Williams in zweiter und dritter Reihe

"Hatten nicht die Pace von Mercedes und Ferrari"

Felipe Massa - Österreich - Qualifying Foto: xpb 97 Bilder

Felipe Massa reihte sich im Qualifying zum GP Österreich hinter den Mercedes und Sebastian Vettel ein. Sein Teamkollege musste etwas federn lassen und geht von der sechsten Position ins Rennen.

Im letzten Jahr schaffte Williams in Österreich noch die große Sensation. Im Qualifying packten Felipe Massa und Valtteri Bottas den Hammer aus und verwiesen die Konkurrenz auf die Plätze. Auch die bis dato ungeschlagenen Mercedes. Ein Jahr später stehen die beiden Fahrer in ihrem Williams FW37 auf den Starträngen vier und sechs. „Wir hatten heute leider nicht die Pace von Ferrari und Mercedes", befand Bottas nach dem Zeittraining.

Williams mit falscher Taktik

Seine Polezeit von 1:08.759 Minuten aus dem Vorjahr verfehlte Massa um über vier Zehntel. "Sicher hätte ich noch schneller fahren können heute", so der kleiner Brasilianer nach seiner schnellsten Zeit von 1:09.192 Minuten. "Aber ob es für Sebastian gereicht hätte, weiß ich nicht."

Vettel fuhr seine Bestmarke in 1:08.810 Minuten. Also langsamer als Massa im Vorjahr. Ein Grund für die langsameren Williams-Zeiten mag an den schlechteren Streckenbedingungen gelegen haben. Am Samstagmorgen spülte ein Schauer den Gummi von der 4,326 Kilometer langen Bahn. Das allein kann es aber nicht gewesen sein. Immerhin steigerten sich Mercedes und Ferrari (Vettel) verglichen mit 2014. Massa findet noch einen weiteren Grund: "Es wäre besser gewesen, wenn wir nur eine schnelle gezeitete Runde gefahren wären."

Erklärung: Williams gab Massa für den entscheidenden Durchgang die Taktik mit, zuerst einen schnellen Umlauf zu drehen, dann die Reifen etwas abkühlen zu lassen und dann nochmal Gas zu geben. In der ersten Runde legte er seine schnellste Zeit hin. Da hatte er aber noch mehr Sprit an Bord. Im letzten Versuch mit weniger Tankinhalt war er drei Sekunden langsamer. Weil er einen Fehler einbaute.

Hamilton verhindert bessere Bottas-Zeit

Sein Teamkollege wurde stattdessen von Lewis Hamilton eingebremst, der im letzten Versuch in der ersten Ecke von der Strecke purzelte. Und die gelben Flaggen auslöste. Die Williams-Strategen schickten Bottas mit einer anderen Taktik in den finalen Run. Er sollte es erst gemächlich angehen lassen und die Reifen schön anwärmen. Dann sollte der große Angriff kommen. "Es wurden wegen Lewis aber die gelben Flaggen geschwenkt. Daraufhin hatte ich kein DRS von Kurve eins den Berg hinauf. Ich wusste von da an: Game over." Der Finne blieb auf seiner schnellsten Runde im ersten Outing mit den Supersofts sitzen.

Zum allem Überfluss rutschte ihm Nico Hülkenberg durch. "Es wird entscheidend sein, ihn gleich am Anfang zu schnappen", erklärt Bottas. Sonst verliert er womöglich zu viel Zeit und kann die gute Williams-Rennpace nicht ausspielen. Im Freitagstraining legte Massa den zweitschnellsten Longrun hin: "Die Zeiten waren sehr konstant und die Reifen haben nicht abgebaut", so der ehemalige Ferrari-Pilot.

Die Updates (Unterboden, Heckflügel, Motorabdeckung) haben Williams mehr Abtrieb gespendet. Dafür leidet der Topspeed ein bisschen. Mit 322,1 und 320,9 km/h lagen Massa und Bottas in der Geschwindigkeitswertung nur auf den Rängen acht und elf. Normalerweise sind sie hier ganz vorne zu finden. Angst davor, im Rennen nicht überholen zu können hat Massa nicht: "Im Qualifiying kostest uns das mehr als im Rennen. Dort können wir durch unseren besseren Grip am Kurvenausgang bereits näher dran sein."

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