Pastor Maldonado, Williams, Formel 1-Test, Barcelona, 19. Februar 2013 ams
Red Bull RB9 Auspuff F1 2013
Red Bull RB9 Auspuff F1 2013
Sauber C32 Auspuff F1 2013
Sauber C32 Auspuff F1 2013 24 Bilder

Willliams mit Red Bull-Auspuff

Renault-Teams gehen eigenen Weg

Der Williams FW35 wird am vorletzten Testtag sein Gesicht verändern. Das blaue Auto bekommt neue Seitenkästen und einen neuen Auspuff. Drei Mal dürfen Sie raten, wie der aussieht: Wie der von Red Bull und Lotus. Die Renault-Teams gehen mit dem Auspuff ihren eigenen Weg. Brauchen sie dafür auch eine eigene Motorsoftware?

Am Samstag wird es ernst. Dann packen die Teams ihre letzten Entwicklungsstufen aus. Ex-Weltmeister Keke Rosberg, ein passionierter Besucher der Testfahrten, stellt fest: "Dann gehen die Testfahrten erst richtig los." Am Samstag werden einige Autos ihr Aussehen verändern. Ganz besonders der Williams FW35.

Um fünf Uhr in der Früh soll die wichtige Fracht in Barcelona ankommen. Es geht um neue Seitenkästen und ein neues Auspuffssystem. Unsere Spione berichten, dass der Williams dann rund um die Hinterräder aussehen wird wie der Red Bull. Also mit einer Rampe hinter den Auspuffendrohren und möglicherweise auch Kanälen im hinteren Bereich der Seitenkästen. Man braucht sie bei diesem Konzept, um die Flaschenhalsform nachzuempfinden.

Drei Renault-Teams, ein Auspuffkonzept

Damit hätten mit Red Bull, Lotus und Williams drei Renault-Teams dieses Auspuffkonzept. Alle andere folgten in Abweichungen dem McLaren-Weg. Da mündet der Auspuff in einer Ausbuchtung in den Seitenkästen. Ist es Zufall, dass Red Bull, Lotus und Williams auf das gleiche Pferd setzen? Möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Wenn es kein Zufall ist, dann liegt der Verdacht nahe, dass Renault seiner Kundschaft Andeutungen über neue Motorkennfelder gemacht hat, die für dieses Auspuffkonzept maßgeschneidert sind. In Viry-Châtillon ging man davon aus, dass die Motorsoftware in der neuen Saison wieder freigestellt ist und sich nicht mehr an der Technischen Direktive Nummer 19 ausrichten muss.

Schützt Renault ein Standfestigkeritsproblem vor?

Wie auto motor und sport vergangene Woche berichtete, machten die FIA-Kommissare Renault einen Strich durch die Rechnung. Bei den Motorkennfeldern gibt es keinen Spielraum. Es gelten die Regeln von 2012. Referenz ist die Software aus einem der ersten vier Grand Prix 2012. Ab 6.000/min bis Vollgas dürfen der Zündwinkel nicht mehr als 2,5 Prozent und die Drehmomentkurve nicht mehr als zwei Prozent von diesem Vergleichsmaßstab abweichen.

So ganz abfinden will sich der französische Hersteller offenbar nicht damit. Man hört, dass Renault jetzt Standfestigkeitsprobleme am Motor vorschützt, um doch noch bestimmte Kennfelder durchzudrücken. Lotus-Chefingenieur Alan Permane bezeichnete das Kennfeld-Theater als überbewertet.

Doch ganz so unwichtig scheint es offenbar doch nicht zu sein, mit welchen Kennfeldern die Motoren von Red Bull, Lotus und Williams betrieben werden dürfen. Immerhin wurde im Umfeld des Teams eingeräumt, dass man schon mit einer Software getestet habe, die der in Hockenheim verbotenen Lösung von Red Bull nicht unähnlich war.

Ferrari und Mercedes müssen abnicken

Der Vorgang des Nachbesserns ist nicht ungewöhnlich. Wer ein Motorproblem hat, darf bei der FIA und den anderen Herstellern um Änderungen anfragen. Wenn das Problem und die Lösung ausreichend dokumentiert sind, und die Konkurrenz nichts dagegen hat, gibt die FIA grünes Licht.

Experten wundern sich nur: "Seit wann werden Probleme mit der Zuverlässigkeit durch eine geänderte Software kuriert? Normalerweise löst man so etwas durch mechanische Eingriffe." Ferrari und Mercedes sind inzwischen sensibilisiert. Sie werden ganz genau prüfen, ob Renault sein Problem tatsächlich nur durch Änderungen an den Motoreinstellungen lösen kann. Kaum anzunehmen, dass sie da zustimmen.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen noch einmal die verschiedenen Auspuff-Varianten der 2013er Autos.

Motorsport Aktuell Pastor Maldonado, Williams, Formel 1-Test, Barcelona, 19. Februar 2013 Auspuff am FW35 illegal FIA will Williams-Auspuff verbieten

Williams wird den Auspuff umkonstruieren müssen.

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