilder

Der neue Williams FW41 hat sich noch nicht als Geniestreich entpuppt. Das Auto ist schwer zu fahren und nutzt nicht die weichen Reifenmischungen. Ein Fall für den Doktor namens Robert Kubica. Doch der Pole verzichtete auf einen halben Testtag.

Das wird eine schwierige Saison für Williams. Lance Stroll und Sergey Sirotkin sind die acht Testtage meistens am Ende des Feldes herumgekrebst. Beide habe Mühe, ihrem Williams FW41 die Launen auszutreiben. Technikchef Paddy Lowe gab zu, dass sein Auto am Kurveneingang zu nervösem Übersteuern neigt. Und das raubt den Fahrern Vertrauen.

Dazu kommen Fragezeichen über die Reifen. Mal sind sie zu heiß, mal zu kalt. Mit den weicheren Gummimischungen gewinnt Williams nicht die Zeit, die der zusätzliche Grip eigentlich bringen sollte.

Testfahrer Robert Kubica will im Detail nicht über die Probleme des Autos sprechen. „Das ist etwas, was im Besprechungsraum der Ingenieure bleiben sollte. Ich habe eine klare Vorstellung dafür, wo wir die Balance und das Gefühl für das Auto verbessern müssen. Es gibt noch Probleme mit dem Fahrverhalten und Fragezeichen bei den Reifen. Sie reagieren zu sensibel auf unterschiedliche Bedingungen. Wir müssen das Fenster größer machen, in dem sie funktionieren. Nur das gibt Lance und Sergey Vertrauen. Das ist wichtig, weil sie ja noch relativ unerfahren sind.“

Stammpiloten müssen Punkte holen

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Eigentlich war Robert Kubica für die erste Hälfte des zweiten Testtages eingeteilt. Die Ingenieure trauen seiner Expertise. Der Pole ist auch nach sieben Jahren Pause noch eine gute Referenz. Weil er die Erfahrung und den Speed hat. Doch dann saß plötzlich nicht Kubica im Auto, sondern Sergey Sirotkin. Und am Nachmittag bekam Lance Stroll eine Extraschicht. Hat da etwa der allmächtige Vater des Kanadiers Druck gemacht, dem Filius noch etwas mehr Erfahrung mit dem bockigen neuen Williams zu geben? Wurde Kubica ausgebootet?

Kubica verstand die Aufregung um das Thema nicht. „Es ist doch völlig egal, ob zuerst das Team mich gebeten hat oder ich freiwillig den Stammfahrern den Vorzug gegeben habe. Ich bin mit dieser Entscheidung einverstanden, weil sie dem Team hilft. Freitag war der beste der acht Testtage. Da ist es normal, dass die Fahrer, die in Melbourne im Auto sitzen, noch einmal so viele Runden drehen wollen wie möglich. Sie müssen die WM-Punkte holen, nicht ich. Mir hat der Donnerstagvormittag gereicht, das Auto so weit zu verstehen, dass ich den Ingenieuren seine Stärken und Schwächen beschreiben kann.“

Kubica bereitet sich auf Rennen vor

Der letzte Testtag sollte Stroll und Sirotkin Gelegenheit geben, ihr heikles Auto so abzustimmen, dass sie damit einigermaßen zurechtkommen. Kubica hegt keinen Groll, dass seine ohnehin schon begrenzte Zeit im Cockpit durch die kurzfristige Programmänderung weiter schrumpft.

„Ich genieße meine neue Position. Sie ist um so viel besser als das, was ich vor 12 Monaten hatte. Ich lerne gerade eine neue Welt kennen, die mir dann helfen wird, wenn ich selbst einmal wieder Renner fahren sollte. Als Stammfahrer hast du einen begrenzten Blick auf die Dinge. Ich bin bei Williams in die Entwicklungsarbeit mit eingebunden. Dadurch habe ich einen globaleren Blick auf das Geschäft. Wenn ich wieder ein Cockpit bekommen sollte, werde ich viel besser vorbereitet sein als ohne diese Erfahrung.“

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